SoftwareMuseum: Photoshop

Abgelegt unter: SoftwareMuseum — JoWe um 19:45 am 19.02.2010

Heute vor 20 Jahren gelangte ein Computerprogramm zur Auslieferung, das die Bildbearbeitung grundlegend verändert hat: Adobe Photoshop. Die Entwicklung geht zurück auf die Brüder John und Thomas Knoll, die ein Programm namens Display am Apple Macintosh (wo sonst!) entwickelten, das dann 1990 unter dem Namen Photoshop von Adobe vertrieben wurde. Kaum zu glauben, dass das Programm auf eine einzige Diskette passte!

Es hat sich für viele Grafiker, Designer oder Fotografen, Profis oder Amateure, zum unentbehrlichen Hilfsmittel entwickelt. Ursprünglich dazu gedacht, eingescannte Bilder für den Druck zu bearbeiten, wurde es bald zu einem universellen Werkzeug, Bilder zu erstellen, zu bearbeiten und für unterschiedliche Weiterver-wendung aufzubereiten - alles Dinge, für die zuvor kostspielige Workstations benötigt wurden.

Zwar hat sich die Werkzeugpalette von der ersten (rechts) bis zur aktuellen Version (links) nicht völlig gewandelt, aber die bereit gestellten Funktionen haben sich inzwischen vervielfacht. Ein ganz wichtiger Schritt war dafür Photoshop 3, mit dem Ebenen eingeführt wurden, die nun das unabhängige Bearbeiten von Bildelementen erlaubten.

Viel zum Erfolg beigetragen hat die Erweiterbarkeit durch Plug-ins um neue Funktionen, wie etwa die berühmten Kai’s Power Tools. Inzwischen gibt es etliche Ableger, u.a. Photoshop Elements, dass auch für Hobby-Fotografen erschwinglich ist.

Als Open Source Alternative für anspruchsvolles Arbeiten gibt es  das Programm GIMP.

… wir wurden beforscht

Abgelegt unter: Lesestoff — JoWe um 18:10 am 12.02.2010

Wie viele seiner Arbeiten stellt Rolf Schulmeister auch den Preprint seines Artikels  Ansichten zur Kommentarkultur in Weblogs (mit Teilen von Leikauf & Bliemeister, erschienen als Beitrag zur Festschrift für Stefan Aufenanger) im Netz zur Verfügung. Darin untersucht er die Frage, ob durch die Kommentarkultur in Weblogs der Diskurs in der Wissenschaft gefördert werden kann. Wenn nämlich Weblogs eine wichtige Rolle in Lehr-/Lernsettings zugeschrieben wird (wobei es ja nicht nur Belege für diese Zuschreibung gibt, sondern auch eine Reihe von Erfahrungsberichten und Evaluationen dazu), dann sollte sich, so Rolf Schulmeister, gerade bei Edubloggern ein wissenschaftlicher Diskurs in den Kommentaren zu ihren Postings finden lassen.

Der textanalytische Ansatz, angewandt auf 15 Weblogs deutscher Edublogger, liest sich zwar anregend (für manche sogar aufregend, s.u.!); allerdings glaube ich nicht, dass Rolf damit dem Selbstverständnis der Blogger gerecht wird. Ich betreibe (als Wochenendblogger) mein Blog nicht mit dem Anspruch, wissenschaftliche Diskurse anzustossen (der Kategorie Fachliches sind sowieso nur ca. 1/4 meiner Postings zuzuordnen). Allerdings, erfreulicherweise und überraschend ergaben sich - ähnlich wie bei Michael Kerres - viele Reaktionen und Kommentare über andere Kommunikationswege. Seit ich zusätzlich twittere habe ich auch das Gefühl, das sich beide Kanäle gegenseitig befeuern (seitdem glatte Verdoppelung der Besucherzahlen meines Blogs). Insofern ergibt sich meine persönliche “Kommunikationskultur” nicht aus den Versatzstücken (schon gar nicht nur aus den Kommentaren, die ich erhalte oder gebe), sondern aus der Summer meiner Webpräsenzen. Die Blogs in meinen Seminaren haben übrigens bewusst einen ganz anderen Charakter.

