(m)ein zweiter Blick auf den #edchatde

Dass mich das Thema  Coding: Muss Deutschland programmieren lernen? sehr interessiert zeigt allein schon dieser Blog mit dem ich mich als Verfechter des Programmieren für Alle positioniert habe. Deshalb habe ich natürlich den #EDchatDE am 14.10.2014 mit Interesse verfolgt, war aber am Ende eher enttäuscht und resigniert. Warum? Im Wesentlichen sind es zwei Aspekte:

1. Der Chat zu diesem Thema (mit acht vorgegebenen Fragen, so zu Kulturtechnik Genderfrage, Alter für Einführung, Informatik vs. fächerübergeifend, Informatik für Nerds? Unterstützung durch Unternehmen Informatik an Schulen? Vernetzung) hat (jedenfalls mir) gezeigt, dass dieses Format für einen weiterführenden Gedankenaustausch nicht wirklich geeignet ist. Abgesehen davon, dass ein merkbarer Prozentsatz der Tweets vom Thema ablenkend aus persönlichen Begrüßungen bestand, lassen sich halt mit 140 Zeichen (selbst mit einer Abfolge zusammenhängender Tweets) kaum Gedankengänge ausformulieren. So bleibt es meist bei knackig formulierten Einwürfen. Das kann und soll vielleicht auch provokativ wirken, aber die Provokation verpufft halt, weil sie keinen wirklichen Diskussionsstrang auslöst. Weiterlesen

Meine #gmw14

Nach zwei Jahren Pause hatte ich dieses Mal Gelegenheit wieder an der GMW-Jahrestagung 2014 in Zürich teilzunehmen, dem  (laut Beat) „Familientreffen“ aller am Medieneinsatzes an Hochschulen Interessierten. Einschließlich der Pre-Conference waren es dann insgesamt vier Tage, gefüllt mit sehr unterschiedlichen Formaten. Obwohl manche Tagungsthemen nicht mehr bei mir im Focus stehen, war ich positiv überrascht, dass meine persönliche Agenda von Anfang bis Ende mit interessanten Beiträgen gefüllt war. Weiterlesen

Heiteres Begrifferaten

Fast war es schon Tradition, dass ich bei den Züricher GMW-Jahrestagungen beim Konferenz-Dinner etwas präsentiere. 2006 war es die MEDIDA-Prix Verleihung, 2010 eine Twitterlesung – zusammen mit Koni Osterwalder. Dieses mal war es eine Art Rückblick: Vom CUU zum MOOC. Weniger griffig hätte ich auch sagen können: 60 Jahre Lehren und Lernen mit digitalen Medien, aber deutlich prägnanter geht es mit Akronymen. Da es zwischen Hauptgang und Dessert nicht als schwer verdaulicher Vortrag erfolgen sollte, wurden die Anmerkungen zu einigen Entwicklungssträngen der letzten 60 Jahre deshalb mit Quizfragen garniert und zwar zu einigen Akronymen, die in diesem Zeitraum mehr oder weniger treffend und mehr oder weniger bekannt in der Szene oder sogar in der allgemeinen Öffentlichkeit für bestimmte Entwicklungen, Anwendungen oder Projekte standen. Weiterlesen

20 Jahre Web-Präsenz

Die Neukonzeption meiner Webseiten hat mich daran erinnert, dass ich mittlerweile knapp 20 Jahre im Web präsent bin. Begonnen hat es 1994 mit meiner ersten persönlichen Darstellung auf den Mitarbeiterseiten des DIFF ( Deutsches Institut für Fernstudenforschung), meiner damaligen Arbeitsstätte. Notwendig war es, weil wir in einem internationalen Fernstudienprojekt namens STIMULATE (schönes Akronym 😉 Staff Training In Media Use for Learning And TEaching) mit Online-Komponenten arbeiteten und deshalb auch selbst im Web präsent sein wollten. Das fand 2001 seine Fortsetzung am damals neugegründeten IWM, auf dessen Seiten ich bis heute – nun als Ehemaliger – zu finden bin. Weiterlesen

meine LiebLinks (KW 27)

Für die Kategorie LiebLink diesmal drei Links – z.T. schon ältere Beiträge, auf die ich erst jetzt gestossen bin, die trotzdem für mich diese Woche besonders lesenswert btw. ansehenswert waren.

