Twitter Gewitter

Abgelegt unter: Allgemein — JoWe um 11:33 am 18.09.2009

Jetzt bin also auch dabei - beim Twittern (zu finden als jowede; und war dann erstmal irritiert/amüsiert, wie offensichtlich treffend Biancas Comic-Konterfei von mir ausgefallen ist). Anlässlich der Tagung E-Learning 2009 besorgte ich mir den Account, um am tagungsbegleitenden Twittern teilnehmen zu können, schließlich war dort eine tagungsbegleitende Twitter-Wall angekündigt worden.

Der Einstieg war schon mal überraschend. Kaum hatte ich mich angemeldet, hatte ich schon den ersten Follower (war - eigentlich wenig überraschend - cspannagel). Binnen weniger Stunden waren es schon zwei Dutzend. Das erhöht den Druck, aktiv zu werden, denn Follower erwarten ja was … oder nicht?

Getwittert wurde dann auch auf Teufel komm raus. Die “offiziellen” Tagungsinfos sind nachzulesen unter berlinEL09, interessanter und umfangreicher allerdings sind die Beiträge der Tagungsteilnehmer unter bel09. Die Statistik ist schon mal beeindruckend. Obwohl sich ein bekanntes Phänomen wiederholt: 8% der Twitterer produzierten 52% der Tweets.

Auf dem Tagungsgelände selbst war das Twittern allerdings nicht allzu präsent, die “Wall” eher unscheinbare Monitore. Mitbekommen hat man es eigentlich nur, wenn man selbst mit drinne war. Auch den Vortragenden, egal ob Keynoter oder in den Sessions, blieben diese Infos in Realtime vorenthalten.

Ganz praktisch wurde es für mich selbst dann während der ersten beiden Keynotes des ersten Tages. Da brach ein regelrechtes Twitter-Gewitter über mich herein … Im Wesentlichen kamen Beschwerden, dass Hesse das Publikum unterschätze und nur Altbekanntes erzähle. Ich fand dabei manche Tweets leicht unter der Gürtellinie (nicht nur bei diesem Beitrag) und wenig hilfreich, da die Organisatoren, geschweige denn die Redner, dies in Echtzeit aufgreifen und reagieren konnten. Dafür müsste erstmal ein neuer, produktiver Weg der Moderation gefunden werden, denn allein die Tweets parallel einzublenden garantiert nicht mehr Interaktivität in einer solchen Veranstaltungsform. So hatte es denn eher den Charakter eines Ventils (für Unzufriedenheit).

Die vielen Hinweise, wer gerade wo welchen Vortrag hört, hatten für mich auch eher Ablenkungscharakter denn Informationswert. Aber natürlich waren auch viele interessante Hinweise dabei, z.B. Links zu verfügbaren Zusatzinfos, Begriffsklärungen u.ä. Ich für meine Person habe aber gemerkt, dass die schiere Menge laufend eintrudelnder Tweets doch einiges von meiner Aufmerksamkeitskapazität abzweigt. Vielleicht sagt es ja was über die Qualität der Keynotes vs. die Papersessions, dass ich deswegen nur bei den Keynotes mitgzwitschert habe, ansonsten den Vortragenden meine volle Aufmerksamkeit zukommen ließ.

Nach Ende der Tagung habe ich mich gefragt, was denn dieses Tagungsgetwittere den Teilnehmenden vor Ort gebracht hat und was könnte es denen gebracht haben, die von draußen zugeschaut haben, weil sie nicht dabei sein konnten. Meine Gespräche vor Ort zeigten jedenfalls ein sehr diffuses Bild, von “naja, ganz witzig” über “ausbaufähiges Experiment” bis zu “nur so kommen wir zu interaktiveren Tagungen”. Ich plädiere also auch für experimentellen Ausbau. Für Externe kann es wohl tatsächlich, insbesondere in Kombination mit den Streams, einen intensiveren Eindruck vom Tagungsgeschehen und der Stimmung vor Ort vermitteln; nicht schlecht, wenn es so als Werbung für die nächste Tagung wirkt.

Als nächtes bin ich gespannt, ob das Twittern in meinem Arbeitsalltag eine Bedeutung gewinnt. Mal sehen - einigen interssanten Personen folge ich ab jetzt.

