Social Software & E-Learning

Abgelegt unter: Fachliches, Lesestoff — JoWe um 22:57 am 12.01.2007

In einem kurzen aber anregenden Paper “Social Software & E-Learning” fragt Peter Baumgartner wie Social Software in formale Bildungsarrangements integriert werden kann. Er sieht die Schwierigkeit darin, diesen speziellen Softwaretypus (den er übrigens recht eng fasst; Wikis und Podcasts gehören bei ihm streng genommen gar nicht dazu) gemäß ihrer zentralen Charakteristik einzusetzen, nämlich zum “Verknüpfen von Menschen mit gleichen Interessen”. Er formuliert dann 5 Leitsätze, die ihren Einsatz auch für formale Bildungssettings motivieren und konstruiert Situationen, in denen sie in Curricula integriert werden kann. Die kann ich nachvollziehen, aber sie stellen für mich nicht einmal den Regelfall der Nutzung dar.

Für mich bieten die entsprechenden Tools interessante Möglichkeiten, die ich nutzbringend auch in meinem traditionellen formalen Lernsetting nutzen kann. Also ich verwende mein Blog schlicht zur Organisation meines Seminars und das klappt prima. Natürlich sind meine Studis nicht durchs Bloggen zusammen gekommen sondern durch Anmeldung zu meinem Seminar. Dabei unterstelle ich mal, dass sie neben dem Scheinerwerb ein gemeinsames Interesse am Seminarthema mitbringen. Für mich als Kursanbieter ist die Verfügbarkeit niedrigschwelliger Tools einfach hilfreich und die Studis haben einen direkten Mehrwert ohne dass gleich eine semesterüberdauernde Community draus werden muss. Ach ja, zu Semesteranfang kannten übrigens die wenigsten Blogs, Wikis usw. Nur beim Stichwort YouTube konnten fast alle mitreden. Langer Rede kurzer Sinn: Für mich erweitert sich mein Methodeninventar und indem ich es anwende erweitert es gleichzeitig das meiner Studis.

Keine Frage, Medienkompetenz entwickeln, um so arbeiten zu können wie von Peter skizziert, ist sicher unabdingbar. Diese Arbeitsform wird aber nicht die Standardform sein können, denn z.B. jedes Semester zu wechselnden Themen “statt von Publikaktion zu Publikaktion, von Publikaktion zu Person(en) zu recherchieren” setzt eigentlich voraus, dass es da draussen genügend Interessenten dafür gibt, in den Bildungsprozess der Recherchierenden einzutreten. Deren Existenz ist aber auch nicht vorauszuplanen.

3 Kommentare »

Kommentar von Andreas_Auwaerter

15. Januar 2007 @ 17:12

Hallo,

der obige Text und sowohl die Disskussion hier als auch bei Jochen Robes http://www.weiterbildungsblog.de/ regt mich nun zu einem Kommentar an. Vielen Dank hierfür und “dortfür” ;-)

Natürlich ist das hier darhestellte eine pragmatische Sichtweise, die vorhandenen Tools “a techno datum” zu nutzen, weil sie einen pragmatischen Wert in sich (Hilfe bei der Organisation etc.) besitzen.

Ich mag jedoch auch anregen zu sinnieren, inwieweit sie einen vom Aufwand verantwortbaren und zusätzlich Wert bringenden Sinn ergeben.
Von daher steht der obige praktische Einsatz und der geplante Einsatz scheinbar kontrovers gegenüber. Situationen dazwischen wären ja auch eine Option, die formuliert werden könnte. Also: Nicht Currikular fest verankert - aber dienlich. Als Szenario quasi eine Veranstaltung bereichernd. Nicht mehr und nicht weniger.

Einen unmittelbaren Mehrwert stellt der mögliche ‘Input’ von ‘außen’ dar, damit gemeint die Menschen, die an einer Thematik interessiert sind, jedoch nicht dem eigentlichen Setting beiwohnen. So wie mit diesem Kommentar!

Mit herzlichen Grüßen und im Nachtrag noch alles Gute im Neuen Jahr
Andreas Auwärter, Uni Koblenz-Landau, Campus Koblenz.

Pingback von Podcasting for Learning » Social Software und E-Learning - Peter Baumgartner in Computer + Personal - Eine kritische Auseinandersetzung mit einer kritischen Auseinandersetzung

15. Januar 2007 @ 17:25

[…] Neben Marcel und Thomas auf eLearning 2.0 hat sich auch Joachim Wedekind auf seinem Konzeptblog zu dieser Thematik geäußert und natürlich erneut Jochen Robes . Bei Jochen Robes fand sich die Anregung doch ein inklusiveres Verständnis der beschriebenen Tools in die Betrachtung aufzunehmen, während Joachim Wedekind auf eine eher pragmatische Sichtweise der schlichten “Nützlichkeit” von Tools hinweise. Gespannt sein können wir auf einen Vorschlag auf eLearning 2.0, die ein Modell für in Bälde in Aussicht gestellt haben. […]

Pingback von Appendix / Brauchen wir eine radikal geänderte Lehrerrolle?

17. Januar 2007 @ 23:17

[…] Im Konzeptblog habe ich den Hinweis auf einen Artikel von Peter Baumgartner gelesen, der beim Lesen an mancher Stelle meinen Widerspruch hervorrief. […]

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