Zwischenbemerkung
Die Überschrift eines Artikel zu Nachhaltigkeit bei ZEIT ONLINE passt erstmal nicht in die aktuelle politische Diskussion: Nicht die Armut, das Wachstum muss bekämpft werden. Wenn ich nun lese, wie bei den Koalitionsverhandlungen mit wahrscheinlichem bzw. herbei gewünschtem Wirtschaftswachstum Wahlversprechen finanziert werden sollen, dann kann ich mich nur wundern, wie folgenlos Warnungen und Diskussionen um Nachhaltigkeit und Erhalt des globalen Ökosystems geblieben sind.
Übersehen wird das entscheidende Problem, dass die menschliche Gesellschaft nicht in erster Linie mit elektrischem Strom betrieben wird, sondern allein auf der Grundlage von durch Pflanzen organisch aufbereitetem Kohlenstoff lebt.
Allerdings, anders als aus Überschrift und Schlusssatz des Artikels gefolgert werden könnte, brauchen wir nicht mangels Wachstum bei der Armutsbekämpfung resignieren, sondern es geht um gerechtere Verteilung bei nachhaltigerem Wirtschaften. Nahezu unverändert könnte man heute Erhard Epplers Ende oder Wende? (leider vergriffen) neu auflegen und den Wachstumsfetischisten in die Hand drücken …