So kann sicher weitere methodische Kritik an Rolfs Ansatz vorgebracht werden. Das ändert aber nichts daran, dass er sehr verdienstvoll zeigt, wie die öffentlich zugänglichen Daten zu tiefergehenden Analysen erschlossen werden können. Insofern ist für mich die aufgeregte Reaktion von Beforschten (und nicht Beforschten) zunächst in Twitter (zu verfolgen über Hashtags #schulmeister bzw. #meisterblogforschung) schwer nachvollziehbar.

Ich schwanke zwischen Erstaunen und Verärgerung bei Kommentaren wie Dummes Zeug muss man ignorieren. schad um die schöne zeit, in der man was richtiges lernen könnte oder sein Beitrag sei unbelastet von eigener Praxis. Seit wann darf man denn nur noch eigene Praxis beforschen? Kein unvoreingenommener Blick von außen mehr? Solche Äußerungen zeigen nur, wie dringend nötig der ist. Zum Glück geht es hier inzwischen deutlich konstruktiver zu.

Nachtrag 15.2.2010: … ist mir ein Posting eingefallen, wie wir schon mal beforscht wurden:

“… erhielt ich gestern die Masterarbeit Bloggen – Pflichtübung oder Passion? von Tamara Bianco, in der ich mich als “beforschter” Knowledge Blogger wieder fand. Eine gut zu lesende Arbeit, in der manches, was man so vermutet hat, nun empirisch belegt ist, andere Aspekte eher überraschen … Also Pflichtlektüre  für alle Blogger (hier gehts zum Download), die ihre eigene Haltung zum Bloggen einordnen und reflektieren wollen.”

EduCamp 2010 Hamburg

Abgelegt unter: Allgemein — JoWe um 17:08 am 09.02.2010

Das war es also schon, mein erstes EduCamp. Allein schon, wie schnell die Zeit verging, die Dichte der Sessions und der Gespräche dazwischen sind für mich ein  gutes Zeichen. Auch wenn nicht alle der jeweils 200 angemeldeten Personen erschienen, gab es eine Fülle (eigentlich Überfülle) an Sessions, die nur mit Mühe in dem engen Zeitplan und den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten unterzubringen waren.

Die Vorstellungsrunde zu Anfang, erfreulich diszipliniert mit Beschränkung auf Namensnennung, Herkunft und drei Tags, machte schon die Bandbreite an fachlichen und beruflichen Hintergründen deutlich, die die Teilnehmerinnen mitbrachten. Obwohl die Tags nicht immer leicht zu entschlüsseln waren (manche sachlich, manche bewusst ironisierend?) … deshalb hier meine eigenen nochmals mit Kurzerklärung:

  • Mediendidaktik (weil ich mich nicht als Medienpädagoge verstehe)
  • Bastler (weil ich gerne Dinge konkret ausprobiere und Spass an den dabei entstehenden Produkten habe)
  • Silver Surfer oder Edupunk? (ironisierend, weil ich solche Zuordnungen eigentlich daneben finde)

Schön auch, dass ich etlichen meiner bisher nur virtuellen Kontakte erstmals die Hand schütteln konnte. Zweimal während des EduCamps war ich selber aktiv, was ich aber noch nicht aufgearbeitet habe; deswegen dazu hoffentlich später mehr. Insgesamt hatte ich das Gefühl von Session zu Session zu hetzen (weil alle doch die volle Zeit ausnutzten), weshalb ich mir bewusste Auszeiten genommen habe, um die f2f-Kontakte zu pflegen - da habe ich bei normalen Konferenzen schon mehr geplante Freiräume erlebt. Um den Vergleich mit den mir bekannten traditionellen Konferenzformaten auszuweiten: Ich fand die Organisation ziemlich perfekt. Mit viel Improvisationsgeschick wurden die Räume auch den rasch wechselnden Bedürfnissen angepasst; von Lernräumen, in die Technik organisch integriert ist, waren wir allerdings noch weit entfernt (was wirklich kein Vorwurf an die Veranstalter ist, aber zeigt, dass selbst an einer Hochschule sowas normalerweise noch nicht zu haben ist).