12 Kommentare »

Pingback von M:blog » Blog Archiv » Eindrücke zur eLearning 2009 in Berlin

18. September 2009 @ 11:43

[…] zur der Tagung geben Gabi Reinmann, Michael Kerres und Mandy Schiefner mit Matthias Rohs sowie Joachim Wedekind. Bilder von der Tagung finden sich auf der Tagungshomepage und auch bei thbernhardt bei flickr. […]

Pingback von Bloghauszweinull » Archiv » E-Learning 2009 in Berlin

18. September 2009 @ 14:23

[…] Joachim Wedekind fast ganz gut die Eindrücke zur TwitterWall zusammen, die auf der Tagung vorhanden war. Ich muss zugeben, gerade bei der Podiumsdiskussion musste ich doch dem Getwittere am Notebook folgen – die Anzeige der Twittereinträge auf der Konferenzleinwand war leider viel zu klein und die Kommentare aber durchaus gut und inspirierend. […]

Kommentar von Bruce Spear

18. September 2009 @ 15:19

When I started, I, too, found myself having to learn how to twitter: not only to write in 140 characters, but trying to figure out if this form was about expression, communication, networking, and so forth. In my “How We Twitter” post, http://englishforpros.wordpress.com/2009/01/22/how-twitter/ I outline how my students and I learned how to offer links and support in the classroom context, and to do that we conducted a short content analysis.

During the past week I’ve been conducting a content analysis of #bel09 and #vle and find that, to answer your question, the quality of the twitter posting may well depend on how well a group is focussed and prepared on specific topics.

The strength of the #vle stream to a large extent derives from the extensive discussion on a specific theme via published we articles and blogs as well as its scholarly nature: the question of “the VLE is dead” appears here as a matter of debate.

The limits of the #bel09 stream have to do with its unfocussed attention to a very chaotic program design and where most presentations are monographs or of projects people have invested in and are looking for approval and not, as with the Brits, issues that remain to be resolved.

More generally, I think there is a huge difference in the communications context and protocols. The program of the #vle debate featured 20 minute presentation and 70 — SEVENTY — minutes of discussion; the #bel09 program featured very little room for discussion, throughout, and most notably, at the very end where it seemed the last plenary session was designed to preclude audience discussion.

I think this is a difference of cultures. I think there are many communities in Germany where everyone gets to speak, but it is my impression that the GMW/DELPHI community is a rather top-down affair, strong on marketing CMS systems and institutional programs in competition for BMBF and other resources and week on bottom-up participation …. and things like twitter work best when there is support for bottom-up participation.

I think this is in part a generational thing, where a number of the established professors of my older generation in the GMW say they think twitter is trivial and do not spend might time with it, but as we saw this past week, lots of younger people have learned to use it to listen to what others are saying, especially when others offer critical analysis of the powers-that-be, and to engage others in the hope of finding like-minded souls.

For effective use of twitter, by the way, one of the people I’m following offered this I think very thoughtful and useful guide to “filtering”: http://ideasandthoughts.org/2009/09/14/dealing-with-myour-attention-and-information-issues/ . I will be curious to know what you think of it!

Thanks for your comment and offering this opportunity to reply!

All the best,

Bruce

Pingback von » E-Learning 2009 Saskia Kepp’s Blog

18. September 2009 @ 16:59

[…] Weitere Eindrücke von anderen Tagungsteilnehmern gibt es natürlich auch, z.B. hier, hier, hier und hier. […]

Pingback von Der etwas andere Tagungsrückblick « Sandra in the Sky

18. September 2009 @ 23:38

[…] will, kann dies z.B. bei Gabi (Teil 1 und Teil 2), Mandy und Matthias, Michael Kerres oder Joachim Wedekind […]

Pingback von Gemeinsamer Gedankenaustausch – E-Learning 2009 Nachlese « chrisp’s virtual comments

20. September 2009 @ 22:47

[…] beschäftigt die Verwendung von Twitter auf dieser Tagung noch die Gemüter, wie man zum Beispiel hier und hier und hier nachlesen kann. Ein paar Gedanken zur Verwendung von Twitter auf Tagungen aus […]

Pingback von DeLFI09 – meine Eindrücke und Twitter-Erfahrung um #bel09 « Mediendidaktik 2.0

21. September 2009 @ 12:40

[…] Verpfelgungsmangel am Pre-Conference Tag als auch die beiden Keynotes am ersten Konferenztag ein Twitter-Gewitter aus. In den zahlreichen Tweets wurden kollektiv auch meine Wünsche und Erwartungen in die Welt […]

Pingback von die ständige reise » Konferenzzwitschern

24. September 2009 @ 16:09

[…] der hohe Anteil von Twitter an der Kommunikation. In den Blogs von Michael Kerres, Gabi Reinmann, Joachim Wedekind, Mandy Schiefner und Britta Voß gibt es bereits verschiedene Statements dazu, denen ich jetzt noch […]

Pingback von M:blog » Blog Archiv » Partizipation auf Tagungen…Herausforderung Podiumsgespräch

3. Oktober 2009 @ 16:24

[…] Tagungsformaten auch Anregungen für Tagungsgestaltungen geben (z.B. die Gedanken dazu von J. Wedekind, C. Spannagel oder J. Hochberg und die mittlerweile zahlreichen […]

Pingback von Evaluationsblog E-Learning 2009 » Blog Archiv » Erweiterter Überblick über die Rückblicke

8. Oktober 2009 @ 17:54

[…] Twitter Gewitter von Joachim Wedekind (18.09.2009) […]

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