#opco11 - Kurs oder Community?

Abgelegt unter: #opco11, Allgemein — JoWe um 23:09 am 15.07.2011

Jetzt ist er schon wieder rum, der OpenCourse 2011! Mit der Selbstreflexion über den Kurs am 13.07.fand er seinen Abschluss. Den Veranstaltern, insbesondere Claudia Bremer und Jochen Robes nochmals Dank und großes Lob, dass sie dieses Experiment (das er ja für Veranstalter und TN gewesen ist) gewagt haben.Das war also der erste deutschsprachige MOOC:

  • M wie Massive: Sicher erfüllt, hatten wirklich große TN-Zahl (>900). Wobei ich mich inzwischen frage, ob das M hilfreich ist zur Charakterisierung solcher Angebote. Zunächst ist es ja faszinierend, eine so große Zahl an Interessenten anzusprechen. Aber offensichtlich viele Lurker und eine unbekannte Zahl an “Karteileichen”. Offen bleibt, ob auch eine geringere TN-Zahl gleichen Level an aktiver Beteiligung (Bloggen, Twittern) generiert hätte.
  • O wie Open: Erfüllt, denn der Kurs war tatsächlich offen für alle. Für Anbieter aus den Hochschulen (wie hier studiumdigitale der Frankfurter Universität) erstmal eine neue Situation, weil das Profil der TN (bis auf Ausnahmen) nicht bekannt ist und auch eine Abstimmung der “Kursziele” mit möglichen Erwartungshaltungen nicht abgestimmt werden konnte. Wie wissenschaftlich, theorielastig darfs dann noch sein? Wie ist es zu schaffen, von Praxisproblemen auf wissenschaftliche Bearbeitung/Reflexion hinzuführen (bzw. umgekehrt)? In welchen Wochen das gelungen ist, wird wohl unterschiedlich beurteilt werden (meine Favoriten: Woche 4 und Woche 6).
  • O wie Online: Erfüllt, denn alles lief online ab.
  • C wie Course: Tja, war es ein Kurs? Mir fehlten dazu klarere Ziele und Vorstrukturierungen (vgl. meinen Halbzeit-Beitrag) - jedenfalls anfangs. Denn ich bin ja dabei geblieben und fand es durchaus gewinnbringend, was ich aus der (für mich nach wie vor unstrukturierten) Infoflut dieses MOOCs so alles herausfiltern konnte. Das aber eher, weil opco11 sich mehr und mehr als eine Community erwies (also vielleicht besser C wie Community?), in der gemeinsame Fragen - angeregt durch die Mittwoch-Events - aus unterschiedlichen Perspektiven weiter verfolgt wurden.

Insgesamt habe ich einiges aus dem Kurs gelernt, letztlich damit auch über die Zukunft des Lernens? Jedenfalls kann ich einiges davon in unsere Planungen bei e-teaching.org einbringen (darüber sollten wir dann mal reden, Claudia, gelle …).

PS: Übrigens hatte ich zwischendrin auch mal den Drang, die technischen Probleme (Ustream muckte oft, Etherpad-Beschränkung (16 TN) war blöde) zu kritisieren. Habs mir dann verkniffen, denn letztlich war es (bei mir) nicht wesentlich für den Mehrwert des opco11 - und leidgeprüft, wie ich selber aus e-teaching.org-Veranstaltungen bin, kann ich inzwischen vieles so akzeptieren, wie es gelaufen ist. Was nicht heißt, dass vermeidbare Probleme zukünftig nicht auch vermieden werden sollten!

5 Kommentare »

Kommentar von Dörte Giebel | dieGoerelebt

17. Juli 2011 @ 10:27

Ich plädiere für C = Camp.

