Die Kraft der Intrinsischen Motivation

Abgelegt unter: Allgemein, Lesestoff — JoWe um 23:45 am 10.12.2011

Das wünschen sich Hochschullehrende und auch Teamchefs: Intrinsisch motivierte Studierende bzw. intrinsisch motivierte MitarbeiterInnen. Aber vermutlich haben die meisten von uns die enttäuschende Erfahrung gemacht, dass es ziemlich schwierig ist, intrinsische Motivation (IM) zu wecken und aufrecht zu erhalten.

Wikipedia definiert IM (und ihren Gegenpol extrinsische Motivation) so:

Der Begriff intrinsische Motivation bezeichnet das Bestreben, etwas um seiner selbst willen zu tun (weil es einfach Spaß macht, Interessen befriedigt oder eine Herausforderung darstellt). Bei der extrinsischen Motivation steht dagegen der Wunsch im Vordergrund, bestimmte Leistungen zu erbringen, weil man sich davon einen Vorteil (Belohnung) verspricht oder Nachteile (Bestrafung) vermeiden möchte.

Nun lese ich derzeit u.a. das Buch von Isaacson: Steve Jobs, die Biografie. Abgesehen davon, dass dieses Buch etliche erhellende Details über Jobs enthält, die ich auch als gut informierter Apple-Fan noch nicht kannte, zeigt es, dass es ihm mehrfach gelungen war, intrinsisch hoch motivierte Teams zu bilden, denen außergewöhnliche Produktentwicklungen gelangen. Das betrifft den Macintosh, aber auch den NeXT-Computer, später iPhone und iPad. Ich finde das insofern erstaunlich, als Jobs, obwohl ein Mensch mit schwierigen Charaktereigenschaften, manchmal zuvorkommend und humorvoll, oft aber jähzornig und ungerecht, seinen Mitarbeitern offensichtlich das Gefühl vermitteln konnte, an wirklich bahnbrechenden Produkten zu arbeiten. Die schildern das so auch aus ihrer heutigen Sicht. Gut nachzulesen bei Andy Hertzfeld in dem Buch Revolution in The Valley: The Insanely Great Story of How the Mac Was Made (einige Anekdoten daraus finden sich auf der Website Folklore). Auch ein Podium nach dem Tod von Steve Jobs bestätigt das, u.a. mit Bill Atkinson, Andy Hertzfeld und Regis McKenna.

Es gibt ein ähnliches früheres Beispiel, vielleicht nicht ganz zufällig ebenfalls aus der Computerindustrie. Tracy Kidder schildert es in dem Buch Die Seele einer neuen Maschine. Vom Entstehen eines Computers über die Entwicklung der Eclipse MV/8000 von Data General, einem der ersten 32-bit Minicomputer in den 80ern.

Leider lassen sich aus den Beispielen keine Richtlinien ableiten, wie Teams mit so hoher IM zu bilden sind; ohne günstige Begleitumstände geht es wohl nicht. Immerhin hatte ich persönlich in einigen (natürlich viel kleineren Projekten) das Glück, solche Teams bilden und an spannenden Produkten arbeiten zu können (z.B. bei MODUS, dem KMMT und nicht zuletzt bei e-teaching.org). Ich kann nur allen (jungen) KollegInnen wünschen, solche Themen, Projekte und Teams zu finden, bei denen sie vergleichbar intrinsisch motiviert arbeiten können. Vielleicht ist es kein Zufall, dass es bei mir die praxis- und produktorientierten Projekte waren und weniger die Forschungsprojekte?

3 Kommentare »

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11. Dezember 2011 @ 19:13

[…] einer Biografie von Steve Jobs macht sich Joachim Wedekind in seinem Blog (hier) Gedanken zu der Frage, wie man es hinbekommt, dass Teams intrinsisch motiviert arbeiten. Er kommt […]

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31. Dezember 2011 @ 14:14

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3. Januar 2012 @ 13:42

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