Halbzeit bei CCKO08
Die ersten zwei Wochen des Kurses CCKO08 (Connectivism and Connective Knowledge Online Course) hatte ich wegen externer Termine verpasst. Dann habe ich versucht, Versäumtes nachzuholen und mich in den Kurs einzuklinken (inzwischen läuft der Kurs schon in der sechsten Woche; eine Zwischenbilanz gibt George Siemens in einem 12-Minuten Video). Ich muss gestehen, das ist mir extrem schwer gefallen. Vielleicht liegt es daran, dass ich mit “klassischen” Erwartungen eingestiegen bin, denn ich wünschte mir eine strukturierte Einführung in den Konnektivismus bzw. in den aktuellen Stand dieses von den Urhebern als Lerntheorie bezeichneten Konzepts. Die habe ich nicht gefunden und sehe dafür zwei Gründe.
Zunächst ist das Angebot trotz der eigentlich klaren Vorstrukturierung einfach zu groß und zu unübersichtlich, als das ich mit meinem zugegebenermaßen begrenzten Zeitbudget mich darin zurecht finden würde (allein die von den Stephen Downes täglich verschickten Kursinfos sind schon erschlagend). Jenny Mackness hat das treffend auf den Punkt gebracht mit der Frage Is this a course or something else?:
Overall comment: I think Stephen and George could choose another way to describe this experience rather than use the word ‘course’. The word ‘course’ has many traditional connotations that do not seem to fit what they are trying to do here. They could then make it explicit what they are trying to do in terms of introducing a new learning experience. For example, they could have a list of things that you should NOT expect from this learning experience (e.g. tutor support) and a list of things that you SHOULD expect - e.g. to make your own choices about how you will connect to people to find the information you need, to determine your own curriculum, to determine your own assessment criteria, to determine your own assessment methods, to determine your own success criteria, to set your own priorities, to order you own learning environment etc. - whatever it is that they see as the key learning elements. Isn’t this what Ausubel calls ‘advance organisers’?
When I joined the course I wanted to learn about Connectivism, it seems that I am living it, that’s what this experiment is about. Maybe in eight weeks I will appreciate what I am learning and all this effort will acquire value.
Ein zweiter Punkt dürfte darin liegen, dass es keine ausgereifte Theorie ist, die als state-of-the-art vermittelt werden könnte, sondern ein Ansatz (und zwar ein interessanter), der der weiteren Ausreifung, der intensiven Kritik und Diskussion (selbst Downes und Siemens sind sich ja in einigen Punkten nicht einig) und auch der Konfrontation mit der Praxis (das soll im zweiten Teil des Kurses noch kommen) und begleitender Untersuchungen bedarf. Die Diskussionen innerhalb des Kurses können durchaus schon dieser Weiterentwicklung dienen und werden von Downes und Siemens auch so bewertet. Sich darin aktiv und produktiv einzuklinken übersteigt mein Zeitbudget. Ich habe aber fest vor, wenigstens meine Beobachterposition auch die nächsten sechs Wochen durchzuhalten.
Mich würde interessieren, wer sonst noch diesen Kurs mit welchem Ziel, wieviel Aufwand und Ertrag verfolgt.