L3T’s WORK - nochmal Koffer packen

Abgelegt unter: Fachliches — JoWe um 19:48 am 09.06.2012

Als einführendes Element bei L3T’s Work wuden die Erfahrungen der TeilnehmerInnen mit Lehr-/Lernmaterialien gesammelt und daraus ein Koffer gepackt, was davon in die Zukunft mitgenommen werden sollte. Dazu wurden zunächst dekadenweise für die letzten 50 Jahre Bildungsmedien gesammelt; es waren dann tatsächlich Geräte, Methoden und Konzepte. Zwangsläufig geschah dies sowohl aus Lernenden- als auch Lehrendensicht, denn die 60er und 70er Jahre hatten etliche der TN altersmäßig sicher erst als SchülerInnen erlebt. Das Kramen in Erinnerungen brachte manches inzwischen Vergessene an die Pinwand, z.B. das Epidiaskop, den Rechenschieber, oder die Umdrucker - besser bekannt als Nudelmaschinen (ich habe noch den Alkoholgeruch beim Drucken unserer studentischen Flugblätter in der Nase!).

Was uns Älteren noch gegenwärtig ist, führte doch zu einigen Nachfragen der Jüngeren. Etwa Was ist denn PLATO, Logo, Dynabook oder ALZUDI/COGENDI? Für diejenigen, die die Erläuterungen vor Ort nicht mitbekommen haben, als Kurzinfo:

  • PLATO - Programmed Logic for Automated Teaching Operations: Ein erstes (bereits vernetztes) System für Computer-unterstützten Unterricht. Technisch und konzeptionell ein ziemlich fortschrittliches System der Computerfirma CDC.
  • Logo: die von Seymour Papert konzipierte Programmiersprache mit niedriger Einstiegsschwelle und hoher Leistungsfähigkeit.
  • Dynabook: Die Vision von Alan Kay eines Computers für Kinder, mit der er ein persönliches elektronisches Buch entwirft (“carry anywhere”) mit Netzzugang (“bring the libraries and schools of the world to the home”.
  • ALZUDI/COGENDI: von Helmar Frank entwickelte Entwicklungswerkzeuge für Übungs- und tutorielle Proframme. Alzudi steht für Algorithmische Zuordnungsdidaktik, Cogendi für Computergenerierte Didaktik.

Am Ende war es wenig verwunderlich, dass mehr Erfahrungen und Konzepte “in den Koffer gepackt” wurden als konkrete Lehr-/Lernmaterialien; von denen gibt es halt zumeist aktuellere (digitale) Versionen. Nicht vertiefen konnten wir, warum nur der Konstruktivismus eingepackt wurde. Vielleicht, weil manches (entgegen bzw. unabhängig von der Expertenmeinung) sowieso überdauert? Ich denke an die vielen Apps, die unter dem Stichwort Bildung im App-Store zu finden sind und die doch eigentlich nichts anderes sind als grafisch aufgebrezelte Neuauflagen klassischer behavioristischer Vokabel- oder Rechentrainer.

  Das Kofferpacken hat mir jedenfalls wieder mal gezeigt, dass es lohnenswert wäre, eine Geschichte der (digitalen) Bildungsmedien zu schreiben (oder kennt jemand eine fundierte Darstellung; ich kenne nur bebilderte Übersichten). Wir könnten eine Menge davon lernen, vielleicht doch etliche gute Ideen und Konzepte wiederfinden, die mit dem Verschwinden der Gerätebasis auch verloren gegangen sind. Vorbild wäre Schulmeisters Kapitel Hypertext - Geschichte, Systeme, Strukturmerkmale und Werkzeuge im Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien

L3T’s WORK - Visionen zur Zukunft von Lern- und Lehrmaterialien

Abgelegt unter: Fachliches — JoWe um 15:17 am 04.06.2012

Auch wenn andere mal wieder viel schneller waren - wie Peter mit seiner ausführlichen Zusammenfassung und Wertung -  und auf die Gefahr hin, Dinge zu wiederholen: Der L3T’s WORK (shop) war so gut und inspirierend, dass ich einfach ein paar Aspekte ansprechen muss. Ich hatte ja auf der Hinreise schon getweetet Jetzt auf dem Weg zu #l3t Workshop in Bad Reichenhall. Freue mich auf Personen und Inhalte - in dieser Reihenfolge. Die Retweets zeigten, dass es anderen auch so gegangen ist. Und die Erwartung wurde nicht enttäuscht! Für mich war es eine inspirierende Mischung aus einigen alten Bekannten, erstmaliges Treffen virtueller Bekanntschaften und etlicher mir ganz neuer Namen und Gesichter. Das lag auch daran, dass es eine Mischung von Personen war, die eben nicht nur zu meiner engeren Community gehörten, sondern aus ganz anderen Arbeitsfeldern kamen.

