School Forum 2011
Am Pre-Conference-Tag der Online Educa Berlin fand das School Forum 2011 statt. Leitthema war “Lernkultur und Medienkompetenz”, unter dem die neuesten Technologietrends für das Klassenzimmer gezeigt und diskutiert werden sollten. Es diente dem Erfahrungsaustausch zwischen Lehrkräften und Neue Medien-Experten. Laut abgefragter Selbsteinschätzung waren denn auch etwa je zur Hälfte Anfänger und Erfahrenere anwesend, die alle das Angebot positiv annahmen. Auch für mich persönlich waren 4 (von insgesamt 6) Vorträgen die erfreuliche Ausbeute einer sehr gut besuchten und organisierten Veranstaltung.
Ausgerechnet den Eröffnungsvortrag von der als ‘Querdenkerin’ angekündigten Pädagogin und Medienpsychologin Katja Kantelberg fand ich eher enttäuschend. Für mich sind es mittlerweile eher wohlfeile Forderungen nach veränderten Lehrerrollen, Wechsel zu kollaborativen Lernformen und von erzeugungsdidaktischen zu ermöglichungsdidaktischen Lernarrangements. Da sollten dann schon Ideen und Konzepte folgen, wie das denn zu bewerkstelligen ist in einem Bildungssystem, dass nach wie vor den strukturellen Rahmen vorgibt. Auch dass Frau Kantelberg den Führungskräften die entscheidende Rolle dabei zuschreibt, Verhaltensmuster zu verändern und Standards in Frage zu stellen, deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen bei Reformansätzen, schon gar nicht, wenn Web 2.0 und Soziale Medien ins Spiel kommen.
Danach die Show von Tim Rylands, einem Lehrer, der über Game-based learning sprach, in einer Form, wie es wohl nur die Angelsachsen können: Witzig, durchchoreografiert mit schönen Folien, trotzdem hoch informativ und fundiert. Da glaube ich gleich, dass seine SchülerInnen begeistert dabei sind, egal ob er mit oder ohne digitale Medien arbeitet. Also unbedingt mal auf seiner Website vorbeischauen!
Der dritte Redner, Wolfgang Willburger, stellte die digitale Schultasche für Lehrer vor. Dabei handelt es sich um einen USB-Stick, auf dem sich einerseits alle benötigten Programme inklusive eines Moodle-Servers, als auch digitale Inhalte befinden. Die Lehrer können damit Lernpfade erstellen, die den SchülerInnen, auch mit Tests, zur Verfügung gestellt werden können.
Karin Ernst stellte das Projekt eXplorarium vor, bei dem neue Wege beim Lernen mit digitalen Medien aufzeigt werden sollen. Für Experimente und Erkundungen wird der Computer als Werkzeug genutzt, ohne die Realität zu vernachlässigen. Das Lernen soll aktiv, konstruktiv und projektorientiert gestaltet werden. Das Angebot richtet sich an ausgewählte Schulen in sozialen Brennpunkten. Auch sehr spannend.
Die von Ruben Kurschat vorgestellten auditiven Erkundungen von urbanen Klanglandschaften waren für mich zu speziell. Bei Boris Gromodka & Gerd Dietlmeier hatte ich laut Ankündigung Details zu EasyChalk erwartet (eine Online-Whiteboard-Software, die auf allen Boards, Tablets und interaktiven Projektoren läuft), es war dann aber eine fast historische Darstellung der infrastrukturellen Entwicklungen an hessischen Schulen bis zum heutigen Ziel der Volldigitalisierung des schulischen Lebens. Was dann doch sehr informativ ausfiel.
Die abschließende Diskussionsrunde konnte ich wegen anderer Termine nicht mehr mitverfolgen. Mal sehen, was an Dokumentation seitens Online Educa noch online gestellt wird. Lohnen würde es sich.