Bildungsportale
Am 07. – 08.12.2006 veranstalteten wir an unserem Institut den Workshop „Bildungsportale“. Als Organisatoren der Veranstaltung waren wir eigentlich mit der Qualität der Beiträge und den von ihnen ausgelösten Diskussionen ganz zufrieden – und wohl auch die Teilnehmenden, soweit sie dies in ihren Blogs bereits gewertet haben (Sporer, Heinen, Schmidt). Das Unpräzise des Begriffs „Bildungsportal“ hatte die (spannende) Folge, dass die Entwickler und Nutzer sehr unterschiedlicher Portalformen zusammen kamen (z.B. lehrer-online, ZEIT Campus, e-teaching usw.) und deshalb sehr unterschiedliche Sichten ausgetauscht wurden. Die Folien zum Workshop sind jetzt übrigens online.
Auch wenn der Begriff Web 2.0 erst in einem Abschlusspanel (zu Trends der Portalentwicklung) explizit thematisiert wurde, so zog sich der Begriff doch von Anfang an durch alle Präsentationen und Diskussionen. Bildungsportale sind nun mal in aller Regel Top-Down geplant, redaktionell betreut und (im positiven Falle) qualitätsgesichert durch formative Evaluationsmaßnahmen. Portale haben meist klar definierte Adressaten. Im Grunde sind alle beim Workshop vertretenen Portale so zu charakterisieren und damit stehen sie zunächst im Gegensatz zu Bottom-Up-Initiativen wie Blogs und Wikis. Diese werden von Mitgliedern einer Community für ihre Community betrieben. Auch die Finanzierung sieht entsprechend unterschiedlich aus. Hinter (den vorgestellten) Portalen stehen öffentliche Geldgeber, Verlage oder Vereine und sie benötigen zum Teil beträchtliche Summen für Entwicklung und Betrieb. Blogs und Wikis dagegen werden zumeist als Low-Budget-Projekte von Privatpersonen oder Vereinigungen getragen (ein Punkt, der Gabi Reimann besonders interessiert).
Die Portalvertreter betonten allerdings durchgängig, dass sie ihre Adressaten einbinden und in Communities of Practice aktivieren wollen und dazu entsprechende Komponenten (also Blogs, Foren usw.) in ihre Portale integrieren wollen Sind sie damit schon auf dem Weg ins Web 2.0?