#opco12 - 1:1 und BYOD

Abgelegt unter: #opco12, OLPC — JoWe um 16:02 am 16.05.2012

In der Diskussion des Tablet Computing während des Online-Events des OpenCourse 2012 am 9.5.12 wurde ein wichtiger Aspekt angesprochen und diskutiert (angeregt von Beats Folie 3): BYOD (Bring Your Own Device; Pro und Kontra wird auch für Firmen diskutiert), manchmal auch noch breiter gefasst als BYOT (Bring Your Own Technology). Die Notwendigkeit einer 1:1-Ausstattung setzte ich hier mal voraus; deren Begründung/Diskussion möchte ich später nachschieben. Dies vorausgesetzt stellt sich dann die Frage, macht BYOD wirklich Sinn? Im Schul-/Hochschulkontext bedeutet es konkret, sich in entsprechenden Lehr-/Lernsituationen auf die Verfügbarkeit der notwendigen Geräte bei den Lernenden zu verlassen.

Ein verlockender Gedanke dabei ist, einfach mal anfangen zu können, ohne auf Investitionen des Schulträgers warten zu müssen. Aber: Was ist mit den Lernenden, die sich kein entsprechendes Gerät leisten können? Wir sprechen hier ja von Smartphones, Tablets, Netbooks, Notebooks usw., deren Leistungsfähigkeit einen Mindeststandard erfüllen (also WLAN-fähig, Programme/Apps für Mail, Social Media-Clients, Text, Bild, Video). Das haben nicht alle, schon gar nicht in Kindergarten (Beats Folie 1) oder Grundschule. Selbst an Hochschulen sind entsprechende Defizite auszugleichen. René Wegener berichtete von Leihgeräten an der Uni Kassel. Philipp Gebhardt weist aber zurecht darauf hin, dass damit Aufgaben nur verschoben werden: nämlich Eigenfinanzierung und Eigenadministrierung der Systeme. Gerade die Administration spricht wieder für einheitliche Ausstattung und speziell für Tablets (vgl. die ipadklassse). Wobei allerdings auch Cloud Computing ein Schritt zur Vereinheitlichung sein könnte.

Mich würden jedenfalls detaillierte Praxisberichte interessieren, wie BYOD im Alltag aussieht (ein Beginn ist mit Mandys Bericht BYOD am EduCamp gemacht). Gerade weil nicht 100% des Unterrichts plötzlich nur noch mit den digitalen Geräten bestritten wird, sondern diese punktuell, dort wo didaktisch sinnvoll, genutzt werden sollen - wie im Übrigen andere Unterrichtsmittel ja auch - ist die für Lehrende und Lernende problemlose Integration in das Unterrichtsgeschehen sicher zu stellen. Dabei wirkt das neuartige Interface der Tablets (Touchscreen, Frank Thissen hat in der Online-Diskussion darauf hingewiesen) eindeutig erleichternd.

Meiner Ansicht nach eröffnet die 1:1-Ausstattung mit gleichartigen Geräten  aber vor allem (abgesehen davon, dass unterschiedliche Geräte dann kein Statussymbol mehr darstellen) ganz neue Möglichkeiten für die Kooperation und Kollaboration von SchülerInnen bzw. Gruppen innerhalb und außerhalb der Schulen (vgl. auch Derndorfers Vortrag in Goldau). Es würde natürlich auch die Verfügbarkeit und den Austausch von Materialien erleichtern. Darin sehe ich u.a. den häufig nachgefragten didaktischen Mehrwert.

Ich gehe im Übrigen nicht davon aus, dass die Bildungsministerien der Länder, die 1:1-Ausstattungen vorantreiben, die notwendigen Investitionen nur deshalb tätigen, um modischen Trends zu folgen (wie etwa Uruguay mit OLPC/XO, Argentinien, Türkei oder Thailand). Es ist doch eher die Frage, ob dort nicht pragmatisch und konsequent und unbelasteter von Grundsatzdiskussionen als bei uns der Schritt in die globalisierte Wissensgesellschaft/Informationsgesellschaft vorbereitet wird.

