Lesetipp: the art of explanation

Lee LeFever (2013): the art of explanation. making your ideas, products, and services easier to understand. Hoboken, New Jersey: John Wiley & Sons Inc.

Wie im letzten Beitrag angekündigt folgt heute ein Lesetipp, der dem 35. Newsletter von e-teaching.org entnommen ist, der natürlich auch sonst 😉 absolut lesenswert ist und vor allem das spannende Themenspecial E-Learning-Forschung vorstellt.

Buchcover the art of explanation

Buchcover the art of explanation

Die meisten werden schon mal ein Erklärvideo von Common Craft angesehen haben wie z.B. Twitter in plain english. Diese Videos zeichnen sich durch einen typischen Stil mit hohem Wiedererkennungswert aus. Einfache, reduzierte Grafiken und Figuren, simple Lege- und Schiebetechnik, Verzicht auf musikalische Untermalung und zeitliche Limitierung sind typische Merkmale. Die millionenfach aufgerufenen und mehrfach ausgezeichneten Videos stehen inzwischen für den Common Craft-Stil, der Vorbild für etliche Nachahmer geworden ist.

Lee Lefever (der mit seiner Frau Sachi die Firma Common Craft betreibt), hat nun seine Erfahrungen in dem Buch The Art of Explanation zusammen gefasst und vorgelegt. Darin wird zwar vielfach auf die eigenen Videobeispiele Bezug genommen, es wird aber nicht erläutert, wie die Videos (technisch) produziert werden. Informationen dazu finden sich auf der Website von Common Craft und bei e-teaching.org unter Legetechnik und dort auch ein Making of … E-Lectures in klarem Deutsch.

Vielmehr werden die Ergebnisse einer langen Auseinandersetzung mit dem Problemkreis vorgestellt, wie (komplexe) Sachverhalte, Ideen, Produkte oder Dienstleistungen verständlich für andere erklärt werden können. Lefever geht davon aus, dass jeder das Erklären lernen (oder mindestens verbessern) kann und will mit dem Buch dazu die Grundlagen liefern. Das Credo des Autors lautet: Erklären ist ein kreativer Akt, der Sachverhalte in nützliche, informative und wiedererkennbare Ideen verwandelt.

Das Buch besteht aus drei Teilen: Planung, Umsetzung, Präsentation.

  • Anhand konkreter Beispiele (Fallstudien) – ein durchgängiges Prinzip des Buches – werden typische Fehleinschätzungen aufgezeigt, die das Funktionieren von Erklärungsversuchen verhindern (wie vor allem die Analyse der möglichen Verständnisprobleme der Adressaten, wofür Lefever eine „Verständnisskala“ einführt und verwendet).
  • Der zweite Teil widmet sich dem „Verpacken“ von Ideen in Erklärungen. Die Vorschläge dienen nicht dem Optimieren des Präsentierens wissenschaftlicher Papiere, hier geht es eher um „verständliche Wissenschaft“. So ergeben sich die vorgestellten Elemente – agreement, context, story, simplification.
  • Zum guten Schluss geht es um die adäquate Präsentation. Allerdings werden dazu nur mehr oder weniger bekannte Medienfunktionen rekapituliert.

Die Lektüre lohnt sich vor allem im Zusammenhang mit den Beispiel-Videos aus dem Fundus von Common Craft, weil sie sehr schön die vorgestellten Konzepte und Vorgehensweisen illustrieren. Wer überschaubare Themen aus seinem Fachgebiet für seine Adressaten verständlich aufbereiten will (nicht nur als Video), der sollte sich also die Zeit nehmen, dieses Angebot durchzuarbeiten. Es hilft, eigene Überlegungen zu hinterfragen, zu pointieren und für eine mediale Umsetzung vorzubereiten.

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