Lehrbuch E-Learning
Im kommenden Wintersemester mache ich eine Einführungsveranstaltung für Studierende des Lehramts über die Nutzungsmöglichkeiten digitaler Medien im schulischen Kontext. Bei der Vorbereitung ist mir aufgefallen, wie wenig kanonisiert dieses Themenfeld derzeit ist. Außer den Informationen und Materialien, die ich selber im Laufe des Semesters beisteuere, sowie den Arbeitsergebnissen der Studierenden möchte ich eigentlich einen lehrbuchartigen Text empfehlen, der auf überschaubarer Seitenzahl in verständlichem Text (denn ich habe Studierende aus allen Fachbereichen) die wesentlichen Aspekte darstellt. Bei der Suche nach einem solchen medien-didaktischen (nicht medien-pädagogischen) Grundlagentext bin ich kaum fündig geworden.Bücher zum E-Learning gibt es natürlich inzwischen jede Menge, aber leider sind die meisten wegen der inhaltlichen Ausrichtung bzw. der Zielgruppe für den Kontext Schule weniger geeignet.
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Für Unternehmen und betriebliche Weiterbildung gibt es z.B. Scheffer & Hesse (Hrsg.): E-Learning – die Revolution des Lernens gewinnbringend einsetzen oder Dittler (Hrsg.): E-Learning – Erfolgsfaktoren und Einsatzkonzepte mit interaktiven Medien.
Für das Anwendungsfeld Hochschule gibt es zahlreiche Bände der Reihe Medien in der Wissenschaft, u.a. Kerres, Kalz, Stratmann & de Witt (Hrsg.): Didaktik der Notebook-Universität oder Seiler-Schiedt, Kälin & Sengstag (Hrsg.): E-Learning – Alltagstaugliche Innovation?
Das Kompendium E-Learning von Niegemann et al. ist zwar als kurz gefasstes Lehrbuch gedacht, allerdings mit 400 Seiten dafür deutlich zu lang geraten und mit der Schwerpunktsetzung Konzeption, Gestaltung und technische Umsetzung von E-Learning für meine Adressatenschaft nicht zielführend. Für diese ist auch der Klassiker von Schulmeister (Grundlagen hypermedialer Lernsysteme) selbst mit meiner Lesehilfe eine Überforderung.Bücher für das Anwendungsfeld Schule sind stärker medienpädagogisch ausgerichtet (z. B. Tulodziecki & Herzig: Computer & Internet im Unterricht) und nicht mediendidaktisch oder sie stellen Anwendungsbeispiele vor, ohne die notwendigen theoretischen Hintergründe und Bezüge.
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In meine engere Wahl kamen schließlich zwei Bücher. „Multimediale und Interaktive Lernräume“ von Huberta Kritzenberger, sowie „Blended Learning in der Lehrerbildung“ von Gabi Reinmann. Beide verbinden die Darstellung aktueller Nutzungsmöglichkeiten der digitalen Medien mit lerntheoretischen Hintergründen. Bei Kritzenberger stehen danach die Gestaltung entsprechender Lernräume und Lernszenarien im Mittelpunkt. Bei Reinmann mündet es in ein zentrales Kapitel über Instruktionsdesign, Kontextdesign und Aufgabendesign und öffnet damit den Blick für konkrete (schulische) Lehr-/Lernsituationen, weshalb ich schließlich dieses Buch als Literaturempfehlung gegeben habe.
Es ist allerdings bei praktisch allen genannten Bänden erstaunlich, wie wenig konkrete Beispiele für die Umsetzung der geschilderten Prinzipien in Form von Abbildungen gezeigt oder durch Verweise auf zugängliche Webseiten nachvollziehbar gemacht werden. Ein Manko für meine eigene Veranstaltung sehe ich darin aber nicht, denn solche Beispiele habe ich selber zur Genüge …