En fertiges, schlüssiges Konzept zur 1:1-Ausstattung unserer Schulen habe ich nicht in der Tasche. Viele Details blieben zu klären. Zur Vertiefung empfehle ich das Themenheft 1:1-Ausstattung (Heft 81 der Zeitschrift Computer + Unterricht). Um heterogene Umgebungen mit privater Hardware in der Schule wird es auch beim 3. Workshop Lerninfrastrukturen an Schulen gehen im Rahmen der DeLFI 2012 an der FernUniversität Hagen (24.- 26.09.2012).

#opco12 - Tablet Computing - eine Zwischenbilanz

Abgelegt unter: #opco12 — JoWe um 21:45 am 13.05.2012

Seit dem 7.5.12 läuft der Themenschwerpunkt Tablet Computing im Rahmen des OpenCourse 2012. Schon vor dem Online-Event am 9.5. wurde das Thema in mehreren Blogbeiträgen aufgegriffen. Sie befassen sich u.a. mit der Abgrenzung der Tablets von anderen digitalen Geräten (edaktik, brainbits) und sprechen einen Aspekt an (Boller mit Verweis auf Hermes, brainbits), der auch beim Online-Event in Mittelpunkt rückte: BYOD (Bring Your Own Device). Interessant auch die Vision von Tablets im Chemieunterricht (superlehrer). Solche Beispiele, nicht als Vision, sondern möglichst erste Realerfahrungen wären interessant und wichtig. Wer kann sie bereits liefern?

Die Online-Veranstaltung begann mit zwei Kurzstatements der Experten René Wegener (Uni Kassel) zu Tablets an Hochschulen bzw. Beat Döbeli Honegger (PHZ Schwyz) an Schulen, denn wir setzten voraus, dass die TN im Vorfeld die angebotenen Materialien gelesen hatten. Es schloss sich eine intensive Diskussion im Textchat an (bis weit nach Ende der Veranstaltung), die dann in einem Pad fortgesetzt wurde.

Es kristallisierten sich zwei Themen heraus, die auch in Blogbeiträgen weiter geführt wurden: 1:1-Ausstattung oder BYOD sowie didaktische Konzepte für Tablet-Nutzung. Ein Punkt bei BYOD ist die Wahrung der Chancengerechtigkeit (vgl. sonjalearning, distancelearninggarden, medienberater). Mehrfach wurden didaktische Konzepte für die Tablet-Nutzung angemahnt (letztlich bezog sich das aber praktisch immer auf m-Learning). whriesenbeck spricht vom Lernen auf dem Silber-Tablet. Das ist sicher ein Aspekt, der weiterer Vertiefung bedarf. Mir selber ist das häufig zu sehr eingegrenzt auf Mobilität und soziale Medien. Es gab und gibt auch etablierte Nutzungsformen, die durch die 1:1-Verfügbarkeit von Tablets neue Relevanz erhalten.

Für alle, die sich über didaktisch begründete Nutzungsszenarien Gedanken machen, kommt das Vortragsmanuskript von Gabi Reinmann gerade recht: Tablets, Apps und das Internet der Dinge. Der Untertitel Der weite Weg von der technischen Invention zur didaktischen Innovation charakterisiert treffend die Problemlage und einen der Schlusssätze kann ich nur unterstreichen: … die Einsicht, dass Produktinnovationen etwas anderes sind als soziale und damit auch didaktische Innovationen, dass Forschung mit dem Ziel, Innovationen hervorzubringen, anders laufen muss als Forschung mit dem Ziel, Hypothesen zu überprüfen und Theorien zu entwickeln. Gabis Text sei hiermit dringend zur Lektüre empfohlen!

Wir sind gespannt auf die Fortführung der Diskussion!

