#opco12 - Tablet Computing - die Zusammenfassung

Abgelegt unter: #opco12 — JoWe um 18:19 am 20.05.2012

Vom 7.5.12 bis 18.5.12 wurde im OpenCourse 2012 der Themenschwerpunkt Tablet Computing behandelt. Dies wird im Horizon Report als zweiter kurzfristiger Technologietrend betrachtet (deutsche Fassung, S. 16-20), obwohl Tablets eigentlich überhaupt erst seit zwei Jahren mit dem Erscheinen des iPad als Geräteklasse den Durchbruch geschafft haben (Tablet-PCs gibt es zwar schon deutlich länger, aber sie sind, wie Beat Döbeli klar gestellt hat, nicht direkt vergleichbar, ein Aspekt, der schon im Vorfeld des Online-Events aufgegriffen wurde: edaktik, brainbits).

Das Online-Event vom 9.5.12 mit Kurzstatements der Experten René Wegener (Uni Kassel) zu Tablets an Hochschulen bzw. Beat Döbeli Honegger (PHZ Schwyz) an Schulen liegt als Aufzeichnung vor, ebenso der Chat als Textdatei und die Folgediskussion in einem Pad. Die Diskussion wurde in bisher 32 Blogbeiträgen und mehr als 100 Tweets fortgeführt.

In etlichen Beiträgen werden die 5 Thesen von Beat Döbeli - meist zustimmend - diskutiert. In anderen wird die Rolle von Tablets in der persönlichen Lern- und Arbeitssituation reflektiert. Schwerpunkte lassen sich daraus schwer destillieren; deshalb der Verweis auf den Kursblog, wo die Beiträge im Original nachgelesen werden können.

Verweisen möchte ich auf drei Quellen, auf die ich durch die Beiträge geleitet wurde:
Das ist zunächst die Ringvorlesung zum Mobilen Lernen an der Universität Augsburg. Dort finden sich bisher die Folien zu den Vorträgen Mobiltelefone als kulturelle Ressourcen für das Lernen von Norbert Pachler bzw. Der Wandel der Rolle des Lehrenden durch den Einsatz mobiler Endgeräte in der Schule von Prof.Dr. Kerstin Mayrberger und André Spang.

Dass die Tablet-Diskussion nicht nur uns in der E-Community beschäftigt, zeigt ein Beitrag bei den Netzpiloten: Warum das iPad in deutsche Schulen gehört. Auf die Ausstattung der Schulen mit Tablets geht auch ein Brief der Direktorin der EKSD, Isabelle Chassot, ein, auf den ich über den Blog der Projektschule Goldau kam, in dem etliche Argumente aus der Diskussion unseres Online-Events auftauchen.

Zu der in meinem Blog etwas weiter geführten Frage 1:1 und BYOD noch zwei weitere Fundstellen: Carol Mortensen fasst die Erfahrungen aus einem Jahr BYOT im Schulalltag zusammen. In ähnliche Richtung argumentiert Maik Riecken, der den Vorschlag eines Vertrags mit Schülern, Eltern und Lehrkräften macht, der die Nutzung digitaler Endgeräte an der Schule regelt. Er meint, dass wesentliche Effekte nicht mit iDingens, sondern in der Kombinationen von iDingens mit kollaborativen Web2.0-Tools erzielt werden.

Zum guten Schluss noch der Hinweis auf Beat Döbelis Seiten zum 1:1 learning. Er hat dort Argumente für und gegen 1:1-Ausstattungen gesammelt. Außerdem gibt es dort eine Liste von 1:1-Projekten (derzeit 130; darunter werden Projekte verstanden, bei denen mindestens eine ganze Schulklasse innerhalb einer Schule jederzeit Zugriff auf einen persönlichen (Klein-)Computer - also nicht beschränkt auf Tablets - hat). Das Ganze ist als Wiki angelegt. Sie können sich also gerne an der Erweiterung der Argumentationssammlung als auch der Projektliste beteiligen!

Bedanken möchte ich mich nochmal bei den beiden Experten René Wegener und Beat Döbeli Honegger für ihre engagierte Beteiligung am Online-Event und der Diskussion danach! Die Diskussion zum Tablet Computing kann und soll gerne im Kursblog weiter geführt werden.

Wir hoffen auf weitere rege Beteiligung am OpenCourse 2012 ab dem 21.5.12 mit dem dritten Themenschwerpunkt Game Based Learning.

Joachim Wedekind

#opco12 - 1:1 und BYOD

Abgelegt unter: #opco12, OLPC — JoWe um 16:02 am 16.05.2012

In der Diskussion des Tablet Computing während des Online-Events des OpenCourse 2012 am 9.5.12 wurde ein wichtiger Aspekt angesprochen und diskutiert (angeregt von Beats Folie 3): BYOD (Bring Your Own Device; Pro und Kontra wird auch für Firmen diskutiert), manchmal auch noch breiter gefasst als BYOT (Bring Your Own Technology). Die Notwendigkeit einer 1:1-Ausstattung setzte ich hier mal voraus; deren Begründung/Diskussion möchte ich später nachschieben. Dies vorausgesetzt stellt sich dann die Frage, macht BYOD wirklich Sinn? Im Schul-/Hochschulkontext bedeutet es konkret, sich in entsprechenden Lehr-/Lernsituationen auf die Verfügbarkeit der notwendigen Geräte bei den Lernenden zu verlassen.

