A/V-Boom?
Nach einigen Tagen Urlaub steht das Aufarbeiten der aufgelaufenen Informationen an. Tweets nachlesen geht schon mal gar nicht; es sind einfach zu viele. Bei RSS-Feeds wirds auch mühsam. Was mir aufgefallen ist (auch wenn ich dazu keine Strichliste angelegt habe): Es gibt immer mehr Audio- und Videobeiträge, auf die per Tweet verwiesen wird oder die direkt in den Blogs angeboten werden. Ich habe damit ein Problem.
Nach jahrelanger Praxis kann ich schriftliche Dokumente relativ schnell überfliegen, auf Relevanz für mich überprüfen, Argumentationsstränge nachvollziehen und bei Bedarf Passagen exzerpieren oder speichern. Bei den Audio- und Video-Beiträgen kann ich das nicht. Da bin ich gezwungen, alles von vorne bis hinten anzuhören/anzusehen; wenns wirklich wichtige Passagen sind womöglich mitschreiben. Für mich widerspricht das dem schnellen Medium. Gut, bei YouTube kann ich im Prinzip durchscrollen, dann aber nur am Bild orientiert. Bei den Webaudios gibt es i.d.R. keinen schnellen Vorlauf mit Ton - obwohl ich mich erinnere, dass auf der DeLFI 2006 eine Studie vorgestellt wurde, dass bei bis zu dreifacher Ablaufgeschwindigkeit der Sinngehalt noch erfassbar sei.
Aber letztlich ist es eben eine Form der linearen Rezeption in Echtzeit (die ich meistens nicht habe bzw. aufwenden kann und will). Da hilft es dann auch wenig, wenn z.B. der geschätzte Herr Larbig bei seinem neuesten Audiobeitrag anmerkt, dass auf jeden Fall die letzten 2:30 (von insgesamt 17) Minuten wirklich angehört werden sollten.