Das Warten auf den Durchbruch
Letzte Woche nahm ich an der Herbsttagung 2009 der Kommission Medienpädagogik in der DGfE in Dortmund teil. Mandy hat dazu schon Kommentare geschrieben. Ich möchte hier einen Einzelaspekt aufgreifen, der sich interessanterweise sowohl in allen drei Keynotes fand, als auch in einem Abschnitt IKT in der Schule in der internationalen Delphi-Studie 2030, die vor wenigen Tagen im Vorfeld des Vierten Nationalen IT-Gipfels in Stuttgart (8.12.09) vorgelegt wurde.
Da wird dann durchgängig festgestellt (und bemängelt), dass die IKT-Ausstattung deutscher Schulen im internationalen Vergleich deutlich hinterher hinkt. Allerdings ist gute Ausstattung alleine kein Indikator für adäquate Nutzung, wie Rune Krumsvik am Beispiel Norwegens (mit praktisch 100%er IKT-Ausstattung) erläuterte, wo dies längst nicht mit ihrer häufigen Nutzung korreliert. Hinsichtlich der Medienkompetenz (der Lehrenden als auch der Lernenden) - dem Begriff der dabei durchgängig auftauchte - wurde ein Problem zwar angerissen, aber nicht vertieft, nämlich der fachgebundene Einsatz von IKT im Verhältnis zu fächerübergreifenden Ansätzen, wie sie z.B. das von Moser (PH Zürich) präferierte dispositionsorientierte Modell impliziert.
Ich glaube allerdings, dass gerade der fachgebundene Einsatz ausschlaggebend sein wird für die für die nahe Zukunft prognostizierte Alltäglichkeit der IKT in der Schule. Dafür gibt es durchaus mehr Beispiele, als einigen Diskutanten bewusst gewesen sein mag, an die angeknüpft und auf die aufgebaut werden kann.
In der genannten Delphi-Studie finden sich allerdings nur lapidare Sätze zu Ausstattungs-fragen aber praktisch keine Hinweise, wie damit gearbeitet und gelernt werden kann:
Auch in Deutschland ist die Notwendigkeit für einen Einsatz von elektronischen Endgeräten in der Schule erkannt. So hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) jüngst erklärt, dass jeder Schüler einen Laptop braucht, um den richtigen Umgang mit diesem Medium zu erlernen … Bereits für den Zeitraum 2015 bis 2019 schätzt ein Großteil der Experten, dass ein elektronisches Endgerät elementarer Bestandteil des Unterrichts sein wird. Hierfür ist jedoch von enormer Bedeutung, dass sich die Schulen und Lehrer mit den neuen Medien vor deren Einsatz intensiv auseinandersetzen.
Soviel in einer Studie mit dem Zeithorizont 2030. Da waren die Diskussionen zwischen Medienpädagogen und Mediendidaktikern auf der Herbsttagung doch konkreter und von dem Bemühen getragen, zeitnahe Lösungen zu erarbeiten.