Während sonst Tagungsbände die Hauptquelle der Information für weitere Interessierte sind, gibt es vom EduCamp die Unterlagen, die überwiegend im Wiki zugänglich sind und inzwischen eine Fülle von Blogeinträgen, die die Erfahrungen reflektieren. Was ich noch vermisse, sind mehr konkrete Unterlagen (so wie z.B. die Folien zur Heuschreckenbasierten Bildungsrevolution) oder gar Zusammenfassungen von Diskussionsergebnissen. Aber vielleicht kommt das ja noch; ich fühle mich da durchaus selber in der Pflicht.

Ein echter Aufreger vor, während und nach dem EduCamp war die Podiumsdiskussion (Aufzeichnung ansehen!), nämlich ob es denn überhaupt eine geeignete Form im Rahmen des EduCamps sei. Meine Perspektive ist zunächst ein wenig anders und ich nehme mal die klassischen Podien als Maßstab; abschreckendes Beispiel wäre das der letzten GMW-Tagung in Berlin. Dagegen fand ich dann die gewählte Form mit der Fishbowl durchaus gelungen - die Eingangsstatements waren erfreulich knapp und über den wechselnd besetzten “leeren Stuhl” kamen etliche Diskutanten aus dem Publikum zu Wort. Vor allem aber gab es im Vorfeld von Rolf  Schulmeister, Lisa Rosa und Benjamin Jörissen bereits Statements zum Thema. Gebe zu, die waren für mich erhellender als die Statements vor Ort.

Natürlich konnte bei dieser Diskussion kaum von eindeutigen gemeinsamen Begriffen ausgegangen oder darüber Einigkeit herbei geführt werden (insbesondere Bildung, Bildungsraum, Lernen). Ich möchte die Diskussionsdetails hier gar nicht nachzeichnen; die bisherigen Kommentare geben da schon ein ganz gutes Bild. Aber es ging ja nicht nur um Begriffe, sondern um Grundhaltungen. Da wird deutlich differenziert zwischen den Experten und den EduCampern (das sind nach Jean-Pol Martin wohl nur die “Leute, die leben in dieser Welt”). Diskussion auf “Augenhöhe” stelle ich mir anders vor. Gerade der Austausch trotz unterschiedlicher Sicht-, Arbeits- und Lebensweisen sollte doch ermöglicht werden. Ich möchte mich weder bei “uns / bottom-up” oder “die / top-down” verorten lassen.

Sowieso seltsam, warum dieser eine Tagungsbestandteil so in den Vordergrund rückt. Ansonsten sind nämlich die meisten Kommentare zum EduCamp ziemlich positiv, und zwar nicht nur was die Organisation, sondern auch - was ja nun das Wichtigste ist - was den inhaltlichen Ertrag betrifft. Auch ich bin mit vielen Anregungen zurück gekommen und habe eigentlich vor, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein. Also mein Dank ans Orga-Team und gleiches Engagement den Nachfolgern!

SoftwareMuseum: PowerPoint

Abgelegt unter: SoftwareMuseum — JoWe um 23:19 am 31.01.2010

1987 erschien PowerPoint 1.0 und hat seitdem die Gestaltung von Vorträgen so beeinflusst, dass auch von einer PowerPoint-Kultur gesprochen wird. Robert Gaskins entwickelte das Programm - zunächst mit dem Namen Presenter (dazu gibt es eine detaillierte Funktionsbeschreibung und eine aufschlussreiche Markt-analyse). Übrigens wurde das Programm zunächst auf dem und für den Apple Macintosh entwickelt; die Windows-Version folgte erst 1990, nachdem Microsoft noch 1987 PowerPoint mitsamt der Firma Forethought aufkaufte und in die Microsoft’s Graphics Business Unit überführte.