Das zeigte sich sehr ertragreich bei der Bildung von Kleingruppen (ähnlich der World Café Methode), bei denen die unterschiedlichen Interessengruppen ihre Trends für die nächsten 5 Jahre formulierten. Bis auf die Politik waren mit dabei: Autoren, Lehrende, Lernende, Verlage, Bildungseinrichtungen und Hersteller. Allerdings waren es wohl vielfach mehr Wünsche als realistische Trends, die da formuliert wurden. Jedenfalls meine Einschätzung, wenn z.B. Verlagsvertreter von Plattformunabhängigkeit reden, Lehrende von der Durchdringung mit (standardisierten) iDevices, Bildungseinrichtungen vom Bottom Up-Druck, Lernende vom uneingeschränkten Zugriff auf Lernmaterialien, die Autoren von neuen Dienstleistungen in der Vertriebskette oder die Gerätehersteller von “content driven device development”.

Beim Marktplatz der Visionen ging es  dann weniger um erwartete Entwicklungen, als um gewünschte Szenarien. Leider fand mein 1:1. ab 1 (also 1:1-Ausstattung ab Klasse 1) keine UnterstützerInnen. Da ich mit meinem Lieblingsthema inzwischen mehrfach aufgelaufen bin, muss ich mir doch mal andere Einstiegsthesen und Begründungen einfallen lassen, denn offensichtlich halten viele dieses Thema für rein technikgetrieben, was es aus meiner Sicht allerdings nun gar nicht ist.

So habe ich mich der Gruppe L3T 2.0 angeschlossen (naja, Gruppe ist auch da leicht übertrieben; Martin und ich haben sie gebildet, aber wir haben uns dadurch sehr intensiv und konstruktiv unterhalten können). Zwar habe ich L3T 1.0 einigermaßen kontinuierlich verfolgt, aber es war sehr, sehr lehrreich, weitere Details über Vorgehensweisen, Hindernisse, Bedeutung des Marketing und Sponsoring zu erfahren. Natürlich haben wir dann Überlegungen zur Realisierung der Version 2.0 angestellt, die so konkret ausgefallen sind, dass das Plenum diese als sehr realistisch und wünschenwert eingestuft haben, so dass es bei der Gesamtbewertung zum Spitzenplatz gereicht hat. Ich hoffe, Sandra und Martin empfinden das als starke Rückendeckung, um dran zu bleiben … meine Unterstützung sollen sie diesmal haben.

Allerdings ist ja die Bewertung der Szenarien sehr mit Vorsicht zu genießen - ich verweise auf Peters ausführliche Darstellung (3) Verwirklichung/Praxis. Hier wäre einfach mehr Zeit nötig gewesen - und viele hätten diese auch aufgebracht (vgl. Guido Hornig und etliche Tweets).

Im Rahmen des ausgezeichneten freitäglichen Abendessens im Restaurant Salin fand schließlich der Wett(bewerb)  L3T’s bet! statt, bei dem konkrete Thesen (für die es konkrete Prüfkriterien gibt) durch das Setzen von Jetons über die zukünftige Entwicklung der Bildungsmedien bewertet werden sollten. Bei dem Zeithorizont 6, 12, 18 Monate bzw. noch später oder nie werden wir also in entsprechenden Zeitabständen von einer unabhängigen Jury erfahren, wer sich als kompetenter Zukunftsforscher qualifiziert haben wird.

Interessant finde ich im Übrigen, dass die Trends des Horizon Report 2012, die wir im OpenCourse 2012 thematisieren, bei diesem Workshop kaum oder gar keine Rolle gepielt haben. …

Viele inhaltliche Details wären noch berichtenswert; ich gehe aber davon aus, dass auch andere darüber berichten und auf der L3T’s WORK-Seite die Ergebnisse ausführlich dokumentiert werden. Bleibt mir abschließend zu sagen, dass die (im wahrsten Sinne des Wortes, gell Familie Schön!) familiäre Atmosphäre, die intensive Arbeit, die durchgängig kreative und inhaltsbezogene Vorstrukturierung der Arbeit bei gleichzeitiger Offenheit für die Inputs der TN (man merkt den erwachsenenbildnerischen Hintergrund des Teams) mir ein Gesamterlebnis beschert haben, wie ich es bisher (mit vielen Jahren Tagungserfahrung) selten erlebt habe. Nochmals Gratulation und Dank an das Team um Sandra und Martin, verbunden mit der Hoffnung, dass es vielleicht eine Fortsetzung in der einen oder anderen Form geben kann.

aus der Pressemitteilung: Dass sich das Treffen auch aus Sicht der Teilnehmer gelohnt zu haben scheint, zeigte sich auch in den angeregten Unterhaltungen beim Abschiedsumtrunk – einige taten sich sichtlich schwer, die Gespräche zu beenden und die Heimreise anzutreten.

