#opco11 - wie offen darf ein Kurs sein?
opco11 ist mein zweiter Versuchm, an einem MOOC teilzunehmen (mein erster war der von G. Siemens und S. Downes organisierte Kurs Connectivism and Connective Knowledge CCK08, der der erste MOOC überhaupt war). Da sich der opco11 an alle richtet, die an der Zukunft des Lernens in der Mediengesellschaft, an der Zukunft des mediengestützten Lernens und an der Zukunft des Lernens allgemein interessiert sind, zähle ich mich zumindest schon mal zu den Adressaten, die die Organisatoren ansprechen wollen. Natürlich habe ich mich gefragt, was ich mir (als ziemlich alter Hase im E-Learning/E-Teaching-Bereich) von einem Kurs Zukunft des Lernens eigentlich erwarte. Nun, der Kurs lädt zum aktiven, diskursiven Miteinander im Netz ein! Eine Agenda mit wöchentlich neuen Themen setzt den Rahmen, der durch die Beiträge und den Austausch von Experten, Teilnehmern und Interessierten gefüllt wird, so die Organisatoren. Bei weit über 700 angemeldeten und wohl etlichen weiteren nicht angemeldeten TeilnehmerInnen könnte das ja über meine bisherige Edu-Community hinausgehen, dachte ich mir, und allein von daher eine Horizonterweiterung darstellen. Was allerdings nur partiell eingetreten ist. Die Beiträge im Kursblog, bei Twitter oder im Chat der Online-Live-Sessions kommen doch weitestgehend von Personen, die auch bisher schon auf meinem Schirm waren.
Sind so viele nur Lurker? Oder lassen sich viele von der offenen Kursorganisation abschrecken? Beim CCK08 ging es mir ja auch so, dass ich von der offenen Struktur überfordert war und nach einigen Wochen aufgab, den vielen Blogbeiträgen, Foren und Zusatzaktivitäten der aktiven TN zu folgen. Downes und Siemens beschränkten sich darauf, Linklisten zusammen zu stellen, nur ausgewählte Beiträge aufzugreifen und zu diskutieren. Ich hatte jedenfalls ständig den Eindruck, 90% der Aktivitäten zu verpassen und schlicht nicht die Zeit, den Prozentsatz zu senken.
Ein bisschen geht es mir bei opco11 nun auch so. Immerhin werden im Kursblog die Blogbeiträge gesammelt und zusammen mit dem Hashtag #opco11 bei Twitter hat man dann wohl das meiste beisammen. Aber das alles zu lesen, evtl. zu prüfen, ob Kommentare hinzu gekommen sind, das kostet einfach ziemlich Zeit (Audioboos, die nur in Echtheit zu verarbeiten sind, ignoriere ich deshalb schon meistens). Jochen Robes wöchentliche Zusammenfassungen haben mir die Auswahl etwas erleichtert, ich muss und will ja nicht alle Themenstränge verfolgen. Aber vielleicht wäre das ja einfacher, wenn opco11 den Duisburger Online-Campus Next Generation nutzen würde. Im Übrigen war Michael Kerres Beitrag diese Woche für mich das bisherige opco11 Highlight und ein schöner Beleg dafür, wie situationsangemessene Vorbereitung (Bereitstellen der Grundinformationen vorab) eine aktive und informierte Beteiligung der TN (beim synchronen Treffen) befördert. Super, das sollte für die Folgewochen Schule machen!
Ob ich nun durch opco11 etwas über die Zukunft des Lernens gelernt habe, möchte ich erst am Ende des Kurses bewerten. Ich habe jedenfalls vor, durchzuhalten …