#opco12 - Moderatorensicht

Abgelegt unter: #opco12 — JoWe um 17:46 am 12.05.2012

Ich hatte das Vergnügen, die dritte Online-Veranstaltung des OpenCourse 2012 zu moderieren zum Thema Tablet Computing, das mich ja auch persönlich sehr interessiert (vgl. meine Beiträge hier oder hier). Wie schon die beiden vorangegangenen Veranstaltungen war die Resonanz mit wieder durchschnittlich über 160 Teilnehmenden sehr gut (bei 1400  angemeldeten TN also immerhin 12% live dabei!).

Das Thema hatte mehrere spannende Aspekte, die lebhaft diskutiert wurden (worauf ich hier inhaltlich noch gar nicht eingehen möchte), sogar noch einige Zeit nach offiziellem “Sendeschluss”. Das Chatprotokoll füllt immerhin 12 engbedruckte DIN A4-Seiten und Beat Döbeli hat die Diskussion dann noch in einem Edupad weiter geführt. Soweit alles erstmal eindrucksvoll und bestens.

Und was hat das nun mit der Moderatorensicht zu tun? Nun, wie ich schon in der Sitzung zu Mobile Apps anmerkte (bei der ich ja nur als Gast ohne Funktion dabei war): Metaaspekt: habe heute eklatante Probleme Igel/Göcks zuzuhören und Chat zu verfolgen; die laufen inhaltlich nicht parallel! Dieses Mal ging es mir wieder so und ich hatte mehrmals die Befürchtung, dass mir bei gleichzeitigem Zuhören der Referenten und dem Durchlesen der Chatbeiträge wichtige Aspekte entgingen, die ich somit auch nicht bündeln und an die Diskutanten weitergeben könne. Nun, die Lektüre des Protokolls hat mich etwas beruhigt. Wesentliches ist mir wohl nicht entgangen; die Referenten haben auch eigenständig mitgelesen und reagiert, so dass auf ziemlich alle eingegangenen Fragen und Kommentare reagiert wurde.

Ok, soweit Glück gehabt, trotzdem Notiz an uns (das opco12-Orgateam): Die Moderation besser zu zweit machen!

Perspektivenwechsel

Abgelegt unter: Allgemein, Fachliches — JoWe um 23:22 am 21.04.2012

Am Donnerstag habe ich bei einer kleinen Feier meinen Abschiedsvortrag am IWM gehalten zum Thema

Vom CUU zum MOOC - ein Rückblick in Kürze(ln)

in dem ich 35 Jahre Arbeit in der Unterrichtstechnologie anhand von Kürzeln für Projekte, Institute, Konzepte und Produkte Revue passieren ließ. Die Resonanz war so positiv, dass ich direkt motiviert bin, daraus eine seriöse Darstellung zu machen. Passt zwar nicht ins Themenspektrum meiner üblichen Tagungen, aber für ‘ne Keynote würde es passen, gell, liebe Tagungsorganisatoren!

Bei den Grußworten zahlreicher externer KollegInnen und Freunde, die mein Team von e-teaching.org organisiert hatte und per Video einspielte, kam bei mir bei aller Freude über den beginnenden Ruhesstand dann doch auch etwas Wehmut auf. Mir ist erneut bewusst geworden, dass neben den Arbeitskontakten die persönlichen Beziehungen und Freundschaften, die daraus erwachsen sind, das Wichtige und Überdauernde sind. Auch auf diesem Wege herzlichen Dank an euch!

Gestern dann das Büro (fast) ausgeräumt; viel zu viel Zeug steht nun im häuslichen Arbeitszimmer. Dafür die Aussicht auf mehr Zeit für Hobbys und Ruhe zum Durchdenken ausgewählter Themen, was mir im Tagesgeschäft nicht immer gelungen ist. Inwieweit sich das auf die inhaltliche Ausrichtung dieses Blogs auswirken wird, weiß ich noch nicht. Kurzfristig vielleicht gar nicht, denn einige fachliche Aktivitäten laufen noch ein bisschen weiter, allein schon der opco12, an dem ich nach wie vor beteiligt bleibe. Eher werden neue Dinge hinzu kommen - und erweitern dann vielleicht sogar den Kreis der Interessierten. Also bis dann …

ePad statt iPad

Abgelegt unter: Allgemein, OLPC — JoWe um 22:54 am 14.03.2012

Es gab Zeiten, da hat Apple spezielle Geräte für den Bildungsbereich entwickelt und angeboten, die zu der Zeit innovative Merkmale aufwiesen. So wie der eMate 300, der 1997 erschien, auf dem PDA Newton basierte, aber 1998 bereits wieder vom Markt genommen wurde. Nun gibt es also die neue Version des iPad (das “neue” iPad), wie dafür geschaffen, die Bildungslandschaft zu verändern.