Perspektivenwechsel

Abgelegt unter: Allgemein, Fachliches, MOOC — JoWe um 23:22 am 21.04.2012

Am Donnerstag habe ich bei einer kleinen Feier meinen Abschiedsvortrag am IWM gehalten zum Thema

Vom CUU zum MOOC - ein Rückblick in Kürze(ln)

in dem ich 35 Jahre Arbeit in der Unterrichtstechnologie anhand von Kürzeln für Projekte, Institute, Konzepte und Produkte Revue passieren ließ. Die Resonanz war so positiv, dass ich direkt motiviert bin, daraus eine seriöse Darstellung zu machen. Passt zwar nicht ins Themenspektrum meiner üblichen Tagungen, aber für ‘ne Keynote würde es passen, gell, liebe Tagungsorganisatoren!

Bei den Grußworten zahlreicher externer KollegInnen und Freunde, die mein Team von e-teaching.org organisiert hatte und per Video einspielte, kam bei mir bei aller Freude über den beginnenden Ruhesstand dann doch auch etwas Wehmut auf. Mir ist erneut bewusst geworden, dass neben den Arbeitskontakten die persönlichen Beziehungen und Freundschaften, die daraus erwachsen sind, das Wichtige und Überdauernde sind. Auch auf diesem Wege herzlichen Dank an euch!

Gestern dann das Büro (fast) ausgeräumt; viel zu viel Zeug steht nun im häuslichen Arbeitszimmer. Dafür die Aussicht auf mehr Zeit für Hobbys und Ruhe zum Durchdenken ausgewählter Themen, was mir im Tagesgeschäft nicht immer gelungen ist. Inwieweit sich das auf die inhaltliche Ausrichtung dieses Blogs auswirken wird, weiß ich noch nicht. Kurzfristig vielleicht gar nicht, denn einige fachliche Aktivitäten laufen noch ein bisschen weiter, allein schon der opco12, an dem ich nach wie vor beteiligt bleibe. Eher werden neue Dinge hinzu kommen - und erweitern dann vielleicht sogar den Kreis der Interessierten. Also bis dann …

2012: Das MOOC-Jahr!?

Abgelegt unter: #opco12, Fachliches, MOOC — JoWe um 14:16 am 16.02.2012

Vielleicht wird in der Rückschau 2012 als das Jahr bezeichnet werden, in dem MOOCs (Massive Open Online Courses)  ihren Durchbruch hatten. Denn es ist schon erstaunlich wieviele dieser Kurse gerade ausgelaufen bzw. noch am Laufen oder schon wieder angekündigt sind. Hier eine kurze Aufzählung, die sicher nicht vollständig ist (ich bitte um Ergänzungen!):

Inzwischen gibt es auch eine ganze Reihe offener Online-Kursangebote (die wohl nicht mehr den konnektivistischen Merkmalen nach Downes & Siemens entsprechen), die riesige Teilnehmerzahlen - reif fürs Guinness Buch der Rekorde - erreicht haben:

Vergleichbar waren zwei weitere Kurse der Stanford University zu Machine Learning und Introduktion to Databases. Nach diesem Modell arbeiten inzwischen Udacity (gegründet von Thron), Coursera (Angebote der Stanford University) sowie MITx. Deren Angebot wächst so rasant, dass nur noch eine Übersichtsseite weiter hilft.

Stephen Downes sieht diese Entwicklung skeptisch: So the doors are open at MITx and we can see the business model on the wall - for this pilot version certification will be free, but we all know that this won’t last. Das “Einfallstor” dafür sind sicher die Gebühren bei einer Zertifizierung, die sich wohl nicht vermeiden lassen.

Jedenfalls, bei der GMW 2004 habe ich mich noch lustig gemacht über die Prognosen von Encarnaçao, Leidhold & Reuter, die 1999 ihre Studie Hochschulentwicklung durch neue Medien - Vision 2005 vorgelegt hatten (leider online nicht mehr auffindbar, nur noch als Kurzfassung). Aber wenn sie Vision 2012 geschrieben hätten, wären sie ja gar nicht mal so falsch gelegen …

Farbe bekennen!

