Lesetipp: Mit Scratch Programmieren lernen – aus Büchern

Die Frage, ob und wann und mit welchen Konzepten und Inhalten ein #PflichtfachInformatik eingeführt werden sollte, ist höchst umstritten. Ich rechne damit jedenfalls in absehbarer Zukunft nicht. Umso mehr hat mich interessiert, welche Bücher es denn gibt, um Kinder und Jugendliche an das Programmieren und mehr – im Sinne von informatischem Denken (CT: Computational Thinking) – heran zu führen.

Für diese Zielsetzung wird als Programmiersprache der Wahl sehr oft Scratch genannt. Scratch ist eine visuelle Programmierumgebung in der Tradition von Logo, konzipiert und entwickelt am MIT Media Lab unter der Leitung von Mitchel Resnick. Neben einer niedrigschwelligen grafischen Benutzerobefläche bietet Scratch Programmierkonzepte zur Vermittlung der Grundlagen des CT, also der Fähigkeit, Problemstellungen für die Lösung mit Hilfe des Computers aufzubereiten, u.a. mit Iteration, bedingten Anweisungen, Variablen und Listen, Prozeduren, Rekursion, Parallelverarbeitung. Weiterlesen

Lesetipp: Die Poesie der Naturwissenschaften

Die Bücher des Zoologen und Evolutionsforschers Richard Dawkins haben mich die letzten Jahrzehnte begleitet. Begonnen hat es 1976 mit Das egoistische Gen, das ich regelecht verschlungen habe, obwohl ich da schon aus meinem Studienfach (Populations) Biologie zur Erziehungswissenschaft gewechselt hatte. 1986 erschien Der blinde Uhrmacher, in dem Dawkins u.a. seine Biomorphe vorstellte, die ich natürlich nachprogrammieren musste. Mit Gipfel des Unwahrscheinlichen hat er 1996 eine eher populärwissenschaftliche Darstellung evolutionärer Vorgänge vorgelegt. Schließlich folgte 2006 Der Gotteswahn, womit der überzeugte Atheist eine streng darwinistische Religionskritik vorlegte. Dieser Kopplung Säkularisierung und Wissenschaftsförderung widmet sich inzwischen seine Stiftung, die Richard Dawkins Foundation. Weiterlesen

(Kein) Lesetipp: Die digitale Bildungsrevolution

Eigentlich wollte ich eine Buchbesprechung zu Die digitale Bildungsrevolution (Dräger & Müller-Eiselt, 2015, 240 S., München: DVA) schreiben. Mach ich aber nicht. Andere haben bereits genügend geliefert, z.B. Burkhard Lehmann, Heike Baller, Vera Linß oder Fridtjof Küchemann. Aber meine Lesetipps dazu sind: Markus Deimann, Christian Füller.

Ich habe mich einfach geärgert, wie hier (wieder mal) eine Bildungsrevolution ausgerufen wird, ohne dass der Begriff Bildung gründlich verortet wird und dann natürlich auch nicht reflektiert wird, was entscheidende Parameter und Akteure der Wandlungsprozesse sind (siehe Deimann, a.a.O.). Ansonsten sind so ziemlich alle aktuellen Schlagworte in ihrem Text vertreten … Roger Schank hat diese Buzz Words vor kurzem treffend kommentiert. Weiterlesen

Lesetipp: Muster vs. Methoden

LangtextBei e-teaching.org ist heute ein Langtext von mir erschienen: Didaktische Entwurfsmuster und Unterrichtsmethoden – unterrichtspraktische Überlegungen:

In diesem Langtext soll es nicht um die feinen Unterschiede in den Definitionen der didaktischen Entwurfsmuster beziehungsweise Unterrichtsmethoden gehen. Vielmehr sollen solche Unterschiede benannt werden, die für die Alltagstauglichkeit der Entwurfsmuster entscheidend sind. Deshalb wird mit Problemen begonnen, mit denen Hochschullehrende in ihrer Berufspraxis konfrontiert werden. […] Es werden Konzepte von didaktischen Lehr- und Lernmethoden mit dem Konzept der Muster verglichen (2), es folgt eine Bestandsaufnahme aktueller Literatur und Repositorien (3). Vor dem abschließenden Fazit (5) wird am Beispiel des Pattern „Inverted Classroom“ auf e-teaching.org (4) gezeigt, welche Vorüberlegungen bei der Entwicklung eines didaktischen Musters eine Rolle spielen und wie schließlich die konkrete Umsetzung aussieht.

Der Text lag schon einige Zeit in der Schublade und ich danke deshalb Anne Thillosen sehr, dass sie ihn vor Veröffentlichung nochmal mit aktuellen Entwicklungen abgeglichen und mit Inverted Classroom ein besseres Beispiel als das von mir ursprünglich vorgesehene eingebaut hat. Wenn ich den Artikel nochmal so sehe, finde ich es nachträglich doppelt schade, dass ich beim eCamp zu eLearning Patterns in Hamburg nicht dabei sein konnte. Da hätte ich gerne mitdiskutiert …

Tagungsbericht: Digitale Archivierung

Am 14.11.2014 konnte ich in Karlsruhe am ZAK/CODIGT (Zentrum für Angewandte Kulturwissenschaft, Center of Digital Tradition) an der Tagung Digitale Archivierung – Auftrag und Umsetzungsstrategien teilnehmen. Für mein bescheidenes privates Projekt SoftewareMuseum bekam ich die Möglichkeit, mein Vorhaben theoretisch und methodisch in aktuelle Entwicklungen einzuordnen und  jede Menge Anregungen und praktische Tipps für mein weiteres Vorgehen.