Leider ist das iPad für Schulträger, die eine 1:1-Ausstattung unterstützen, wie ich sie propagiere, denn doch zu teuer. Wenn nun Archos ein Child Pad ankündigt, das für 129$ erhältlich sein wird, dann erwächst damit zunächst einmal dem angekündigten XO 3.0 Tablet preisliche Konkurrenz. Aber es könnte dies vielleicht auch ein Anstoß für Apple sein, die Vorzüge seiner Plattform in eine spezielle Variante zu packen, eben ein ePad, das preislich damit vergleichbar wird. Denn bei allen Vorbehalten gegenüber Apples Einschränkungen: Einen Maßstab vorzugeben, was schulische Geräte können und bieten sollten, das wäre trotz allem nicht schlecht.

Bildnachweis: http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Applenewton_emate300.jpg

2012: Das MOOC-Jahr!?

Abgelegt unter: #opco12, Fachliches — JoWe um 14:16 am 16.02.2012

Vielleicht wird in der Rückschau 2012 als das Jahr bezeichnet werden, in dem MOOCs (Massive Open Online Courses)  ihren Durchbruch hatten. Denn es ist schon erstaunlich wieviele dieser Kurse gerade ausgelaufen bzw. noch am Laufen oder schon wieder angekündigt sind. Hier eine kurze Aufzählung, die sicher nicht vollständig ist (ich bitte um Ergänzungen!):

Inzwischen gibt es auch eine ganze Reihe offener Online-Kursangebote (die wohl nicht mehr den konnektivistischen Merkmalen nach Downes & Siemens entsprechen), die riesige Teilnehmerzahlen - reif fürs Guinness Buch der Rekorde - erreicht haben:

Vergleichbar waren zwei weitere Kurse der Stanford University zu Machine Learning und Introduktion to Databases. Nach diesem Modell arbeiten inzwischen Udacity (gegründet von Thron), Coursera (Angebote der Stanford University) sowie MITx. Deren Angebot wächst so rasant, dass nur noch eine Übersichtsseite weiter hilft.

Stephen Downes sieht diese Entwicklung skeptisch: So the doors are open at MITx and we can see the business model on the wall - for this pilot version certification will be free, but we all know that this won’t last. Das “Einfallstor” dafür sind sicher die Gebühren bei einer Zertifizierung, die sich wohl nicht vermeiden lassen.

Jedenfalls, bei der GMW 2004 habe ich mich noch lustig gemacht über die Prognosen von Encarnaçao, Leidhold & Reuter, die 1999 ihre Studie Hochschulentwicklung durch neue Medien - Vision 2005 vorgelegt hatten (leider online nicht mehr auffindbar, nur noch als Kurzfassung). Aber wenn sie Vision 2012 geschrieben hätten, wären sie ja gar nicht mal so falsch gelegen …

Lesetipp: Designing Mobile Interfaces

Abgelegt unter: Lesestoff — JoWe um 22:21 am 12.02.2012

Beim Nutzer-Workshop von e-teaching.org letzten Donnerstag habe ich mal wieder das Thema Educational Patterns aufgegriffen. Im Portal arbeiten wir daran, bei den Lehrszenarien zur Beschreibung virtueller Szenarien Patterns durchgängig anzuwenden (siehe z.B. Vorlesungsinhalten, E-Assessment).