Abgelegt unter: #opco12, Fachliches, MOOC — JoWe um 20:32 am 11.02.2012

Noch sind es zwei Monate bis zum Beginn des opco12 am 16.4.12. Mit inzwischen schon über 520 Anmeldungen wird aus dem opco tatsächlich ein mopco, ein massive open course. Und die Community beginnt bereits darüber zu twittern (Hashtag #opco12) und zu bloggen.

Als Initiator und Mitorganisator dieses Kurses bin ich momentan - wie die zum Glück zahlreichen Mitveranstalter - beschäftigt mit der weiteren Vorbereitung und Begleitung des Unterfangens. Zeit also, auch in diesem Blog prominent darauf hinzuweisen; deshalb mindestens bis Juli oben links das opco-Logo. Und meinem Twitter-Avatar habe ich nun auch die opco-Lupe verpasst.

Auf der Website und im Blog des opco12 werde ich naturgemäß präsent sein. Ob ich hier, gewissermaßen selbstrefexiv, auch darüber blogge,  wird sich dann zeigen. Im Moment bin ich erst mal gespannt auf den April, wenn es denn losgehen wird …

Seitenwechsel

Abgelegt unter: #opco11, #opco12, Fachliches, MOOC — JoWe um 10:29 am 02.02.2012

Nun ist sie also raus, die Ankündigung zum #opco12, dem neuen OpenCourse 2012. Das Thema sind Trends im E-Teaching und dazu soll der Horizon Report unter die Lupe genommen werden. Als Veranstalter kooperieren studiumdigitale und Weiterbildungsblog, namentlich Claudia Bremer und Jochen Robes, die ihre Erfahrung aus dem opco11 einbringen, das Multimedia Kontor Hamburg mit Marc Göcks, welches die deutsche Version des Horizon Reports verantwortet und e-teaching.org mit dem Hintergrund mehrerer Themenspecials und Dutzenden Online-Events.

Beim #opco11 war ich Teilnehmer und habe den Kurs auch hier kritisch begleitet. Nun bin ich auf der anderen Seite gelandet und mit den vielen anderen Beteiligten noch eifrig dran, Konzept und Inhalte zu finalisieren. Gar nicht so einfach, bei einem bewährten Konzept methodische Impulse zu setzen - und natürlich die Hoffnung, dass das Konzept dann Anklang finden wird.

Bin jedenfalls als Mitveranstalter mindestens so gespannt auf den Kurs, wie ich es als Teilnehmer wäre. Die ersten Reaktionen, die praktisch Minuten nach der Ankündigung schon eintrudelten, lassen auf rege Teilnahme hoffen, so dass aus dem Open Online Course wirklich wieder ein Massive Open Online Course werden könnte.

Begriffswirrwarr: Top Tools for Learning

Abgelegt unter: Allgemein, Fachliches — JoWe um 19:28 am 20.01.2012

Der Themenschwerpunkt bei e-teaching.org lautet derzeit Tools, Tools, Tools … Wir verstehen dort darunter digitale Werkzeuge, mit denen sich E-Teaching/E-Learning planen, umsetzen und praktizieren lässt. Interessant in diesem Kontext auch: Seit einigen Jahren veröffentlicht Jane Hart, die das Portal C4LPT betreibt (ein Portal als resource site for the use of new technologies for working and learning), eine Liste der Top 100 Tools for Learning, aktuell die Liste für 2011. Die Liste entsteht jeweils aus den Top 10 einer Befragung von learning professionals worldwide (2011 mit n = 531) über die C4LPT-Website. Die Befragten sollten natürlich wissen, was von Jane Hart unter “learning tool” verstanden wird, also:

What is a “learning tool”? This could be a tool you use to create or deliver learning content/solutions for others, or a tool you use for your own personal learning.

Eigentlich wie bei e-teaching.org. Hier die aktuellen Top 30:

<kursiv: Platzierung | 2010 | 2009 | 2008 | 2007, F = free, P = paid for, D = download, O = online>