  1. The Hidden History of Ed-Tech – Folien und Vortragsnotizen der Keynote zur cetis 14 von Audrey Watters (deren Blog hackeducation insgesamt zu empfehlen ist). Sie beklagt die unhistorische Sicht vieler Akteure im unterrichtstechnologischen Feld und analysiert Gründe dafür. This is really the crux of my message: there’s a fascinating and important history of education technology that is largely forgotten, that is largely hidden — it’s overlooked for a number of reasons, some of which is wrapped up in the ideologies I’ve already alluded to.
  2. Visualizing Algorithms – hier erläutert Mike Bostock nicht nur, warum die Visualisierung von Algorithmen das Verständnis komplizierter Zusammenhänge unterstützen kann (use vision to think) sondern hat etliche animierte Beispiele beigefügt (z.B. Sortieralgorithmen), die das überzeugende belegen. Inhalltich keine leichte Kost, aber inspirierend.
  3. Motion Mountain – Das Abenteuer der Physik – Vom Motion Mountain Projekt wird ein sechsbändiges, frei zugänglichesBuch zur Physik als Wissenschaft der Bewegung veröffentlicht (englisch, bisher nur Auszüge auf deutsch). Dahinter steckt Dr. Christoph Schiller, der seit zwei Jahrzehnten daran arbeitet. Es richtet sich an Schüler, Studenten, Lehrende und alle an Physik Interessierten.

 

meine LiebLinks (KW 26)

Für die Kategorie LiebLink diesmal drei Links und danach noch einer, der sich als Flop herausgestellt hat.

  1. Hamburger E-Learning-Patterns – Als Freund von Entwurfsmustern hat mich gefreut, dass das E-Learning-Piortal der Uni Hamburg eine Auswahl an erprobten didaktischen Mustern zur Verfügung stellt. Zu den Patterns finden sich kurze Beschreibungen von Lehrveranstaltungen an der Universität Hamburg, die das jeweilige Pattern erfolgreich umgesetzt haben.
  2. 10 Prinzipien guten Designs – Dieter Rams ist ein vielfach international ausgezeichneter deutscher Industriedesigner. Mitte der 80er formulierte er 10 Prinzipien guten Designs, die hier von Jordan Koschei nach und nach vorgestellt, erläutert und illustriert werden (derzeit bei Prinzip 7 angelangt) [gefunden nach Anregung durch Helge Städtler]
  3. The First Six Books of The Elements of Euclid (1847) – Ein frühes Beispiel für gelungenes Informationsdesign ist das Buch von Oliver Byrne mit der bildlichen Erläuterung der ersten sechs Bücher des Euklid. Wer sich keine Faksimile-Ausgabe in den Schrank stellen will (die es vom Taschen-Verlag relativ erschwinglich gibt), kann eine digitalisierte Fassung im Internet-Archiv durchblättern.

Und hier der Flop: Programmieren kann Jeder – Nach der Auftaktveranstaltung, dem Kick-off am 10.6.2014 mitsamt Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in Berlin hat sich auf der Website der Initiative „Jeder kann programmieren“ absolut nichts getan trotz der vollmundigen Ankündigung: Gemeinsam mit bekannten Botschaftern und einer Vielzahl unterschiedlichster Partner will die Initiative eine offene und dynamische Plattform schaffen, die interaktive Lerninhalte im Web bereitstellt, Workshopmaterialien anbietet und Initiativen zum kreativen Austausch über Technologie bündelt. Dieses Projekt wird dabei durch eine Vielzahl von erfolgreichen, weltweit bestehenden, Initiativen, Open-Source Projekten und jahrelanger Erfahrung im Vermitteln von Wissen inspiriert und unterstützt.

meine LiebLinks (KW 25)

Für die Kategorie LiebLink diesmal drei Links (einen davon hatte ich schon in eigenem Beitrag gewürdigt!), die für mich diese Woche besonders lesenswert btw. ansehenswert waren.

