Eine Systemfrage?
Für das iPhone-Projekt der Primarschule Goldau diskutiert Beat Döbeli die Frage, ob geschlossene, proprietäte Systeme für die Schule sinnvoll sind. Es lohnt sich, seine Abwägungen zu gesellschaftspolitischen, Informatik-didaktischen und ökonomischen Aspekten in Gänze nachzulesen. Hintergrund ist die Tatsache, dass das iPhone (und nun auch das iPad) allerlei Einschränkungen seitens Apple unterliegt, was ja auch außerhalb des Schulkontextes kontrovers diskutiert wird.
Wie ich hier schon geschrieben habe, plädiere ich für eine 1:1-Ausstattung und zwar schon mit Beginn der Grundschule. In dem Kontext möchte ich dann allerdings die Frage der Ausstattung ungern zu einer Systemfrage stilisieren, sondern halte es für wichtiger, dies an schulrelevanten Nutzungsformen auszurichten (ausführlicher in Wedekind, 2010):
- Zugang zum Weltwissen (über das Internet)
- Unterstützen kooperativen und kollaborativen Arbeitens sowie Kommunikation (sowohl intern als auch extern)
- Erschließung neuer Inhalte (über das Web) bzw. neuer Zugänge zu Inhalten (Computer als Werkzeug mit Multimedia und Interaktion)
- Unterstützen eigenständigen und selbstgesteuerten Lernens
Weil ich die System- bzw. Geräteauswahl daran ausrichte, plädiere ich heute nicht mehr für Netbooks, sondern für die Einführung von Tablet-PCs. Das iPad hat dafür die Messlatte gelegt; mit dem WePad u.a. stehen in Kürze Alternativen zur Auswahl. Mit all diesen Geräten wird der Zugang zum Internet ermöglicht und genau darüber (und weniger über proprietäre Apps) der (in der Regel kostenlose) Zugriff auf webbasierte Werkzeuge, mit denen die o.g. Nutzungsformen umsetzbar sind.
Ich kann deshalb Guzdials Bedenken nicht teilen, die Menschen (hier also unsere Schülerinnen und Schüler) würden dadurch zu reinen Bedienerinnen und Bedienern der Geräte; im Gegenteil, die Elemente des Mitmach-Web können damit in den Unterricht geholt werden. Zumindest bei den iPad-Alternativen sollte sogar der Zugriff auf schulrelevante Programmierumgebungen möglich werden (wie (Net)Logo, Scratch, Etoys usw.). Mit der Kombination klein, leicht und Multitouch sind die Tablets deshalb für unsere Grundschulen eine attraktive Alternative zum XO-Laptop.