  1. Twitter - micro-sharing site   |  1 |  1 | 11 | 43=    F O
  2. YouTube - video-sharing tool | 2 |  3 | 18 | 22=   F O
  3. Google Docs – collaboration suite (incl Google Forms) |  3 | 5 | 7 | 14    F O
  4. Skype - instant messaging/VoIP tool  |  6 |  11= | 4 | 3=    F/P D
  5. WordPress - blogging tool  | 8 | 6 | 5 | 6=6=    F O/D
  6. Dropbox - file synching software   | 13 | 71= | – | -   F/P O/D
  7. Prezi - presentation software  | 12 | 28 |  - |  -   F O
  8. Moodle - course management system  |  10 | 14= | 9 | 12=    F/D
  9. Slideshare - presentation sharing site  | 5 | 7 | 20 | 31   F O
  10. (Edu)Glogster - interactive poster tool  | 25 | 55= | – | -  F O
  11. Wikipedia - collaborative encyclopaedia  | 16 | 17 | 13 | 26=  F O
  12. Blogger/Blogspot - blogging tool  | 14 | 14= | 10 | 9  F O
  13. diigo - social annotation tool  | 15 | 22= | 35= | 72=  F O
  14. Facebook - social network   | 9 | 31= |  24 | 17=  F O
  15. Google Search - search engine  | 11 | 8 | 6 | 3  F O
  16. Google Reader - RSS reader   | 7 | 4 | 3 | 7=  F O
  17. Evernote - note-taking tool  | 23 | 27 | – | 16=  F D
  18. Jing - screen capture tool   | 17 | 20 | 26= | -  F D
  19. PowerPoint - presentation software  |  21 | 13 | 8 | 5  P D
  20. Gmail - web-based email service   | 31 | 21 | 14 | 7=  F O
  21. LinkedIn - prof social network  | 30 | 38= | 30= | 31=   F O
  22. Edmodo - edu social networking site  | 46 | 88 | – | -   F O
  23. Wikispaces - wiki tool  | 17 | 29 | 19 | 15   F/P O
  24. Delicious - social bookmarking tool  |  4 | 2 | 1 | 2  F O
  25. Voicethread - collaborative slideshows  | 19 | 19 | 23 | –   F/P O
  26. Google+ - social network  - F O   Highest placed new tool
  27. Animoto - videos from images  | 28 | 31= |  - |  -  F O
  28. Camtasia- screencasting tool   |  27 | 26 | 26= | 50=  P D
  29. Audacity  - sound editor/recorder  | 24 | 9= | 12 | 11  F D
  30. TED Talks - inspirational videos   F O  New

Wenn ich mir die Liste(n) so ansehe, komme ich inzwischen doch sehr ins Grübeln, ob ich wirklich alle genannten Tools als Lernwerkzeuge ansehen soll. Klar, mit etlichen arbeite ich selber auch und kann sie Lernenden für ihre eigene Arbeit durchaus empfehlen. Aber sind es deshalb schon Lernwerkzeuge? Ist Skype ein Lerntool, ist Dropbox ein Lerntool? Spezifisch für den Bildungsbereich entwickelt (von den obigen 30) wurden eigentlich nur Moodle, Glogster EDU und Edmodo.

Mit didaktischer Phantasie kann natürlich fast jedes Werkzeug sinnvoll in Lehr-/Lernkontexten genutzt werden. Aber eine Eingrenzung auf lehr-/lernspezifische Funktionalitäten macht Sinn und erleichtert den Praktikern den Einstieg. Dafür sind dann das Portal Learners´ Garden (MediaLab/AG Nordmeier, Didaktik der Physik an der FU Berlin) oder die Tool-Datenbank (des Learning Lab am Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement der Universität Duisburg-Essen) zu empfehlen.

Zur Zitierkultur der E-Learning Community

Abgelegt unter: Fachliches — JoWe um 23:44 am 11.12.2011

Update: Dies ist die Aktualisierung meines Beitrags was sagen diese Zahlen  vom 02.09.2011. Inzwischen konnte ich einige weitere Bücher auswerten und habe mir deshalb den Beitrag noch einmal vorgenommen und um die neuen Zahlen erweitert. Bei den Lehrbüchern ist die Neuauflage des Handbuch E-Learning hinzu gekommen, bei den Tagungsbänden die Doppeltagung GMW/DeLFI 2011. Ganz neu ist jeweils ein Vergleich von Erst- und Neufassung der Lehrbücher von Schulmeister bzw. Kerres und schließlich ein Blick in die wissenschaftlichen Online-Zeitschriften jero und MedienPädagogik. Die geänderten bzw. neu hinzu gekommenen Textpassagen sind kursiv gekennzeichnet.