Dass der Pattern-Ansatz tatsächlich noch aktuell ist, zeigt mir u.a. ein Buch, das ich seit wenigen Tagen auf dem Tisch habe: Designing Mobile Interfaces von S. Hoober & E. Berkman. Es setzt fast vorbildlich um, was den Pattern-Ansatz auszeichnet: Die Autoren beschreiben bewährte, implementierte Lösungen für Interaktionen mit mobilen Geräten (Smartphone, Tablets usw.), also einem ganz aktuellen Thema (das auch uns beschäftigt bei der Entwicklung von Apps und eBooks). Die Pattern decken als Bereiche ab: Seitengestaltung, Informationsdarstellung, Widgets, Ein-/Ausgaben und Sensoren. Die Beschreibungskategorien sind die für Patterns gängigen: Name, Problem, Lösung, Variationen, Details (Interaktion & Präsentation), Antipatterns und Beispiele.

Der große Vorteil dabei ist, dass die Leser eigentlich jedes Einzelproblem (etwa die Darstellung von Auswahllisten oder Thumbnaillisten) herausgreifen können und die Lösung in immer gleicher Struktur beschrieben vorfinden. Die Lektüre des Buches von Anfang bis Ende ist also nicht nötig.

Zur Veranschaulichung der 76 vorgestellten Lösungen verwenden die Autoren nahezu ausschließlich eigene Illustrationen. Den weitgehenden Verzicht auf Screenshots empfinde ich als einzigen Mangel des Buche, das ansonsten konkrete Hilfen und Anregungen für die Interfacegestaltung bietet.

Farbe bekennen!

Abgelegt unter: #opco12, Fachliches — JoWe um 20:32 am 11.02.2012

Noch sind es zwei Monate bis zum Beginn des opco12 am 16.4.12. Mit inzwischen schon über 520 Anmeldungen wird aus dem opco tatsächlich ein mopco, ein massive open course. Und die Community beginnt bereits darüber zu twittern (Hashtag #opco12) und zu bloggen.

Als Initiator und Mitorganisator dieses Kurses bin ich momentan - wie die zum Glück zahlreichen Mitveranstalter - beschäftigt mit der weiteren Vorbereitung und Begleitung des Unterfangens. Zeit also, auch in diesem Blog prominent darauf hinzuweisen; deshalb mindestens bis Juli oben links das opco-Logo. Und meinem Twitter-Avatar habe ich nun auch die opco-Lupe verpasst.

Auf der Website und im Blog des opco12 werde ich naturgemäß präsent sein. Ob ich hier, gewissermaßen selbstrefexiv, auch darüber blogge,  wird sich dann zeigen. Im Moment bin ich erst mal gespannt auf den April, wenn es denn losgehen wird …

Seitenwechsel

Abgelegt unter: #opco11, #opco12, Fachliches — JoWe um 10:29 am 02.02.2012

Nun ist sie also raus, die Ankündigung zum #opco12, dem neuen OpenCourse 2012. Das Thema sind Trends im E-Teaching und dazu soll der Horizon Report unter die Lupe genommen werden. Als Veranstalter kooperieren studiumdigitale und Weiterbildungsblog, namentlich Claudia Bremer und Jochen Robes, die ihre Erfahrung aus dem opco11 einbringen, das Multimedia Kontor Hamburg mit Marc Göcks, welches die deutsche Version des Horizon Reports verantwortet und e-teaching.org mit dem Hintergrund mehrerer Themenspecials und Dutzenden Online-Events.

Beim #opco11 war ich Teilnehmer und habe den Kurs auch hier kritisch begleitet. Nun bin ich auf der anderen Seite gelandet und mit den vielen anderen Beteiligten noch eifrig dran, Konzept und Inhalte zu finalisieren. Gar nicht so einfach, bei einem bewährten Konzept methodische Impulse zu setzen - und natürlich die Hoffnung, dass das Konzept dann Anklang finden wird.

Bin jedenfalls als Mitveranstalter mindestens so gespannt auf den Kurs, wie ich es als Teilnehmer wäre. Die ersten Reaktionen, die praktisch Minuten nach der Ankündigung schon eintrudelten, lassen auf rege Teilnahme hoffen, so dass aus dem Open Online Course wirklich wieder ein Massive Open Online Course werden könnte.

