#opco11 - wie offen darf ein Kurs sein?

Abgelegt unter: #opco11, Fachliches — JoWe um 19:24 am 27.05.2011

opco11 ist mein zweiter Versuchm, an einem MOOC teilzunehmen (mein erster war der von G. Siemens und S. Downes organisierte Kurs Connectivism and Connective Knowledge CCK08, der der erste MOOC überhaupt war). Da sich der opco11 an alle richtet, die an der Zukunft des Lernens in der Mediengesellschaft, an der Zukunft des mediengestützten Lernens und an der Zukunft des Lernens allgemein interessiert sind, zähle ich mich zumindest schon mal zu den Adressaten, die die Organisatoren ansprechen wollen. Natürlich habe ich mich gefragt, was ich mir (als ziemlich alter Hase im E-Learning/E-Teaching-Bereich) von einem Kurs Zukunft des Lernens eigentlich erwarte. Nun, der Kurs lädt zum aktiven, diskursiven Miteinander im Netz ein! Eine Agenda mit wöchentlich neuen Themen setzt den Rahmen, der durch die Beiträge und den Austausch von Experten, Teilnehmern und Interessierten gefüllt wird, so die Organisatoren. Bei weit über 700 angemeldeten und wohl etlichen weiteren nicht angemeldeten TeilnehmerInnen könnte das ja über meine bisherige Edu-Community hinausgehen, dachte ich mir, und allein von daher eine Horizonterweiterung darstellen. Was allerdings nur partiell eingetreten ist. Die Beiträge im Kursblog, bei Twitter oder im Chat der Online-Live-Sessions kommen doch weitestgehend von Personen, die auch bisher schon auf meinem Schirm waren.

Sind so viele nur Lurker? Oder lassen sich viele von der offenen Kursorganisation abschrecken? Beim CCK08 ging es mir ja auch so, dass ich von der offenen Struktur überfordert war und nach einigen Wochen aufgab, den vielen Blogbeiträgen, Foren und Zusatzaktivitäten der aktiven TN zu folgen. Downes und Siemens beschränkten sich darauf, Linklisten zusammen zu stellen, nur ausgewählte Beiträge aufzugreifen und zu diskutieren. Ich hatte jedenfalls ständig den Eindruck, 90% der Aktivitäten zu verpassen und schlicht nicht die Zeit, den Prozentsatz zu senken.

Ein bisschen geht es mir bei opco11 nun auch so. Immerhin werden im Kursblog die Blogbeiträge gesammelt und zusammen mit dem Hashtag #opco11 bei Twitter hat man dann wohl das meiste beisammen. Aber das alles zu lesen, evtl. zu prüfen, ob Kommentare hinzu gekommen sind, das kostet einfach ziemlich Zeit (Audioboos, die nur in Echtheit zu verarbeiten sind, ignoriere ich deshalb schon meistens). Jochen Robes wöchentliche Zusammenfassungen haben mir die Auswahl etwas erleichtert, ich muss und will ja nicht alle Themenstränge verfolgen. Aber vielleicht wäre das ja einfacher, wenn opco11 den Duisburger Online-Campus Next Generation nutzen würde. Im Übrigen war Michael Kerres Beitrag diese Woche für mich das bisherige opco11 Highlight und ein schöner Beleg dafür, wie situationsangemessene Vorbereitung (Bereitstellen der Grundinformationen vorab) eine aktive und informierte Beteiligung der TN (beim synchronen Treffen) befördert. Super, das sollte für die Folgewochen Schule machen!

Ob ich nun durch opco11 etwas über die Zukunft des Lernens gelernt habe, möchte ich erst am Ende des Kurses bewerten. Ich habe jedenfalls vor, durchzuhalten …

8 Kommentare »

Pingback von #opco11 – wie offen darf ein Kurs sein? « CIPPool

27. Mai 2011 @ 20:00

[…] rüber zur originalen Nachricht auf konzeptblog Blogroll   Fachliches, mooc […]

Kommentar von Dörte Giebel | dieGoerelebt

27. Mai 2011 @ 22:22

Guten Abend,

und vielen Dank für das Thematisieren eines meiner Meinung nach wichtigen Phänomens: Bei einem derart offenen Thema (Zukunft des Lernens) und einer so heterogenen Zielgruppe (von Lehrern bis Wissensmanagern in Unternehmen) bleibt genau dieser Effekt (selbst wenn nicht ale 700 sich aktiv einbringen) nicht aus: Überforderung, Verzettelnung…

Es hat schon einen Grund, warum ich in meinen 10 Geboten zum Gelingen eines MOCC (http://bit.ly/iyfKLq) das Gebot “Bildet Gruppen!” aufgenommen habe. Damit meine ich schlichtweg Kleingruppen, spontan gebildet von Teilnehmenden, die bis dato einander unbekannt über ein gemeinsames Erkenntnisinteresse (eben ein eingegrenzteres im großen Ganzen) zusammen finden.

Erstaunlicher Weise wird dieses Gebot in meiner Umfrage wenig gevotet.