Ralf Appelt, der alte EduCamp-REcke, hatte ja auch schon ganz zu Beginn des opco11 die Frage aufgeworfen, wie viel BarCamp im OpenCourse steckt: http://appelt.net/2011/05/mooc-infrastruktur-fur-ein-online-barcamp/

Bei mir verdichtet sich der Eindruck, dass wir uns mit dem C = Course zu sehr unter Druck setzen, weil dauernd so ein Anwesenheitspflichtgefühl durchkommt, wenn man mal eine Woche weniger präsent ist, und weil immer wieder die Frage aufkommt, ob man denn nun schon was gelernt habe… Von so etwas würde ich mich gern komlett frei machen - und bei einem Camp bleibe ich da auch ganz gelassen. :-)

Vielleicht haben wir hier ein spannenden Format am Wickel, das ein bisschen die “guten alten Zeiten” der Blogosphären-Zeiten reaktiviert, als ein Blog-Artikel noch x Kommenatare und vor alem x andere Blogartikel nach sich zog - im Prinzip eine permanente Perpetuomobile-Blog-Parade, jetzt nur noch angereichert mit weiteren Kanälen.

Insofern finde ich auch das C = Community sehr brauchbar, denn eigentich ist des doch genau das, was wir immer wieder anstreben: Zugehörigkeit und Beziehung. C = Clique wäre die etwas altmodischere bezeichnung. ;-)

Kommentar von Claudia Bremer

17. Juli 2011 @ 17:20

Lieber Joachim,

danke für Deine Rückmeldung! Ich teile Deine Wahrnehmung in vielen Punkten, vor allem die unter den Punkten “Open” und “Course” sind Punkte, über die ich auch selbst viel reflektiere. Zum einen finde ich es schön, dass es keine so strikten Lernziele gab und die Teilnehmenden diese selbst für sich definieren konnten. Gerade das hat mir gefallen, mal nicht hinterher zu rennen und zu versuchen, zu motivieren, vom Veranstalter gesteckte Lernziele zu erreichen, wie ich es so oft in der Uni (da erledigt das manchmal die explizit beschriebene zu erfüllende Leistung), aber vor allem in der mit online Phasen verbundenen Erwachsenenbildung erlebe. Nicht Motivator zu sein, sondern einfach ein Lernangebot zu machen, auf das Menschen ihren eigenen Bedürfnissen entsprechend unterschiedlich reagieren dürfen und alles ist ok. Ich fand das als Veranstalter mal sehr entspannend ;-) Daher passt das für mich auch besser zum Wort ‘Konferenz’ oder ‘(Fach)forum’ als zum Begriff “Kurs”, wie Du ja auch selbst geschrieben hast. Zum anderen stimmt es, es entstand mehr eine ‘Community’ als nur ein Kurs oder statt eines Kurses, das Wort passt gut. Wobei das “draussen” auch viele sind, die nur gelesen und die Videos angeschaut haben, aber nicht unbedingt etwas geschrieben haben. Denen die geschrieben haben, dazu gehörst auch Du, danke für das Mitteilen, der Gedanken, den davon lebt der ‘Kurs’. Gerade auch die kritisch konstruktiven Beträge weiss ich sehr zu schätzen, danke! Und ja, gerne, lass uns mal besprechen, was möglich ist, Ideen sind da ;-) Lieben Gruss und Danke, Claudia

Kommentar von JoWe

17. Juli 2011 @ 20:44

@Dörte C = Camp ist auch nicht schlecht. Bei Clique muss ich an meine letzte echte (vor bald 40 Jahren) denken und was wir da so machten - wäre eher unpassend ;-))

@Claudia auch Konferenz ist ganz ok, denn da suche ich ebenfalls aus einem Angebot das für mich Passende heraus.

Also dran bleiben, weiter entwickeln, weiter lernen …

Gruß,Joachim

Pingback von Meine Woche im Netz: Kachelmann 2.0, die Klarnamen-Debatte um GooglePlus usw. | KW 29 2011 | . NetzFaktorei

22. Juli 2011 @ 17:42

[…] - Joachim Wedekind fragt sich, was das C in MOOC bedeutet: Course, Community, Conference…? […]

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7. April 2013 @ 20:59

[…] Frage Kurs oder Community beschäftigte mich auch beim nächsten MOOC, dem opco11 (OpenCourse 2011 Zukunft des Lernens). […]

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