Bücher, eBooks, iBooks …

Abgelegt unter: Allgemein — JoWe um 22:23 am 22.01.2012

Es war schon mal erstaunlich, wie gleichlautend die etablierten Zeitschriften-Portale das Apple-Event letzten Donnerstag angekündigt hatten, als “Apple will/kann/wird das Schulbuch/den Schulbuchmarkt revolutionieren/neu erfinden” (zeit.de, stern.de, spiegel.de usw.). Nun hat Apple also drei neue Produkte vorgestellt: iBooks 2, iBooks Author und iTunes U, d.h. die Version 2 der iPad-App iBook mit lernspezifischen Erweiterungen, eine (kostenlose) Entwicklungsumgebung zur Erstellung digitaler Bücher und iTunes U als App mit dem Zugriff auf (kostenlose) Kurse vieler Bildungseinrichtungen. Hat sich mit Apples Produktvorstellungen tatsächlich etwas verändert?

Apps oder iBooks? Ich hatte schon zwei schöne eBooks auf dem iPad, nämlich Die Elemente von T. Gray und Our Choice von Al Gore, nur dass es sich dabei eigentlich nicht um eBooks handelt, sondern um Apps, also Programme, die mit entsprechenden Entwicklungstools erstellt wurden. Für iBooks 2 gibt es gratis Life on Earth von E.O. Wilson, um damit die Funktionalitäten zu demonstrieren, die mit den neuen eBook möglich werden, wie Bildergalerien, interaktive Diagramme, Notizen (übertragbar in Lernkarten). Die eBooks sind damit den o.g. Apps mindestens ebenbürtig, eher noch flexibler in der Nutzung.

Mit iBooks Author hat Apple zudem ein Entwicklungswerkzeug vorgestellt, das nach meinem ersten Eindruck den Autoren das Erstellen von eBooks deutlich erleichtert; es erinnert stark an das Layout-Programm Pages (ausführlich testen konnte ich iBooks Autor noch nicht; bin froh, es überhaupt auf meinem alten Rechner mit OS X 10.6.8 dank einer hilfreichen Anleitung zum Laufen gebracht zu haben). Das wird vermutlich ein echter Fortschritt gegenüber den bisherigen Werkzeugen sein - unsere eigenen Gehversuche u.a. mit Calibre, Sigel und InDesign waren doch eher mühsam. Soweit, so gut.

Interaktivität: eBooks sind immer noch Bücher. Ihre Interaktivität beschränkt sich nach wie vor auf die ersten drei Stufen der Interaktivität (nach Schulmeister, 2005), also Objekte betrachten und rezipieren, multiple Darstellungen betrachten und rezipieren sowie die Repräsentationsform variieren. Den Inhalt der Komponente beeinflussen, Objekte bzw. den Inhalt der Repräsentation konstruieren und Prozesse generieren sowie konstruktive und manipulierende Handlungen mit situationsabhängigen Rückmeldungen sind damit nicht möglich, was sich auf die realisierbaren Lehrformen auswirkt. Die iBooks unterstützen damit im Wesentlichen expositorische und erarbeitende Lernaktivitäten. Explorative und expressive (artikulative) Aktivitäten (nach Mellar et al., 1994). sind damit nicht möglich.

Fazit: Sicherlich sind iBooks eine deutliche Weiterentwicklung gegenüber klassischen Lehrbüchern, aber dennoch perpetuieren sie klassische Vermittlungsformen und nutzen noch nicht das Potenzial handelnder Erfahrungen in realitätsnahen Lernumgebungen. Es bleibt also spannend, wie Lehrmittelverlage auf Apples Angebot reagieren, aber auch wie Lehrkräfte dessen neue Möglichkeiten nutzen. Ich warte aber mindestens so gespannt auf die ersten Ergebnisse des Projekts Technology Enhanced Textbook, bei dem die von mir genannten Mängel der iBooks im Fokus von Neuentwicklungen stehen.

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