Gedacht war PowerPoint von Gaskins eigentlich als ein Tool, um Folien für Overheadprojektoren zu erstellen und auszudrucken:

Programs such as Presenter will make it possible for individual content-originators to produce their own material. Together, these innovations should give rise to an entirely new phenomenon - presentations with the informality of overhead transparencies, delivered in lighted business meetings, but using video generated directly from diskettes instead of actual overhead foils. … We should not fall into the mistake of believing that all presentations generated for electronic delivery will share the artistic and stylistic qualities of 35 mm slides. Presenter (…) will best fulfill the cluster of expectations surroundingoverheads - informal, for lighted rooms, for smaller groups, for working meetings where content is more important than form or fancy graphics, for situations where speed and personal control are important.

Wir wissen heute, dass PowerPoint diesen Rahmen schnell verlassen und eine Eigendynamik entfaltet hat, die spätestens 1992 mit der in PowerPoint 3.0 erstmals verfügbaren Funktion Bildschirm-präsentation und den gerade am Markt erhältlichen LCD-Video-projektoren begann. So ist heute eigentlich kaum einVortrag ohne PowerPoint mehr denkbar und den meisten Folien ist anzumerken, dass reger Gebrauch von den zahlreichen Vorschlagslisten gemacht wurde (Foliendesigns und Layouts, Übergänge, Diagramme, SmartArt-Grafiken und WordArt).

Trotz der flächendeckenden Etablierung von Slideware (so die allgemeine Bezeichnung für Präsentationsprogramme seit Tuftes berühmtem Wired Artikel PowerPoint Is Evil) gibt es erstaunlicherweise kaum Alternativprogramme zu PowerPoint. Impress, als Bestandteil von OpenOffice bietet ganz bewusst vergleichbare Funktionalität, ebenso Apples Keynote, auch wenn es eine andere (bessere) Integration in das Apple Betriebssystem OS X bietet. Erst mit Prezi gibt es ein neues Konzept: Arbeiten auf einer unbegrenzten Arbeitsfläche und die Präsentation entspricht dem Navigieren und Zoomen auf dieser Fläche. Daran hat man sich allerdings auch bald satt gesehen.

Kreative und beeindruckende Präsentationen entstehen vermutlich erst dann, wenn die Anwender sich von den vielfältigen Funktionen und Templates lösen und bewußt machen, dass ein Vortrag ein Vortrag bleibt, also mehr ist als das Durchklicken von Folienserien.

PowerPoint: Macht und Einfluss eines Präsentationsprogramms

Abgelegt unter: Lesestoff — JoWe um 23:19 am 31.01.2010

PowerPoint ist aus heutigen Vorträgen nicht mehr wegzudenken, auch nicht an Hochschulen. Selbst an Schulen wird schon die Verwendung von PowerPoint unterrichtet. Dabei ist seine Verwendung nicht unumstritten. Bekannt ist Tuftes Fundamentalkritik: PowerPoint Is Evil. Sie wird in einem aktuellen Buch an mehreren Stellen aufgegriffen. Es ist der von Coy & Pias herausgegebene Band PowerPoint: Macht und Einfluss eines Präsentationsprogramms. Er geht die Gesamtthematik aus Sicht der Informatik, Medien-, Kunst- und Kulturwissen-schaften an.

Das ist spannend weil manche Eigenheiten von PowerPoint und ihre Wirkung auf die konkrete Werkzeugnutzung herausgearbeitet werden (Beiträge von Pias bzw. Müller-Prove). Von Bieber wird die unter-schiedliche öffentliche Debatte in USA und Deutschland über den Wert von PowerPoint zusammen gefasst (da kommt Tufte wieder ins Spiel). Für mich war Pflügers Beitrag zur Rhetorik der Präsentation besonders instruktiv. Wohl auch deswegen, weil er mir bekannte Beispiele einbaut, an denen er die innovative Nutzung der visuellen Elemente im geeigneten inhaltlichen Kontext illustriert. Nake kommt in seiner anekdotischen Darstellung zu dem abschließenden ketzerischen Gedanken “… die Befreiung des Netzes von all den unsäglichen PowerPoint-Präsentationen, die dort herumlungern, als wären sie dafür entstanden, nicht für die Rede”.

Meine Leseempfehlung möchte ich abschließen mit den Links zu einigen der Beispiele mit “gegen den Strich” verwendetem PowerPoint:

Update 8.2.10: Die ZEIT entdeckt Prezi; darin ein nettes Zitat: Die schönste Umschreibung für Powerpoint-Präsentationen habe ich neulich von einem Kommunikationswissenschaftler gehört: »Gedanken in Brühwürfeln«.

    warum bei uns nicht?

    Abgelegt unter: Fachliches — JoWe um 18:30 am 29.01.2010

    Manchmal frage ich mich, gibt es bei uns einfach zu viele Akteure, um sie unter einem Dach zu vereinen? Ab und an besuche ich die Seiten des schweizerischen eduhub bzw. des österreichischen Forum Neue Medien in der Lehre. Was ich dort finde und aktuelle Infos aus Gesprächen mit den dortigen KollegInnen vermitteln mir den Eindruck, dass es ziemlich gut funktionierende Hochschul-Communities gibt. Beide Gruppierungen sind aus den jeweiligen (inzwischen abgelaufenen) nationalen Förderprogrammen zu Neuen Medien in der Hochschullehre hervorgegangen (also Swiss Virtual Campus bzw. Neue Medien in der Lehre an Universitäten und FH). Beide veranstalten regelmäßige Treffen, die sehr gut besucht werden. Deren Charakter ist mit den Fachtagungen nicht vergleichbar (wie GMW oder DeLFI ; aber vielleicht entwickelt sich die Campus Innovation in diese Richtung). In Großbritannien gibt es als Dach JISC (Joint Information Systems Committee), unter dem Initiativen zu “Innovation in the use of ICT for education and research” versammelt sind (200 Projekte, 49 Services) und ich bin immer wieder angetan von der Fülle und Qualität der Materialien.

    Bei meiner Arbeit für e-teaching.org bräuchte ich immer wieder mal vergleichbare zentrale Informationsquellen. Eine nationale Anlaufstelle, die dann eben auch Kristallisationspunkt für neue Ideen, Initiativen und nachhaltige Entwicklungen sein könnte, gibt es nach dem Ende der BMBF-Förderprogramme und mit der Länderverantwortlichkeit nach der Föderalismusreform nicht mehr. Auch die DINI konnte diese Rolle bisher nicht übernehmen (man vergleiche mal deren Angebot mit dem von JISC). Aber vielleicht könnte zukünftig deren Arbeitsgruppe E-Learning mit ihren fünf Teams darauf hinarbeiten?

    Die Geschichte des Macintosh …

    Abgelegt unter: SoftwareMuseum — JoWe um 12:55 am 19.01.2010

    Jetzt, wo alle Welt wieder mal auf eine Innovation von Apple wartet (Come see our latest creation), sind diese Videos, die ein Mac-Nutzer (wieder) gefunden hat, doch ganz nett:

    I found this VHS cassette while cleaning my office this week. This “Found Footage” comes from a video tape I received from Apple back in 1984 when the original 128K Mac was introduced. It was part of the authorized dealer training videos given to each store to help them become familiar with the Macintosh. You will see a very young Burrell Smith, Andy Hertzfeld, Phil Gibbons, Mitch Kapor, Bill Gates and Steve Jobs. You really get a good feel for how proud and excited these people were for the creation of something special. Little did they know how much they were about to change the world…


    herzlichen Dank für das Gespräch!

    Abgelegt unter: Allgemein — JoWe um 16:10 am 13.01.2010

    Angefangen hat Anja Assion (ist schon zwei Monate her) mit einem Interview mit einer “Digital Native” und dann haben sich ein paar gedacht, das kann man per Selbstgespräch eigentlich fortführen, so Felix, DonDahlmann, Sven, Tim, Christian und vor kurzem auch Helge. Die Fragen haben sich dabei z.T. leicht geändert, und so dachte ich, als Silver Surfer mach ich das jetzt einfach auch mal …

    Joachim, zur Generation der Digital Natives kannst du dich schwerlich zählen. Sagt dir der Begriff trotzdem etwas?

    Generationszuordnungen finde ich prinzipiell problematisch. Ich bin ja auch kein Alt-68er, nur weil ich damals studiert habe. Ich fand Prensky’s Begriff von Anfang an daneben, vor allem seine Behauptung, dass intensive Erfahrungen mit digitalen Medien zu unterschiedlichen Hirnstrukturen führen sollen. Rolf Schulmeister hat das (inzwischen in der 3. Version) alles sauber zerpflückt und deutlich gemacht, dass dadurch nur Diversität zugekleistert wird und wir damit einer Mehrheit von Schülern und Studierenden nicht gerecht werden.

    Du bist 63 Jahre alt und hast natürlich auch einen eigenen Computer. Seit wann besitzt du ihn und musst nicht mehr den Familien-PC benutzen?

    Also bei uns war mein privater Rechner immer auch der Familien-PC. Den ersten habe ich 1980 gekauft. Das war der KISS, ein CP/M-Rechner, Vorläufer des Alphatronic PC von Triumph-Adler; dafür gab es eine bereits erstaunlich leistungsfähige Textverarbeitung. So alle zwei bis drei Jahre verkaufte ich den Rechner und ersetzte ihn durch ein neueres Modell, bis ich 1994 meinen ersten privaten Mac hatte, der dann Grundstock für mein kleines Museum mit inzwischen 12 Apple-Rechnern bildete.  So habe ich alle Phasen und Varianten der PC- und Internet-Entwicklung hautnah miterlebt. Entsprechend viele unterschiedliche Betriebssystem (Versionen) - manche parallel im Betrieb - erschwerten den Alltag. So viele nutzlos gewordene Technikkenntnisse und Fertigkeiten! Jede Tastatur war ja anders ausgelegt, aber das hielt uns flexibel. Das Programmieren - noch heute ein Hobby von mir - hatte ich übrigens auf Großrechnern (der Telefunken TR 440) und Minicomputern (der legendären PDP-11) gelernt. So viele Programme, die nirgends mehr zum Laufen zu bringen sind …

    Wo bewegst du dich denn im Internet? Hast du eine eigene Homepage bzw. einen Blog?

    Seltsame Frage. Im ultimativen Hypermedium, wie es das Web darstellt, bewege ich mich ja nicht in abgegrenzten Räumen. Klar gibt es interessenbedingt erste Anlaufstellen, aber ich freue mich nach wie vor, wenn es mich über etliche Verlinkungen wieder mal zu überraschend spannenden neuen Informationsquellen verschlägt.

    Eine eigene Homepage hatte ich anfangs über das Institut, an dem ich arbeite; seit einigen Jahren auch eine private.  Als ich Anfang der 90er meine erste Webseite mit Passbildchen dekorierte kam der Kollegenkommentar “wie kann man sich nur so exhibitionieren …”. Was die damaligen KollegInnen wohl heute zu Blog und Twitter-Tweets von mir sagen würden? Aber wer sich wie ich beruflich mit E-Teaching und E-Learning beschäftigt, muss mit den Tools und Arbeitsweisen einfach auch persönliche Erfahrungen sammeln und sich in entsprechenden Communities bewegen. Ich wundere mich eher, wie wenige meiner KollegInnen das auch machen.

    Und wie schaut bei dir ein normaler Tag – in Bezug auf das Internet – aus?

    Am Arbeitsplatz ist der Rechner den ganzen Tag an. Morgens werden erstmal die E-Mails gecheckt, die RSS-Feeds (ein Segen!) überflogen und auch in Twitter rein geschaut. Ansonsten versuche ich das auf zwei, drei Mal am Tag zu beschränken, denn zugegebenermaßen hat das einen gewissen Ablenkungscharakter. Während konzentriertem Lesen und Schreiben ist der Rechner deshalb immer im Ruhezustand.

    Welche Rolle spielt das Internet bei der Arbeit?

    Ohne läuft nix, denn wie gesagt ich befasse mich damit ja auch beruflich.

    Beaufsichtigst du deine Kinder, wenn sie im Internet sind? Und hast du deine Kinder über „richtiges Verhalten” im Internet geredet?