Ein verlockender Gedanke dabei ist, einfach mal anfangen zu können, ohne auf Investitionen des Schulträgers warten zu müssen. Aber: Was ist mit den Lernenden, die sich kein entsprechendes Gerät leisten können? Wir sprechen hier ja von Smartphones, Tablets, Netbooks, Notebooks usw., deren Leistungsfähigkeit einen Mindeststandard erfüllen (also WLAN-fähig, Programme/Apps für Mail, Social Media-Clients, Text, Bild, Video). Das haben nicht alle, schon gar nicht in Kindergarten (Beats Folie 1) oder Grundschule. Selbst an Hochschulen sind entsprechende Defizite auszugleichen. René Wegener berichtete von Leihgeräten an der Uni Kassel. Philipp Gebhardt weist aber zurecht darauf hin, dass damit Aufgaben nur verschoben werden: nämlich Eigenfinanzierung und Eigenadministrierung der Systeme. Gerade die Administration spricht wieder für einheitliche Ausstattung und speziell für Tablets (vgl. die ipadklassse). Wobei allerdings auch Cloud Computing ein Schritt zur Vereinheitlichung sein könnte.

Mich würden jedenfalls detaillierte Praxisberichte interessieren, wie BYOD im Alltag aussieht (ein Beginn ist mit Mandys Bericht BYOD am EduCamp gemacht). Gerade weil nicht 100% des Unterrichts plötzlich nur noch mit den digitalen Geräten bestritten wird, sondern diese punktuell, dort wo didaktisch sinnvoll, genutzt werden sollen - wie im Übrigen andere Unterrichtsmittel ja auch - ist die für Lehrende und Lernende problemlose Integration in das Unterrichtsgeschehen sicher zu stellen. Dabei wirkt das neuartige Interface der Tablets (Touchscreen, Frank Thissen hat in der Online-Diskussion darauf hingewiesen) eindeutig erleichternd.

Meiner Ansicht nach eröffnet die 1:1-Ausstattung mit gleichartigen Geräten  aber vor allem (abgesehen davon, dass unterschiedliche Geräte dann kein Statussymbol mehr darstellen) ganz neue Möglichkeiten für die Kooperation und Kollaboration von SchülerInnen bzw. Gruppen innerhalb und außerhalb der Schulen (vgl. auch Derndorfers Vortrag in Goldau). Es würde natürlich auch die Verfügbarkeit und den Austausch von Materialien erleichtern. Darin sehe ich u.a. den häufig nachgefragten didaktischen Mehrwert.

Ich gehe im Übrigen nicht davon aus, dass die Bildungsministerien der Länder, die 1:1-Ausstattungen vorantreiben, die notwendigen Investitionen nur deshalb tätigen, um modischen Trends zu folgen (wie etwa Uruguay mit OLPC/XO, Argentinien, Türkei oder Thailand). Es ist doch eher die Frage, ob dort nicht pragmatisch und konsequent und unbelasteter von Grundsatzdiskussionen als bei uns der Schritt in die globalisierte Wissensgesellschaft/Informationsgesellschaft vorbereitet wird.

En fertiges, schlüssiges Konzept zur 1:1-Ausstattung unserer Schulen habe ich nicht in der Tasche. Viele Details blieben zu klären. Zur Vertiefung empfehle ich das Themenheft 1:1-Ausstattung (Heft 81 der Zeitschrift Computer + Unterricht). Um heterogene Umgebungen mit privater Hardware in der Schule wird es auch beim 3. Workshop Lerninfrastrukturen an Schulen gehen im Rahmen der DeLFI 2012 an der FernUniversität Hagen (24.- 26.09.2012).

Update 27.05.12: Gary Stager hält BYOD für eine ganz schlechte Idee (BYOD – Worst Idea of the 21st Century?) und nennt dafür acht Gründe (nicht unwidersprochen, 71 Kommentare):

  • BYOD enshrines inequity
  • Real people don’t want a device
  • BYOD simplistically creates false equivalencies between any object that happens to use electricity
  • It is miseducative to make important educational decisions based on price!
  • BYOD narrows the learning process to information access and chat (when students aren’t being punished for either)
  • BYOD increases teacher anxiety
  • BYOD diminishes the otherwise enormous potential of educational computing to the weakest “device” in the room
  • BYOD contributes to the growing narrative that education is not worthy of investment

#opco12 - Tablet Computing - eine Zwischenbilanz

Abgelegt unter: #opco12 — JoWe um 21:45 am 13.05.2012

Seit dem 7.5.12 läuft der Themenschwerpunkt Tablet Computing im Rahmen des OpenCourse 2012. Schon vor dem Online-Event am 9.5. wurde das Thema in mehreren Blogbeiträgen aufgegriffen. Sie befassen sich u.a. mit der Abgrenzung der Tablets von anderen digitalen Geräten (edaktik, brainbits) und sprechen einen Aspekt an (Boller mit Verweis auf Hermes, brainbits), der auch beim Online-Event in Mittelpunkt rückte: BYOD (Bring Your Own Device). Interessant auch die Vision von Tablets im Chemieunterricht (superlehrer). Solche Beispiele, nicht als Vision, sondern möglichst erste Realerfahrungen wären interessant und wichtig. Wer kann sie bereits liefern?