Vor kurzem habe ich das Lehrbuch L3T intensiver gelesen für eine Rezension bei e-teaching.org. Dabei habe ich u.a. festgestellt, dass es sich auf aktuelle Entwicklungen konzentriert, man könnte auch sagen beschränkt. Für mich, der nun über 35 Jahre in diesem Bereich arbeitet, beginnt E-Learning nicht erst in den Neunzigern mit den webbasierten Anwendungen, wie es die Konzentration auf entsprechende Nutzungsformen suggerieren könnte. Natürlich ist vieles aus der Frühzeit der Unterrichtstechnologie (wie ich die 70er und 80er bezeichnen möchte) schlicht überholt. In einem Lehrbuch sollten aber die wichtigsten Konzepte und Ansätze dargestellt werden, die sich in heutigen Anwendungen wieder finden oder ihre Entwicklung beeinflusst haben. Schulmeisters Kapitel zu Hypertext bietet einen solchen Überblick auf dem (gesicherten) Stand der Wissenschaft mit Anschlussmöglichkeiten an aktuelle Entwicklungen.

Ich habe mich gefragt, ob die AutorInnen die früheren Arbeiten nicht kennen oder bewusst ausklammern. Um mich dieser Frage zu nähern, habe ich einfach mal die zitierte Literatur des L3T nach Jahreszahlen ausgezählt (n=1094, orange). In der Grafik habe ich die Prozente eines Jahrgangs aufgetragen gegen das Alter der Publikationen (wobei ich ab 10 Jahren Doppeljahrgänge, ab 20 Jahren jeweils 5 Jahre und ab 30 Jahren jeweils ein Jahrzehnt zusammen gefasst habe, um so die Jahresachse übersichtlich zu halten).

Dabei zeigte sich - für mich durchaus überraschend, dass eine Menge älterer Arbeiten zitiert werden. Ich hatte keine Zeit, die zitierten Arbeiten auch noch inhaltlich zu clustern, habe allerdings den groben Eindruck, dass die älteren Arbeiten eher aus den Bezugswissenschaften (wie z.B. Psychologie) stammen und weniger aus Unterrichtstechnologie und Mediendidaktik.

Die Auszählung war schnell gemacht, also habe ich zum Vergleich noch ein zweites Lehrbuch heran gezogen, das Kompendium multimediales Lernen von Niegemann u.a. (2008). Dabei zeigt sich dann, dass die Arbeiten (n=898, blau) doch gleichmäßiger verteilt sind und deutlich mehr auf frühe Arbeiten verwiesen wird. Vielleicht liegt es ja daran, dass Niegemann genauso lange wie ich im Geschäft ist und genauso aktiv war in den Zeiten vor dem E-Learning im Web … Die neu erschiene Auflage des Handbuch E-Learning hat (bei n=657) eine ähnliche Verteilung wie L3T aber mit einem Peak 2000-2003.

Inzwischen habe ich zusätzlich die Lehrbücher von Rolf Schulmeister und Rolf Kerres ausgezählt. Dazu habe ich Schulmeisters Grundlagen hypermedialer Lernsysteme (1996) (1125) mit seinem Band eLearning: Einsichten und Aussichten (2006) (338) verglichen. Interessanterweise bezieht er sich im jüngeren Band deutlich häufiger auf Klassiker aus früheren Jahrzehnten. Das Gleiche habe ich mit dem Buch Multimediale und telemediale Lernumgebungen: Konzeption und Entwicklung von Michael Kerres gemacht: 1. Auflage 1998 mit der geplanten 3. Auflage (nun mit dem Titel Mediendidaktik). Auch bei ihm ist ein leichter Trend zum vermehrten Bezug auf klassische Arbeiten zu verzeichnen. 

Spaßeshalber habe ich dann noch die zitierten Arbeiten der letztjährigen Tagungen der GMW (n=484, blau) bzw. der DeLFI (n=349, orange) aufgetragen. Der Bezug auf neuere Arbeiten ist hier wegen der gewollten Aktualität der Papiere sichtbar höher.

Die Ergänzung mit den Zahlen der diesjährigen Doppeltagung GMW (n=484) und DeLFI 2011 (n=496) zeigt - wenig überraschend - fast identische Verläufe.

Wo ich schon am Zählen war, habe ich mir noch zwei Dissertationen vorgenommen, nämlich meine eigene von 1981 über das Unterrichtsmedium Computersimulation (n=283, orange) und die von Stefanie Panke (2009) über das Informationsdesign von Informationsportalen (n=314, blau). Mich interessierte, ob bei einem Abstand von 28 Jahren deutliche Unterschiede zu finden wären. Wie zu sehen ist, scheint das nicht der Fall zu sein. Beide Arbeiten folgen eher dem Muster von L3T - ohne dass ich sie deshalb als Lehrbücher bezeichnen würde.

Zum guten Schluss habe ich mir noch zwei wissenschaftliche Online-Zeitschriften vorgenommen. Von der Zeitschrift MedienPädagogik den Jahrgang 2011 mit 12 Artikeln (n=328) und vom Journal for Educational Research Online den Band 1 von 2009 mit 11 Artikeln (n=584). Vermutet hätte ich ja, dass die Medienpädagogen deutlich mehr Bezüge zu früheren Arbeiten und Diskussionen herstellen, aber überraschenderweise ist das bei den Bildungsforschern doch deutlich stärker ausgeprägt, bei diesen sogar am stärksten im Vergleich zu allen anderen hier gefundenen Zahlen.

Was bleibt nach der ganzen Zählerei? Ganz so “unhistorisch” (wie Karl Wilbers mal die E-Learning-Szene charakterisiert hat) sind die AutorInnen denn doch nicht. Dennoch bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass noch öfter ein Blick in frühe Arbeiten lohnen würde (Gabi Reinmann hat das in einem anderen Bereich - der Hochschuldidaktik - auch so erfahren). Das kann nicht nur inspirierend sein, auch unnötige Wiederholungen könnten vermieden und Impulse für wirklich innovative Weiterentwicklungen gewonnen werden.

School Forum 2011

Abgelegt unter: Fachliches — JoWe um 18:24 am 06.12.2011

Am Pre-Conference-Tag der Online Educa Berlin fand das School Forum 2011 statt. Leitthema war “Lernkultur und Medienkompetenz”, unter dem die neuesten Technologietrends für das Klassenzimmer gezeigt und diskutiert werden sollten. Es diente dem Erfahrungsaustausch zwischen Lehrkräften und Neue Medien-Experten. Laut abgefragter Selbsteinschätzung waren denn auch etwa je zur Hälfte Anfänger und Erfahrenere anwesend, die alle das Angebot positiv annahmen. Auch für mich persönlich waren 4 (von insgesamt 6) Vorträgen die erfreuliche Ausbeute einer sehr gut besuchten und organisierten Veranstaltung.

Ausgerechnet den Eröffnungsvortrag von der als ‘Querdenkerin’ angekündigten Pädagogin und Medienpsychologin Katja Kantelberg fand ich eher enttäuschend. Für mich sind es mittlerweile eher wohlfeile Forderungen nach veränderten Lehrerrollen, Wechsel zu kollaborativen Lernformen und von erzeugungsdidaktischen zu ermöglichungsdidaktischen Lernarrangements. Da sollten dann schon Ideen und Konzepte folgen, wie das denn zu bewerkstelligen ist in einem Bildungssystem, dass nach wie vor den strukturellen Rahmen vorgibt. Auch dass Frau Kantelberg den Führungskräften die entscheidende Rolle dabei zuschreibt, Verhaltensmuster zu verändern und Standards in Frage zu stellen, deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen bei Reformansätzen, schon gar nicht, wenn Web 2.0 und Soziale Medien ins Spiel kommen.

Danach die Show von Tim Rylands, einem Lehrer, der über Game-based learning sprach, in einer Form, wie es wohl nur die Angelsachsen können: Witzig, durchchoreografiert mit schönen Folien, trotzdem hoch informativ und fundiert. Da glaube ich gleich, dass seine SchülerInnen begeistert dabei sind, egal ob er mit oder ohne digitale Medien arbeitet. Also unbedingt mal auf seiner Website vorbeischauen!

Der dritte Redner, Wolfgang Willburger, stellte die digitale Schultasche für Lehrer vor. Dabei handelt es sich um einen USB-Stick, auf dem sich einerseits alle benötigten Programme inklusive eines Moodle-Servers, als auch digitale Inhalte befinden. Die Lehrer können damit Lernpfade erstellen, die den SchülerInnen, auch mit Tests, zur Verfügung gestellt werden können.

Karin Ernst stellte das Projekt eXplorarium vor, bei dem neue Wege beim Lernen mit digitalen Medien aufzeigt werden sollen. Für Experimente und Erkundungen wird der Computer als Werkzeug genutzt, ohne die Realität zu vernachlässigen. Das Lernen soll aktiv, konstruktiv und projektorientiert gestaltet werden. Das Angebot richtet sich an ausgewählte Schulen in sozialen Brennpunkten. Auch sehr spannend.

Die von Ruben Kurschat vorgestellten auditiven Erkundungen von urbanen Klanglandschaften waren für mich zu speziell. Bei Boris Gromodka & Gerd Dietlmeier hatte ich laut Ankündigung Details zu EasyChalk erwartet (eine Online-Whiteboard-Software, die auf allen Boards, Tablets und interaktiven Projektoren läuft), es war dann aber eine fast historische Darstellung der infrastrukturellen Entwicklungen an hessischen Schulen bis zum heutigen Ziel der Volldigitalisierung des schulischen Lebens. Was dann doch sehr informativ ausfiel.

