L3T’s WORK - nochmal Koffer packen
Als einführendes Element bei L3T’s Work wuden die Erfahrungen der TeilnehmerInnen mit Lehr-/Lernmaterialien gesammelt und daraus ein Koffer gepackt, was davon in die Zukunft mitgenommen werden sollte. Dazu wurden zunächst dekadenweise für die letzten 50 Jahre Bildungsmedien gesammelt; es waren dann tatsächlich Geräte, Methoden und Konzepte. Zwangsläufig geschah dies sowohl aus Lernenden- als auch Lehrendensicht, denn die 60er und 70er Jahre hatten etliche der TN altersmäßig sicher erst als SchülerInnen erlebt. Das Kramen in Erinnerungen brachte manches inzwischen Vergessene an die Pinwand, z.B. das Epidiaskop, den Rechenschieber, oder die Umdrucker - besser bekannt als Nudelmaschinen (ich habe noch den Alkoholgeruch beim Drucken unserer studentischen Flugblätter in der Nase!).
Was uns Älteren noch gegenwärtig ist, führte doch zu einigen Nachfragen der Jüngeren. Etwa Was ist denn PLATO, Logo, Dynabook oder ALZUDI/COGENDI? Für diejenigen, die die Erläuterungen vor Ort nicht mitbekommen haben, als Kurzinfo:
- PLATO - Programmed Logic for Automated Teaching Operations: Ein erstes (bereits vernetztes) System für Computer-unterstützten Unterricht. Technisch und konzeptionell ein ziemlich fortschrittliches System der Computerfirma CDC.
- Logo: die von Seymour Papert konzipierte Programmiersprache mit niedriger Einstiegsschwelle und hoher Leistungsfähigkeit.
- Dynabook: Die Vision von Alan Kay eines Computers für Kinder, mit der er ein persönliches elektronisches Buch entwirft (“carry anywhere”) mit Netzzugang (“bring the libraries and schools of the world to the home”.
- ALZUDI/COGENDI: von Helmar Frank entwickelte Entwicklungswerkzeuge für Übungs- und tutorielle Proframme. Alzudi steht für Algorithmische Zuordnungsdidaktik, Cogendi für Computergenerierte Didaktik.
Am Ende war es wenig verwunderlich, dass mehr Erfahrungen und Konzepte “in den Koffer gepackt” wurden als konkrete Lehr-/Lernmaterialien; von denen gibt es halt zumeist aktuellere (digitale) Versionen. Nicht vertiefen konnten wir, warum nur der Konstruktivismus eingepackt wurde. Vielleicht, weil manches (entgegen bzw. unabhängig von der Expertenmeinung) sowieso überdauert? Ich denke an die vielen Apps, die unter dem Stichwort Bildung im App-Store zu finden sind und die doch eigentlich nichts anderes sind als grafisch aufgebrezelte Neuauflagen klassischer behavioristischer Vokabel- oder Rechentrainer.
Das Kofferpacken hat mir jedenfalls wieder mal gezeigt, dass es lohnenswert wäre, eine Geschichte der (digitalen) Bildungsmedien zu schreiben (oder kennt jemand eine fundierte Darstellung; ich kenne nur bebilderte Übersichten). Wir könnten eine Menge davon lernen, vielleicht doch etliche gute Ideen und Konzepte wiederfinden, die mit dem Verschwinden der Gerätebasis auch verloren gegangen sind. Vorbild wäre Schulmeisters Kapitel Hypertext - Geschichte, Systeme, Strukturmerkmale und Werkzeuge im Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien …









