Meine SnapCon21 …

For my english speaking visitors: You will find an English version of this blog post under My SnapCon21 …
Meine Beobachtungen und Notizen zur Snap! Conference 2021, solange die Eindrücke noch frisch sind.

Gestern ging die 3. internationale Tagung der Snap!-Community zu Ende, die nun zum 2. mal online stattfand. Das kam mir mit meinen Mobilitätseinschränkungen derzeit sehr entgegen. Es traf sich die überschaubare, aber sehr kreative und aktive Community zum Erfahrungsaustausch und dem Vorstellen neuer Projekte und Entwicklungen. Die MIschung aus Keynotes, Workshops (ja auch das funktioniert online), Kurzbeiträgen (5 Minuten) und Vorträgen (20 Minuten) war für mich unter dem Strich wieder sehr lehrreich und gewinnbringend. Sogar Social Events (mit reger Beteiligung) fanden statt. Die Organisation war vorbildlich, es kam richtige Tagungsatmosphäre auf (Mags Amond hat das in einem Twitter-thread sehr gut zusammengefasst).

Gleich zwei vorgestellte Projekte widmeten sich meinem Hauptthema Kunst & Codieren. So gibt es von der PH Heidelberg den Kurs Kunst durch Coding mit Snap! – Teil I & II. Er ist sehr niedrigschwellig, mit Videos, Übungen und Tests. Derzeit ist er nur auf deutsch verfügbar. Glen Bull stellte den Kurs Creating Art, Animations, and Music through Coding (das Begleitbuch zu dem Kurs gibt es zum Download). Interessant, dass sich die Kapitel jeweils an den Arbeiten bekannter Künstler orientieren und deren Recoding mit Snap!. Diese Anregungen muss ich für meinen aktuellen Versuch für eine Unterrichtseinheit zum Codieren von Kunst berücksichtigen.

Snap! richtet sich an eine diverse Adressatenschaft: Lernende und Lehrende, Schüler und Studenten, Entwickler und Anwender. Für die unterschiedlichen Anforderungen ist es ziemlich hilfreich, dass es inzwischen viele Libraries für Snap! gibt, die für spezifische Bereiche die notwendigen Funktionalitäten bereit stellen. Zwei neue wurden vorgestellt, SciSnap! von Eckart Modrow und Crayons & Color von Brian Harvey. Allerdings können die Paletten von Snap! dabei ziemlich unübersichtlich werden (der Screenshot zeigt etwa 2/3 dieser Erweiterung). Ich hoffe, die neuen Funktionen ab V. 7 zur Personalisierung (Ein-/Ausblenden von Blocks/Paletten) bieten genug Flexibilität, dieser Vielfalt Herr zu werden. Netblox kommt dagegen mit ganz wenigen mächtigen Erweiterungen aus, mit denen dann eine ganze Palette sehr unterschiedlicher Anwendungen der verteilten Datenverarbeitung in Snap! integrierbar sind.

Ein eigener Schwerpunkt war mit vielen Beiträge die direkte Integration von Mikrocontrollern in Snap!. Wen die Vielfalt interessiert, sollte sich die unbedingt die entsprechenden Aufzeichnungen anschauen! Sobald das alles in V. 7 auch als Libraries zugänglich sein wird, kann ich hoffentlich einige Ideen für interaktive Installationen umsetzen, die bei mir schon länger auf Halde liegen.

Nun muss ich nur noch die Zeit finden, die vielen Anregungen zu verarbeiten, die neuen Funktionen und Tools austesten und dann meine Projekte optimieren und neue angehen.

mein 1. Badge in einem MOOC …

For my english speaking visitors:  You will find an English version of this blog post in Programmieren für AlleÜber die Jahre habe ich schon an etlichen MOOCs und Webinaren teilgenommen. Meist habe ich nicht alle vorgesehenen Angebote innerhalb der Veranstaltungen wahrgenommen. Da ich meist nur an ausgewählten Inhalten interessiert war, habe ich deshalb bisher bei keinem der Kurse ein Zertifikat erworben. Das war dieses Mal anders. Beim Kurs From Media Computation to Data Science habe ich nun zum ersten Mal ein Zertifikat, hier ein openSAP Zeugnis erworben. Zum einen habe ich den Kurs vollständig absolviert, weil mich das Programmieren mit Snap! seit einigen Jahren im Rahmen meiner Arbeit zum Recoding & Remixing von Computerkunst begleitet hat. Zum anderen hatte ich immer das Gefühl, dabei nur an der Oberfläche der „wahren“ Möglichkeiten von Snap! zu kratzen. Der Kurs bot also die Chance, diese Grundkenntnisse um fortgeschrittene Konzepte zu erweitern. Weiterlesen

Meine SnapCon20 …

Note for my English readers: You will find an English version of this blog post under My SnapCon20 …
Meine Beobachtungen und Notizen zur Snap! Conference 30.07.-02.08.2020 in Berkeley, solange die Eindrücke noch frisch sind.

Gestern ging die 2. internationale Tagung der Snap!-Community zu Ende. Wegen der Covid-19 Pandemie fand diese Tagung vollständig online statt. Das kam mir sehr entgegen, denn anders wäre mir aus mehreren Gründen eine Teilnahme sowieso nicht möglich gewesen. Da ich über Twitter meine Tageshighlights schon genannt habe (Tag 1, Tag 2, Tag 3, Tag 4), möchte ich mich hier auf zwei andere Aspekte beschränken. Weiterlesen

Wieviel Informatik braucht der Mensch?

Die Corona-Krise hat in Schulen und Hochschulen die Ergänzung, vielfach sogar den zeitweisen Ersatz des „Normalunterrichts“ durch digitale Angebote erzwungen. Für diejenigen Lehrkräfte, für die das ein Sprung ins kalte Wasser bedeutete, gab es zum Glück schnell viele praktische Hilfen. Unter dem Strich haben die oft als digital unterbelichtet gescholtenen LehrerInnen die Anforderungen besser gemeistert als wohl viele befürchtet hatten. Zu Recht werden aber nun (wieder) grundsätzliche Fragen gestellt und diskutiert: Was ist eigentlich digitale Medienkompetenz für Lernende und natürlich auch für Lehrende und wann kann und soll sie von wem vermittelt werden? Braucht es ein Pflichtfach Informatik und ab welcher Schulstufe? Brauchen wir Programmieren für Alle und wer kann das unterrichten?

Vor diesem Hintergrund habe ich mich gefragt, was für mich eigentlich ein (Pflicht)Fach Informatik bedeutet hätte. Als ehemaliger Unterrichtstechnologe und Mediendidaktiker hatte ich nämlich mein ganzes Berufsleben mit Computern und dem Internet zu tun, nicht nur als Anwender, sondern öfters auch als Programmierer und Leiter von Entwicklungsprojekten – nicht zuletzt deshalb bin ich heute immer noch interessierter Beobachter der Diskussion um die Digitalisierung im Bildungsbereich. Weiterlesen

Die Schildkrötengrafik

Nachdem sich länger nichts Wesentliches auf dieser Website getan hat, möchte ich heute auf einen längeren Beitrag zur Schildkrötengrafik im Blog Programmieren für Alle hinweisen. Denn nach Jahren habe ich das Buch Mindstorms von Seymour Papert (1928-2016) wieder entdeckt (Papert, 1980, 1982). Er entfaltet darin seine Sicht des Computers als geistiges Werkzeug und wie Kinder sich dieses Werkzeug mit Hilfe von Logo erschließen können.

Als zentrale Komponente von Logo wurde ab 1970 die Schildkrötengrafik (Turtle graphics) eingeführt, durch die mit einfachen Grundbefehlen ansprechende und komplexe Grafiken erzeugt werden können. Einige seiner Grundprinzipien habe ich in dem Beitrag aufgegriffen und mit interaktiven Beispielen illustriert. Zum Verständnis ist es empfehlenswert, sich den Programmcode anzusehen. Alle Beispiele sind in der Sammlung Logo Classics auf der Snap!-Community-Seite zu finden.

Visuelles Programmieren mit Scratch – nicht nur für Kinder!

Note for my English readers: You will find an English version of this blog post under Visual Programming with Scratch – not only for kids!

Vorbemerkung: Dies ist die ungekürzte Fassung meines Beitrags zum Buch Scratch Tales. Celebrating 10 Years of Imagining, Prgramming and Sharing with Scratch.

Als Scratch vor 10 Jahren erschien, war dies der Auslöser für ein bemerkenswertes Comeback der Programmiersprache Logo. Dieser Ansatz zur Programmierung mit grafischen Elementen fand schnell mehrere Nachahmer und Ableger mit Turtle Art, Blockly, Snap! – um nur ein paar zu nennen. Es ist weithin anerkannt, dass Scratch eine geeignete Programmierumgebung für (auch kleine) Kinder ist. Auf der anderen Seite wird diskutiert, ob Blocksprachen ernst genommen werden können, denn sie sehen eher wie ein Kinderspiel aus als wie eine Programmiersprache. Es wird oft argumentiert, dass nach einem Einstieg mit Scratch ein Übergang zu „richtigen“ Programmiersprachen, und als solche werden textbasierte Programmiersprachen verstanden, notwendig ist. Ich kann diese Meinung nicht teilen … Weiterlesen

10 Jahre konzeptblog

konzeptblog2006Fast hätte ich mein eigenes Jubiläum verpasst! Heute vor genau 10 Jahren habe ich den ersten Beitrag im konzeptblog frei geschaltet. Das war der Beginn des Aufbaus meiner eigenen Webpräsenz, die sich inzwischen in die Website (als Startseite), dazu konzeptblog, SoftwareMuseum, Programmieren für Alle und seit Januar 2015 noch Digital Art ausdifferenziert hat. Weiterlesen