    Meine sind volljährig und verhalten sich - soweit ich das beurteilen kann - ziemlich vernünftig im Internet. Liegt sicher mit daran, dass auch sie beruflich bzw. studienbedingt intensiv damit zu tun haben. Sie sind in einem Haushalt aufgewachsen, in dem der Zugang zu Rechnern und Internet von Anfang an selbstverständlich war. Wir haben das nicht speziell gefördert und Medienkompetenz nicht zum Erziehungsziel erklärt, wohl aber so etwas wie “Lebenskompetenz”.

    Was verstehst du persönlich - unabhängig von der Meinung deiner Kollegen, Freunde oder anderen - unter „richtigem Verhalten” im Netz?

    Warum sollte ich mich im Netz anders verhalten als im “richtigen” Leben? Ich vermute, diejenigen, die in der relativen Anonymität des Netzes ignorieren, dass am anderen Ende der Leitung zu respektierende Menschen sitzen, sind meist auch real Dumpfbacken.

    Sollte man deiner Meinung nach alles, was im Internet verfügbar ist, auch frei nutzen dürfen? Oder kannst du auch die Urheber verstehen, die das nicht möchten?

    Natürlich kann ich den Wunsch verstehen, nicht alles frei verfügbar zu machen. Wer von seinen Werken leben will und muss, soll das können. Ich kaufe also CDs und DVDs, die ich besitzen möchte. Das Argument “für den Schrott bezahle ich doch nix”, ihn dann aber zu saugen, entlarvt sich selbst.

    Allerdings bin ich Anhänger von Open Access und Open Content. Dass Steuergelder mehrfach eingesetzt werden müssen, bis Forschungsergebnisse allgemein verfügbar sind, darf nicht sein. Neue Geschäftsmodelle (z.B. die Hybridpublikationen des Waxmann-Verlags, die online kostenlos verfügbar sind aber auch in gebundener Form erworben werden können) und auch neue Review-Formen, die Online-Publikationen befördern, unterstütze ich sehr. Da ich nicht mehr meine Publikationsliste aus Karrieregründen pflegen muss, stelle ich persönlich alles, was ich noch so schreibe, auf meiner Webseite zur Verfügung und wähle die mir geeignet erscheinende Creative Commons-Lizenz.

    Wahrscheinlich hast du auch schon Leute übers Internet kennengelernt. Wie kam es zu den Kontakten und habt ihr euch auch in der „realen Welt” schon einmal getroffen?

    Übers Bloggen, Twittern, Foren und Communities kommt es natürlich zu vielen Kontakten, die anders nicht ohne weiteres entstanden wären. Der Umgangston im Netz ist dabei locker. Bei realen Treffen sind dann manche - wenn sie sich nicht über mich vorinformiert haben - überrascht einem grauhaarigen älteren Herrn gegenüber zu stehen. Ich finde das lustig, sie meistens auch …

    Ein bekannter Wissenschaftler hat einmal gesagt: „Das Internet vergisst nie.” Was meinst du, hat er damit gemeint?

    Das was er gesagt hat. Aber er hat unrecht. Meine frühen Seiten sind in der WayBackMachine des Internet Archivs nicht mehr auffindbar. Als Nostalgiker finde ich das schade.

    Joachim, danke für die Zeit, die du dir genommen hast!

    OLPC - quo vadis?

    Abgelegt unter: OLPC — JoWe um 16:09 am 11.01.2010

    Ich sympathisiere sehr mit dem OLPC-Projekt. Aber gilt noch die in der Vision aufgestellte These It’s not a laptop project. It’s an education project? Jedenfalls sind sie (wieder mal) eher mit ihren Hardware-Entwürfen in den Schlagzeilen. Derzeit macht der XO-3 (Abb. rechts) die Runde. Wenn ich es recht sehe, ist das eher eine Design-Studie denn ein konkret zu erwartendes Gerät (und wenn, dann hieße es wirklich warten, nämlich bis 2012). Schon der XO-2 (Abb. links) war so eine (inzwischen schon wieder eingestampfte) Studie vom Mai 2008 (Bildquelle: http://wiki.laptop.org/).