Zumindest die Frage, welche Digitalia als archivierungswürdige Kulturgüter bezeichnet werden müssen, habe ich für mich im Falle der Lernsoftware positiv beantwortet, spiegeln deren Vertreter doch zeitgebundene lerntheoretische Positionen, gestaltungsmäßige Paradigmen und z.T. durchaus auch das Ausloten technischer Möglichkeiten im Lehr-/Lernkontext wider. Den Archivaren fühle im mich insofern nahe, weil sie ja großteils bestimmen, was bewahrenswert ist. Zwar gilt es für sie, manche gesetzliche Regelungen zu beachten, aber, wie ein Redner betonte, besteht ihre Tätigkeit weniger im Aufbewahren, denn im Aussortieren (sozusagen eine archivarische Kernkompetenz). Auch ich habe meine Sammlung von ursprünglich ca. 1.200 Objekten auf derzeit ca. 500 Objekte reduziert (nicht zuletzt bedingt durch schieren Platzmangel). Ich habe dabei versucht, dem Grundsatz zu folgen, einerseits Zeittypisches, andererseits Besonderes und Herausragendes zu bewahren. Weiterlesen

Lesetipps zur Medienarchäologie

Was ist eigentlich der Zweck meines Software Museums? Langfristig möchte ich darin typische Beispiele von Lernsoftware (Courseware) im zeitlichen Kontext vorstellen. Damit sollen Eindrücke vermittelt werden, welche technischen, lerntheoretischen Grundlagen und methodische Überlegungen die praktische Umsetzung verschiedener Nutzungsformen digitaler Medien im Lehr-/Lernkontext bestimmt haben. Materielle Grundlage dafür bildet meine seit ca. 1980 angelegte umfangreiche Courseware-Sammlung (gespeichert auf Disketten unterschiedlicher Formate und CD-ROMs), ergänzt von einem Hardware-Fundus (mit 8 Bit-Rechnern und frühen PCs), der den Zugriff auf die Programme überhaupt erst ermöglichen soll. Weil die in die Jahre gekommenen Gerätschaften nicht mehr immer auf Anhieb betriebsbereit sind, befasse ich mich zunehmend mit der Technik dieser alten Computer, der Datensicherung bzw. Datenübertragung von alten auf neue Datenträger (Langzeitarchivierung) und mit Emulatoren (Retrocomputing). Weiterlesen

Lesetipp zu iBooks Author

Wer heute seine Bücher elektronisch veröffentlichen will, wird sich meist auf eine bestimmte Plattform festlegen. Wer sich dabei an Apple orientiert, also im iBook Store veröffentlichen will, bekommt von Apple ein kostenloses, leistungsfähiges Werkzeug an die Hand: iBooks Author. Damit habe ich denn auch begonnen, die Archive meines „alten“ konzeptblogs anzulegen und zu gestalten, wobei ich die Funktionalität wahrlich nicht ausschöpfen musste (und konnte). Weiterlesen

Meine #gmw14

Nach zwei Jahren Pause hatte ich dieses Mal Gelegenheit wieder an der GMW-Jahrestagung 2014 in Zürich teilzunehmen, dem  (laut Beat) „Familientreffen“ aller am Medieneinsatzes an Hochschulen Interessierten. Einschließlich der Pre-Conference waren es dann insgesamt vier Tage, gefüllt mit sehr unterschiedlichen Formaten. Obwohl manche Tagungsthemen nicht mehr bei mir im Focus stehen, war ich positiv überrascht, dass meine persönliche Agenda von Anfang bis Ende mit interessanten Beiträgen gefüllt war. Weiterlesen

GML² 2013 Tagungsband ist online

Mit ein wenig Verspätung von mir der Hinweis, dass der Tagungsband (genauer jeweils ein Videomitschnitt der Vorträge plus Abstract) der GML² 2013 inzwischen online gestellt ist. Unter der Überschrift Grundfragen Multimedialen Lehrens und Lernens – Renaissance des E-Learning? ging es im Wesentlichen (explizit in 7 von 10 Vorträgen) um MOOCs. Neben konkreten Beispielen und der europäischen Perspektive (von xMOOCs) hatte ich Gelegenheit, das Fähnchen der cMOOCs hochzuhalten.

Präsentiert habe ich meine Einordnung der cMOOCs (als Repräsentanten des Konnektionismus) als alternatives Lehr-/Lernkonzept. Dabei bin ich auch auf Stolpersteine eingegangen, die sowohl auf Seiten der Lehrenden als auch der Lernenden liegen. Meine Aussagen dazu gelten auch heute noch, etliche cMOOCs später. Erfreulicherweise wurden nicht nur die Vorträge selbst, sondern auch die Diskussionen mitgeschnitten und online gestellt. Mein Vortrag findet sich hier: GML13-JW