Die abschließende Diskussionsrunde konnte ich wegen anderer Termine nicht mehr mitverfolgen. Mal sehen, was an Dokumentation seitens Online Educa noch online gestellt wird. Lohnen würde es sich.

Positive Überraschung: 2. Zwischenbericht der Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft”

Abgelegt unter: Fachliches, Lesestoff, OLPC — JoWe um 21:48 am 20.11.2011

Zur Medienkompetenz liegen inzwischen bildungspolitische Forderungen bzw. Handlungsempfehlungen vor, die das Ergebnis längerer Diskussionsprozesse sind. Dabei werden jeweils alle Bildungsbereiche und alle Bildungseinrichtungen in den Blick genommen, von der frühkindlichen Erziehung bis zur Medienbildung für Ältere. Die Broschüre der Initiative Keine Bildung ohne Medien fasst die Ergebnisse des Berliner Kongresses zusammen und bündelt sie in zentralen Forderungen. Ich hatte den Kongress skeptisch begleitet und sehe nun nicht, dass darin die Anregungen einer kritischen Teilnehmergruppe eingeflossen sind.

Skepsis überwog bei mir auch nach der Expertenanhörung zum Thema Medienkompetenz in der Enquete-Kommission (wer sich das noch anschauen möchte: die Aufzeichnung dauert über drei Stunden). Deshalb bin ich positiv überrascht von dem nun vorliegenden Zweiten Zwischenbericht zum Thema Medienkompetenz. Die Lesbarkeit dieses Berichts profitiert von einer einführenden kompakten Bestandsaufnahme zu Begriff, Projekten und Initiativen und Forschung zur Medienkompetenz. Natürlich nehmen die Risiken interaktiver Medien auch hier wieder breiten Raum ein. Aber immerhin werden auch die Chancen thematisiert, dass Kinder und Jugendliche selbst das Internet in erster Linie als nicht mehr wegzudenkende Bereicherung sowie als hilfreiches Instrument im gesellschaftlichen wie auch im Lernalltag begreifen (Zwischenbericht, S.8). Als Mediendidaktiker freut mich besonders, dass hier Medienkompetenz auch verstanden wird als Voraussetzung zur Nutzung der Ressource Wissen in einer digitalen Welt (Zwischenbericht, S. 11).

Der Bericht benennt deutlich strukturelle Defizite mit der Konsequenz, dass die digitale Spaltung eine soziale Spaltung ist. Konsequenterweise deshalb die Forderung, dass ein Zugang zu digitalen Lernwerkzeugen […] insofern stets über die Bildungseinrichtungen erfolgen [müsse] und  […] nicht nur der häuslichen Ausstattung obliegen [dürfe] (Zwischenbericht, S. 11).

Überrascht war ich dann aber doch, eine Forderung wieder zu finden, mit der ich beim KBOM-Kongress wenig Unterstützung gefunden hatte, nämlich dass jede Schülerin und jeder Schüler über einen eigenen mobilen Computer verfügt. Die Kommission empfiehlt in ihren Handlungsempfehlungen diese Ausstattung für die Sekundarstufe I und II; ich empfehle dies bereits für die Grundschule. Getoppt wird das allerdings noch durch den Vorschlag, dass gemeinsam mit der Industrie ein modellhafter Schülercomputer entwickelt wird, der den besonderen Ansprüchen an Mobilität und Robustheit entspricht (Zwischenbericht, S. 21). Das erinnert an Beats Vorschlag eines DynabookZ, eines auf die Bedürfnisse von Schulkindern ausgerichteten mobilen Kleincomputers (Handheld/Smartphone/Tablet) samt schulspezifischer Software auf Open-Source-Basis.

Konsequent auch, wenn die Kommission fordert, dass mittelfristig zwingend die Digitalisierung von Schulbüchern, Lehr- und Lerninhalten sowie deren Zugänglichmachung im Netz beziehungsweise in Intranets notwendig wird. Deshalb der Vorschlag an Bund und Länder, die Unterstützung und Förderung entsprechender Projekte zu prüfen (Zwischenbericht, S. 34).

Keine Ahnung, wie das weitere Procedere zeitlich abläuft, d.h. ob überhaupt und wann aus diesen Empfehlungen konkrete Beschlüsse werden. Trotzdem, für mich ein eher ermutigender Bericht und Leseempfehlung an alle, die sich in diesem Feld betätigen.

« Vorherige SeiteNächste Seite »