    Ob der XO-3 mit den bisher benannten Spezifikationen ein geeigneter Nachfolger für die mittlerweile ca. 1,4 Mio. ausgelieferten Geräte der ersten Generation darstellt, ist für mich offen. Jedenfalls bildet sich eine Arbeitsteilung heraus mit der OLPC-Organisation als Hardware-Innovator und Sugar Labs als Software-Entwickler. Bei den Unterrichtsmaterialien wird auf die Bereitstellung offener Bildungsresourcen (OER) gesetzt. Ob das klappen kann? Denn dahinter liegt kein durchgängiges Organisationskonzept sondern eine nicht ganz konfliktfreie Entwicklung zum Status Quo. Die Interessen der Beteiligten laufen m.E. eher auseinander.

    Ich würde mir deshalb wünschen, OLPC würde mehr Schlagzeilen produzieren mit überzeugenden Unterrichtskonzepten aus den Projekten in verschiedenen Ländern. Nach wie vor fehlen halbwegs seriöse Evaluationen aus denen wir etwas lernen könnten über die Umgestaltung schulischer Praxis durch digitale Medien. Durch die einschlägigen Foren geistern immer noch so simple Behauptungen wie: Children learn the most while reading, watching videos and browsing the web. Das liegt sicher mit daran, dass seitens OLPC keine theoretisch begründeten und praktisch belegten Konzepte zu Grunde gelegt wurden, sondern nur der platte Verweis auf Paperts Konstruktionismus (wer dazu Vertiefung sucht, wird in die Weiten des Netzes entlassen: More on this topic can be found by exploring Google using keywords such as “constructionism”, “education”, “philosophy”).

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir im Jahr 2010 einen entscheidenden Schritt erleben werden hin zu einer neuen Geräteklasse, die sich noch einmal deutlich unterscheidet von den Netbooks, für die der XO-Laptop Auslöser war. Es werden vermutlich Tablet-Geräte sein (siehe z.B. das Referenzdesign von Freescale, ähnliche Geräte von Google oder Apple sind im Gespräch), nicht zuletzt angeregt vom iPhone, dass wie kaum ein anderes Smartphone dafür steht, immer und überall im Netz zu sein und mit einer Unzahl von Applikationen nützliche Dinge erledigen zu können. OLPC ist also in diesem Sektor wahrlich nicht der alleinige Innovator. Und zur Begründung einer 1:1-Ausstattung von Grundschulen mit solchen Geräten werde ich dann gegenüber Eltern und Schulträgern lieber auf das iPhone-Projekt in Goldau zurückgreifen.

    Besser präsentieren …

    Abgelegt unter: Allgemein — JoWe um 22:01 am 05.01.2010

    Die Präsentationen des Apple-Chefs Steve Jobs sind Legende. Die Vorstellung des ersten Mac im Jahr 1984 zählt dazu (eine nach Jahren gefundene und restaurierte Aufzeichnung hat unter Macianern Kultstatus). Die Vorstellung des iPhone im Jahr 2007 gilt als seine beste Präsentation. Kein Wunder, dass sich Kommunikationstrainer dieses Phänomens angenommen haben. So auch Carmine Gallo in seinem Buch The Presentation Secrets of Steve Jobs: How to Be Insanely Great in Front of Any Audience. Will man die zentralen Aussagen Gallos kennen lernen, kann man aber erstmal seine Folien ansehen:

    Das meiste ist eigentlich nicht neu. Jobs “hat etwas zu sagen”, erzählt eine Geschichte, verzichtet auf “bullet points” und verwendet einfache Vergleiche und Visualisierungen. Eine Textanalyse im Vergleich zu Keynotes von Bill Gates 2007 bzw. 2008 unterstreicht das.

    Ich bin skeptisch, ob wir für eigene Präsentationen daraus wirklich etwas lernen können. Jobs ist schwerlich nachzumachen … und wer hat schon Macs, iPods und iPhones zu präsentieren. Jobs hat eine Form gefunden, die zu ihm passt und die er überzeugend umsetzen kann. Eine solche Form zu finden, daran sollte man selbst auch arbeiten; das Ergebnis wird dann sicher ganz anders aussehen.

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