#opco11 - Kurs oder Community?
Jetzt ist er schon wieder rum, der OpenCourse 2011! Mit der Selbstreflexion über den Kurs am 13.07.fand er seinen Abschluss. Den Veranstaltern, insbesondere Claudia Bremer und Jochen Robes nochmals Dank und großes Lob, dass sie dieses Experiment (das er ja für Veranstalter und TN gewesen ist) gewagt haben.Das war also der erste deutschsprachige MOOC:
- M wie Massive: Sicher erfüllt, hatten wirklich große TN-Zahl (>900). Wobei ich mich inzwischen frage, ob das M hilfreich ist zur Charakterisierung solcher Angebote. Zunächst ist es ja faszinierend, eine so große Zahl an Interessenten anzusprechen. Aber offensichtlich viele Lurker und eine unbekannte Zahl an “Karteileichen”. Offen bleibt, ob auch eine geringere TN-Zahl gleichen Level an aktiver Beteiligung (Bloggen, Twittern) generiert hätte.
- O wie Open: Erfüllt, denn der Kurs war tatsächlich offen für alle. Für Anbieter aus den Hochschulen (wie hier studiumdigitale der Frankfurter Universität) erstmal eine neue Situation, weil das Profil der TN (bis auf Ausnahmen) nicht bekannt ist und auch eine Abstimmung der “Kursziele” mit möglichen Erwartungshaltungen nicht abgestimmt werden konnte. Wie wissenschaftlich, theorielastig darfs dann noch sein? Wie ist es zu schaffen, von Praxisproblemen auf wissenschaftliche Bearbeitung/Reflexion hinzuführen (bzw. umgekehrt)? In welchen Wochen das gelungen ist, wird wohl unterschiedlich beurteilt werden (meine Favoriten: Woche 4 und Woche 6).
- O wie Online: Erfüllt, denn alles lief online ab.
- C wie Course: Tja, war es ein Kurs? Mir fehlten dazu klarere Ziele und Vorstrukturierungen (vgl. meinen Halbzeit-Beitrag) - jedenfalls anfangs. Denn ich bin ja dabei geblieben und fand es durchaus gewinnbringend, was ich aus der (für mich nach wie vor unstrukturierten) Infoflut dieses MOOCs so alles herausfiltern konnte. Das aber eher, weil opco11 sich mehr und mehr als eine Community erwies (also vielleicht besser C wie Community?), in der gemeinsame Fragen - angeregt durch die Mittwoch-Events - aus unterschiedlichen Perspektiven weiter verfolgt wurden.
Insgesamt habe ich einiges aus dem Kurs gelernt, letztlich damit auch über die Zukunft des Lernens? Jedenfalls kann ich einiges davon in unsere Planungen bei e-teaching.org einbringen (darüber sollten wir dann mal reden, Claudia, gelle …).
PS: Übrigens hatte ich zwischendrin auch mal den Drang, die technischen Probleme (Ustream muckte oft, Etherpad-Beschränkung (16 TN) war blöde) zu kritisieren. Habs mir dann verkniffen, denn letztlich war es (bei mir) nicht wesentlich für den Mehrwert des opco11 - und leidgeprüft, wie ich selber aus e-teaching.org-Veranstaltungen bin, kann ich inzwischen vieles so akzeptieren, wie es gelaufen ist. Was nicht heißt, dass vermeidbare Probleme zukünftig nicht auch vermieden werden sollten!