PowerPoint: Macht und Einfluss eines Präsentationsprogramms
PowerPoint ist aus heutigen Vorträgen nicht mehr wegzudenken, auch nicht an Hochschulen. Selbst an Schulen wird schon die Verwendung von PowerPoint unterrichtet. Dabei ist seine Verwendung nicht unumstritten. Bekannt ist Tuftes Fundamentalkritik: PowerPoint Is Evil. Sie wird in einem aktuellen Buch an mehreren Stellen aufgegriffen. Es ist der von Coy & Pias herausgegebene Band PowerPoint: Macht und Einfluss eines Präsentationsprogramms. Er geht die Gesamtthematik aus Sicht der Informatik, Medien-, Kunst- und Kulturwissen-schaften an.
Das ist spannend weil manche Eigenheiten von PowerPoint und ihre Wirkung auf die konkrete Werkzeugnutzung herausgearbeitet werden (Beiträge von Pias bzw. Müller-Prove). Von Bieber wird die unter-schiedliche öffentliche Debatte in USA und Deutschland über den Wert von PowerPoint zusammen gefasst (da kommt Tufte wieder ins Spiel). Für mich war Pflügers Beitrag zur Rhetorik der Präsentation besonders instruktiv. Wohl auch deswegen, weil er mir bekannte Beispiele einbaut, an denen er die innovative Nutzung der visuellen Elemente im geeigneten inhaltlichen Kontext illustriert. Nake kommt in seiner anekdotischen Darstellung zu dem abschließenden ketzerischen Gedanken “… die Befreiung des Netzes von all den unsäglichen PowerPoint-Präsentationen, die dort herumlungern, als wären sie dafür entstanden, nicht für die Rede”.
Meine Leseempfehlung möchte ich abschließen mit den Links zu einigen der Beispiele mit “gegen den Strich” verwendetem PowerPoint:
- Der berühmte Vortrag von Lawrence Lessig zum Thema Free Culture, typisch für das, was auch Lessig Method of Presentation genannt wird.
- David Bourne von den Talking Heads hat 2005 in einer McLuhan Lecture PowerPoint in Grund und Boden dekonstruiert (Hensel): Envisioning Emotional Epistemological Information
- Karl Fischs Did you know, das auch in etlichen anderen Formaten erhältlich ist.
Update 8.2.10: Die ZEIT entdeckt Prezi; darin ein nettes Zitat: Die schönste Umschreibung für Powerpoint-Präsentationen habe ich neulich von einem Kommunikationswissenschaftler gehört: »Gedanken in Brühwürfeln«.