falsche Überschrift
Unter dem Titel Studieren im Web 2.0 haben Bernd Kleimann et al. eine sehr interessante Studie vorgelegt (durchgeführt von HIS und MMKH), in der die Frage im Mittelpunkt steht
wie die deutschen Studierenden den Einsatz von E-Learning in der Hochshullehre einschätzen und welchen Einfluss die aktuelle Generation des Internet mit ihren Anwendungen (Web 2.0) auf die Entwicklung netzgestützter Lehr- und Lernformen an den Hochschulen hat.
Allerdings finde ich die Überschrift etwas irrreführend, denn die Studie zeigt eigentlich sehr deutlich, dass die Studierenden im Web 2.0 weniger studieren, denn kommunizieren. Sie nutzen in hohem Maße Netzwerke, die dann auch, um sich über Studienangelegenheiten auszutauschen (immerhin 34%). Die Nutzungshäufigkeit von Wikipedia und anderen Informationsplattformen halte ich nun allerdings nur bedingt für Studieren. Dazu zähle ich denn doch eher die Recherche und das Lesen von Originalliteratur (die ja im Netz auch zunehmend zugänglich wird bzw. an die wir unsere Studierenden gezielt führen sollten) und nicht das Arbeiten mit Enzyklopädien.
Die Antworten zum eigentlichen E-Learning sind eher ernüchternd. Die Angebote der Hochschulen haben sich seit 2004 nur sehr moderat erhöht und die Nutzung konzentriert sich auf lehrveranstaltungsbegleitende Materialien (93%), weniger auf interaktive Angebote (22%) oder (teil)virtuelle Veranstaltungsformen (< 5%). Was nun das eigentliche Web 2.0 betrifft, so werden Wikis geschätzt und auch genutzt (wobei aus den Zahlen die Kopplung an bestimmte Lehrveranstaltungen nicht hervorgeht). Andere Formen sind bisher sehr randständig (Blogs 6%, E-Portfolios 12%).
Wie gesagt, trotzdem spannende Zahlen, auch wenn ich nach dem Titel mit einer Erwartung drangegangen bin, die nicht erfüllt wurde. Bis im Web 2.0 wirklich studiert wird, bleibt noch einiges zu tun …