Die Online-Veranstaltung begann mit zwei Kurzstatements der Experten René Wegener (Uni Kassel) zu Tablets an Hochschulen bzw. Beat Döbeli Honegger (PHZ Schwyz) an Schulen, denn wir setzten voraus, dass die TN im Vorfeld die angebotenen Materialien gelesen hatten. Es schloss sich eine intensive Diskussion im Textchat an (bis weit nach Ende der Veranstaltung), die dann in einem Pad fortgesetzt wurde.

Es kristallisierten sich zwei Themen heraus, die auch in Blogbeiträgen weiter geführt wurden: 1:1-Ausstattung oder BYOD sowie didaktische Konzepte für Tablet-Nutzung. Ein Punkt bei BYOD ist die Wahrung der Chancengerechtigkeit (vgl. sonjalearning, distancelearninggarden, medienberater). Mehrfach wurden didaktische Konzepte für die Tablet-Nutzung angemahnt (letztlich bezog sich das aber praktisch immer auf m-Learning). whriesenbeck spricht vom Lernen auf dem Silber-Tablet. Das ist sicher ein Aspekt, der weiterer Vertiefung bedarf. Mir selber ist das häufig zu sehr eingegrenzt auf Mobilität und soziale Medien. Es gab und gibt auch etablierte Nutzungsformen, die durch die 1:1-Verfügbarkeit von Tablets neue Relevanz erhalten.

Für alle, die sich über didaktisch begründete Nutzungsszenarien Gedanken machen, kommt das Vortragsmanuskript von Gabi Reinmann gerade recht: Tablets, Apps und das Internet der Dinge. Der Untertitel Der weite Weg von der technischen Invention zur didaktischen Innovation charakterisiert treffend die Problemlage und einen der Schlusssätze kann ich nur unterstreichen: … die Einsicht, dass Produktinnovationen etwas anderes sind als soziale und damit auch didaktische Innovationen, dass Forschung mit dem Ziel, Innovationen hervorzubringen, anders laufen muss als Forschung mit dem Ziel, Hypothesen zu überprüfen und Theorien zu entwickeln. Gabis Text sei hiermit dringend zur Lektüre empfohlen!

Wir sind gespannt auf die Fortführung der Diskussion!

#opco12 - Moderatorensicht

Abgelegt unter: #opco12 — JoWe um 17:46 am 12.05.2012

Ich hatte das Vergnügen, die dritte Online-Veranstaltung des OpenCourse 2012 zu moderieren zum Thema Tablet Computing, das mich ja auch persönlich sehr interessiert (vgl. meine Beiträge hier oder hier). Wie schon die beiden vorangegangenen Veranstaltungen war die Resonanz mit wieder durchschnittlich über 160 Teilnehmenden sehr gut (bei 1400  angemeldeten TN also immerhin 12% live dabei!).

Das Thema hatte mehrere spannende Aspekte, die lebhaft diskutiert wurden (worauf ich hier inhaltlich noch gar nicht eingehen möchte), sogar noch einige Zeit nach offiziellem “Sendeschluss”. Das Chatprotokoll füllt immerhin 12 engbedruckte DIN A4-Seiten und Beat Döbeli hat die Diskussion dann noch in einem Edupad weiter geführt. Soweit alles erstmal eindrucksvoll und bestens.

Und was hat das nun mit der Moderatorensicht zu tun? Nun, wie ich schon in der Sitzung zu Mobile Apps anmerkte (bei der ich ja nur als Gast ohne Funktion dabei war): Metaaspekt: habe heute eklatante Probleme Igel/Göcks zuzuhören und Chat zu verfolgen; die laufen inhaltlich nicht parallel! Dieses Mal ging es mir wieder so und ich hatte mehrmals die Befürchtung, dass mir bei gleichzeitigem Zuhören der Referenten und dem Durchlesen der Chatbeiträge wichtige Aspekte entgingen, die ich somit auch nicht bündeln und an die Diskutanten weitergeben könne. Nun, die Lektüre des Protokolls hat mich etwas beruhigt. Wesentliches ist mir wohl nicht entgangen; die Referenten haben auch eigenständig mitgelesen und reagiert, so dass auf ziemlich alle eingegangenen Fragen und Kommentare reagiert wurde.

Ok, soweit Glück gehabt, trotzdem Notiz an uns (das opco12-Orgateam): Die Moderation besser zu zweit machen!