  1. Konstruktionismus für Erwachsene – der Ansatz von Seymour Papert wird fast immer mit dem Lernen von Kindern verbunden. Mark Guzdial weist darauf hin, dass er auch für Erwachsene funktionieren kann, dann allerdings mit Besonderheiten behaftet ist.
  2. Icons für GUIs – habe ich schon Beitrag für mein SoftwareMuseum Papierkorb, Bombe und Co. beschrieben. Ein sehenswertes Video, in dem Susan Kare, die die Icons für den ersten Apple Macinstosh (und für etlcihe andere GUIs) entworfen hat, humorvoll von den Anfängen ihrer Arbeit erzählt. Die berühmten Icons für den Macintosh hatten 32*32 Pixel; ihre Arbeiten für andere IT-Firmen hatten witzigerweise dann zunächst immer mehr Pixel, aber in den letzten Jahren wieder weniger Pixel …
  3. Zeichne dein Videospiel – Nicht Programmieren, aber immerhin eigene Jump’n’Run-Spiele grafisch entwerfen kann man mit Pixel Press Floors. Auf einer Vorlage lassen sich mit Bleistift eigene Spiel-Level zeichnen, die mit dem iPad abzufotografieren sind und die sich dann vom Programm anhand von Vorlagen für Hintergründe und Spielelemente in ein eigenes Mini-Spiel umwandeln lassen. Derzeit kostenlos und ein ausbaufähiger Ansatz.

meine LiebLinks (Links der Woche, KW 24)

Angeregt von der Rubrik Four short links bei O’Reilly möchte ich unter der Kategorie LiebLink (den Namen habe ich bei e-teaching.org geklaut) jeweils einige Links anmoderieren, die mir unter der Woche als besonders lesenswert, weil anregend oder auch erheiternd untergekommen sind. Das wird thematisch entsprechend bunt gemischt sein …

  1. Schwere und Leichtigkeit – Erst dachte ich, naja, muss das sein, sich so mit privaten Überlegungen zum Sinn des Lebens, zu Leben und Tod in einem Blogbeitrag zu äußern. Aber als ich ihn zu Ende – und dazu noch die Kommentare – gelesen habe, war ich Christian Spannagel dankbar, auch bei mir ein (erneutes) Nachdenken darüber angestossen zu haben, nicht zuletzt, weil ich mich immer noch nicht an meine neue Lebensphase gewöhnt habe.
  2. Minimalismus als öffentliche “Mutprobe”? – Gut dazu passen Dörtes Gedanken zum Minimalismus, zu nachhaltigem und ethischem Verhalten. Auch dabei geht es ja um die Frage, was einem wirklich wichtig ist (materiell, sozial, emotional).
  3. Das Internet Archive mit der Way Back Machine – Im Internet Archiv habe ich schon oft nach speziellen Animationsfilmen gesucht. Diese Woche habe ich allerdings mit Vergnügen die Way Back Machine genutzt, ermöglichte sie mir doch, ganz alte Webseiten meiner ehemaligen Wirkungsstätten und meines ersten Blog (-Layouts) zu rekonstruieren …
  4. Einheitskreis, Bogenmaß, Polarkoordinaten – Und hier thematisch nun was völlig Anderes. Helge Städtler hat sich ziemlich darüber aufgeregt, wie das Herrschaftswissen der Mathematiker den Umgang mit Kreisberechnungen (z.B. bei der Programmierung) unnötig erschwert. Da ich bei gegebenem Anlass selber auch schon über den unverständlichen Wikipedia-Artikel zum Einheitskreis gestolpert war, habe ich mich bei Helges Rant köstlich amüsiert (und gleich noch einiges gelernt).

Neustart, Teil 2

Als ich mich zum Neustart beim Bloggen entschlossen hatte, war mir nicht klar, welchen technischen und organisatorischen Aufwand die Umsetzung einer neuen Konzeption für meine Website und den konzeptblog nach sich ziehen würde. Nach dem Motto, wenn schon denn schon, habe ich zunächst mal für zwei meiner Themenschwerpunkte zusätzlicheSubdomänen meiner Webpräsenz joachim-wedekind.de vorgesehen, nämlich für mein Hard- & Softwaremuseum museum.joachim-wedekind.de und für das Thema Programmieren für Alle programmieren.joachim-wedekind.de. Weitere Subdomänen nicht ausgeschlossen … Weiterlesen