L3T’s WORK - Visionen zur Zukunft von Lern- und Lehrmaterialien
Auch wenn andere mal wieder viel schneller waren - wie Peter mit seiner ausführlichen Zusammenfassung und Wertung - und auf die Gefahr hin, Dinge zu wiederholen: Der L3T’s WORK (shop) war so gut und inspirierend, dass ich einfach ein paar Aspekte ansprechen muss. Ich hatte ja auf der Hinreise schon getweetet Jetzt auf dem Weg zu #l3t Workshop in Bad Reichenhall. Freue mich auf Personen und Inhalte - in dieser Reihenfolge. Die Retweets zeigten, dass es anderen auch so gegangen ist. Und die Erwartung wurde nicht enttäuscht! Für mich war es eine inspirierende Mischung aus einigen alten Bekannten, erstmaliges Treffen virtueller Bekanntschaften und etlicher mir ganz neuer Namen und Gesichter. Das lag auch daran, dass es eine Mischung von Personen war, die eben nicht nur zu meiner engeren Community gehörten, sondern aus ganz anderen Arbeitsfeldern kamen.
Das zeigte sich sehr ertragreich bei der Bildung von Kleingruppen (ähnlich der World Café Methode), bei denen die unterschiedlichen Interessengruppen ihre Trends für die nächsten 5 Jahre formulierten. Bis auf die Politik waren mit dabei: Autoren, Lehrende, Lernende, Verlage, Bildungseinrichtungen und Hersteller. Allerdings waren es wohl vielfach mehr Wünsche als realistische Trends, die da formuliert wurden. Jedenfalls meine Einschätzung, wenn z.B. Verlagsvertreter von Plattformunabhängigkeit reden, Lehrende von der Durchdringung mit (standardisierten) iDevices, Bildungseinrichtungen vom Bottom Up-Druck, Lernende vom uneingeschränkten Zugriff auf Lernmaterialien, die Autoren von neuen Dienstleistungen in der Vertriebskette oder die Gerätehersteller von “content driven device development”.
Beim Marktplatz der Visionen ging es dann weniger um erwartete Entwicklungen, als um gewünschte Szenarien. Leider fand mein 1:1. ab 1 (also 1:1-Ausstattung ab Klasse 1) keine UnterstützerInnen. Da ich mit meinem Lieblingsthema inzwischen mehrfach aufgelaufen bin, muss ich mir doch mal andere Einstiegsthesen und Begründungen einfallen lassen, denn offensichtlich halten viele dieses Thema für rein technikgetrieben, was es aus meiner Sicht allerdings nun gar nicht ist.
So habe ich mich der Gruppe L3T 2.0 angeschlossen (naja, Gruppe ist auch da leicht übertrieben; Martin und ich haben sie gebildet, aber wir haben uns dadurch sehr intensiv und konstruktiv unterhalten können). Zwar habe ich L3T 1.0 einigermaßen kontinuierlich verfolgt, aber es war sehr, sehr lehrreich, weitere Details über Vorgehensweisen, Hindernisse, Bedeutung des Marketing und Sponsoring zu erfahren. Natürlich haben wir dann Überlegungen zur Realisierung der Version 2.0 angestellt, die so konkret ausgefallen sind, dass das Plenum diese als sehr realistisch und wünschenwert eingestuft haben, so dass es bei der Gesamtbewertung zum Spitzenplatz gereicht hat. Ich hoffe, Sandra und Martin empfinden das als starke Rückendeckung, um dran zu bleiben … meine Unterstützung sollen sie diesmal haben.
Allerdings ist ja die Bewertung der Szenarien sehr mit Vorsicht zu genießen - ich verweise auf Peters ausführliche Darstellung (3) Verwirklichung/Praxis. Hier wäre einfach mehr Zeit nötig gewesen - und viele hätten diese auch aufgebracht (vgl. Guido Hornig und etliche Tweets).
Im Rahmen des ausgezeichneten freitäglichen Abendessens im Restaurant Salin fand schließlich der Wett(bewerb) L3T’s bet! statt, bei dem konkrete Thesen (für die es konkrete Prüfkriterien gibt) durch das Setzen von Jetons über die zukünftige Entwicklung der Bildungsmedien bewertet werden sollten. Bei dem Zeithorizont 6, 12, 18 Monate bzw. noch später oder nie werden wir also in entsprechenden Zeitabständen von einer unabhängigen Jury erfahren, wer sich als kompetenter Zukunftsforscher qualifiziert haben wird.
Interessant finde ich im Übrigen, dass die Trends des Horizon Report 2012, die wir im OpenCourse 2012 thematisieren, bei diesem Workshop kaum oder gar keine Rolle gepielt haben. …
Viele inhaltliche Details wären noch berichtenswert; ich gehe aber davon aus, dass auch andere darüber berichten und auf der L3T’s WORK-Seite die Ergebnisse ausführlich dokumentiert werden. Bleibt mir abschließend zu sagen, dass die (im wahrsten Sinne des Wortes, gell Familie Schön!) familiäre Atmosphäre, die intensive Arbeit, die durchgängig kreative und inhaltsbezogene Vorstrukturierung der Arbeit bei gleichzeitiger Offenheit für die Inputs der TN (man merkt den erwachsenenbildnerischen Hintergrund des Teams) mir ein Gesamterlebnis beschert haben, wie ich es bisher (mit vielen Jahren Tagungserfahrung) selten erlebt habe. Nochmals Gratulation und Dank an das Team um Sandra und Martin, verbunden mit der Hoffnung, dass es vielleicht eine Fortsetzung in der einen oder anderen Form geben kann.
aus der Pressemitteilung: Dass sich das Treffen auch aus Sicht der Teilnehmer gelohnt zu haben scheint, zeigte sich auch in den angeregten Unterhaltungen beim Abschiedsumtrunk – einige taten sich sichtlich schwer, die Gespräche zu beenden und die Heimreise anzutreten.