Doch noch ist es ja nicht zu spät. Noch können wir:
a) Kleingruppen bilden
b) alle zusammen den Online-Campus besetzen

Eine Frage habe ich noch: Wieso sind Audioboos, anders als Texte, nur in Echtzeit zu verarbeiten? Weil Hören eine andere Prüäsenz verlangt? Weil man sie nur von Anfang bis Ende hören kann, statt Anfang und Ende eines Absatzes zu lesen? Ok, das stimmt. Ich mag sie dennoch, weil sie a) kurz sind und b) oft nur ganz pointierte Gedanken formulieren. Texte sind oft viel komplexer. Darum schaffe ich es zum Beispiel nicht, alle Blogartikerl zu lesen…

Viele Grüße, Dörte

Kommentar von JoWe

28. Mai 2011 @ 10:13

Texte kann ich überfliegen, querlesen. Das geht bei Audio halt nicht (obwohl ich glaube eine Darmstädter Gruppe dran gearbeitet hatte, ein Tool zum “querhören”, d.h. Abspielen in max. gerade noch verständlicher Geschwindigkeit zu entwickeln). Meiner Erfahrung nach ist Audio schnell produziert und langsam rezipiert; bei Text ist es wohl umgekehrt …
Gruß, Joachim

Kommentar von Claudia Bremer

29. Mai 2011 @ 15:33

Lieber Joachim, schön, mal so wieder in Kontakt zu treten! Zu Deinen Wahrnehmungen und Empfinden: ja, uns geht es teilweise auch so, auch aus Veranstaltersicht. 3 Tage offline aufgrund einer Reise und die Sache flutscht einem unter den Fingern weg und das ist wunderbar! Ich habe es aufgegeben, alles zu sehen, schreiben, hören, lesen zu können und darum geht es für mich eigentlich: als Veranstalter in die Rolle eines “Providers” zu kommen, der den Raum bereitstellt, in dem das “Geschehen geschehen kann” und auch in den Räumen darüberhinaus. Ich glaube es geht darum, den Anspruch auf Vollständigkeit loszulassen, es geht eher um eine Konferenz als um ein Seminar, das Unkontrollierbare loszulassen, auch auf einer Tagung bekomme ich nicht mehr alles mit, was auf den Gängen gesprochen wird. Vielleicht bleibt es dann ein Stück weit beliebig, man greift Impulse auf, bekommt sie punktuell, lässt sich inspirieren, aber es ist lange nicht zu schaffen, alles zu verfolgen, das habe ich längst losgelassen. Und: ich glaube 10-15% Aktive ist normal bei solchen Veranstaltungen. Das Lurken kann und will ich nicht verurteilen. In den virtuellen Konferenzen, die ich, wir seit 1999 durchgeführt haben ging es auch genau darum: es gibt Aktive und Lurker, aber auch die nehmen viel mit. Wir sind jetzt bei fast 900 Subcribern für den Newsletter, schreiben in Blogs tun ein Bruchteil, aber auch die Lesenden nehmen viel mit, da bin ich mir sicher. Lieben Gruss, Claudia

Kommentar von raster2k

30. Mai 2011 @ 09:41

Mir geht es genauso! Ich habe das Gefühl, der opco zieht an mir vorbei und ich bekommen nur einen Bruchteil mit! Ich muss zugeben: Ich lese nur sehr wenige Blogeinträge! Es kostet einfach zuviel Zeit! Mehr als 10 Minuten pro Tag während der Woche habe ich nicht.
Regelmäßig am Wochenende schaue ich mir die wöchentlichen ustreams an. Diese fasse ich dann für mich persönlich zusammen!
Der Vorschlag von Dörte, Gruppen zu bilden, hört sich sehr interessant an! Vielleicht können wir gleich eine Gruppe starten? Wie macht man das? In twitter? Mit eigenem Hash-Tag?

Kommentar von JoWe

30. Mai 2011 @ 13:20

@Claudia Danke für deine Einschätzung. Bin anfangs tatsächlich mit eher konventioneller “Kurs”-Vorstellung rangegangen, erwartete also deutlichere Vorstrukturierung, Fokussierung der Themen und Bündelung der Beiträge und das durch die Organisatoren. Vergleich mit Tagung trifft es aber wohl wirklich besser und so kann ich nun auch damit leben. Schön wäre natürlich, wenn wir eine (wie bei Tagungen üblich) TN-Liste hätten (wollt ihr die nicht mal online stellen?), denn dann könnten wir leichter …

den Vorschlag von @Dörte und die Zustimmung von @raster2k (Martin) aufgreifend, Gruppen mit gemeinsamen Interessen identifizieren und etablieren. Wobei, gibt es solche nicht schon in Facebook? Wo ich allerdings nicht drin bin und vorerst auch nicht reingehe …

Kommentar von Lore Reß

30. Mai 2011 @ 14:06

Zu wenig Aktion? zu viel Aktion? zu unübersichtlich? Was ist das eigene Ziel?

Thema suchen! Gruppe suchen! Wenns noch keine gibt ein gründen!

> “Facebook? Wo ich allerdings nicht drin bin und vorerst auch nicht reingehe …”
Muss ja nicht facebook sein, wie wäre es mit mixxt?

> “Mehr als 10 Minuten pro Tag während der Woche habe ich nicht.” Zu wenig um Alles mitzubekommen! s. oben!

Kommentar von raster2k

30. Mai 2011 @ 15:47

@Lore:
Du sagst: “Gruppe suchen!” Wie findet man denn Gruppen? Gibt es da eine Aufstellung?

RSS Feed für Kommentare zu diesem Beitrag. TrackBack URI

Einen Kommentar hinterlassen